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Wiedemar muss neue Kita bauen

Platzmangel Wiedemar muss neue Kita bauen

Die Gemeinde Wiedemar muss in den Neubau einer Kindertagesstätte investieren, um auch künftig insbesondere den Bedarf an Krippenplätzen zu sichern. Die Beschlüsse zum Kauf eines Grundstückes und zur Vergabe der Planungsleistungen wurden jüngst gefasst. Doch ohne Fördermittel fehlt der Gemeinde das Geld für den Neubau.

Das Kinderhaus Schatztruhe in Wiedemar.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Wiedemar. Die Gemeinde Wiedemar stößt an die Kapazitätsgrenze ihrer Kindertagesstätten. Insbesonders die Plätze für Krippen- und Kindergartenkinder werden knapp, in den Jahren 2019 und 2020 werden sie voraussichtlich mit den vorhandenen Einrichtungen nicht mehr ausreichen, um den Bedarf zu decken. Derzeit werden in den sechs Kitas 142 Kindergarten- und 88 Krippenkinder betreut. Verwaltung und Gemeinderat sind sich deshalb einig: Eine neue Kindertagesstätte muss her. Die Vergabe der Planungsleistungen für den Neubau und der Kauf einer geeigneten Fläche wurden jüngst beschlossen.

Noch ganz am Anfang

„Wir sind noch ganz am Anfang unseres Vorhabens“, betonte Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos). Ein Grundstück in der Größe von etwa 3800 Quadratmetern an der Straße Alte Poststraße in Wiedemar habe sich die Gemeinde bereits gesichert. „Wir mussten es erwerben, weil wir als Gemeinde im Ort nicht über geeignete Flächen verfügen“, teilte sie mit. Der ursprüngliche Plan, das Haus auf dem Gelände des Jugendclubs zu errichten, scheiterte, weil es als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen ist. „Obwohl wir dort noch nie Hochwasser hatten“, sagte Möller.

Wohnortnahe Plätze sind rar

Wie prekär die Situation momentan ist, beschrieb auch Hauptamtsleiterin Janine Ulrich: „Konnten wir bislang Kinder, die eine Kita besuchen sollen, wohnortnah unterbringen, so ist das jetzt nicht mehr möglich.“ Insbesondere durch Zuzüge in die neuen Wohngebiete sei es zu einem in dieser Größenordnung unerwarteten Bedarf gekommen. Insbesondere bei Krippenplätzen sei die Situation angespannt. „Da können wir wirklich nicht vorausplanen, was auf uns zukommen wird. Und doch müssen wir reagieren“, schlussfolgerte Ines Möller. Momentan sei auch noch nicht vollkommen sicher, wann die Kita gebaut werden kann. Fest stehe nur: Es muss eine gebaut werden.

40 Prozent Förderung nötig

„Wir brauchen dazu aber Fördermittel. Mindestens 40 Prozent der Gesamtbaukosten. Ohne geht es nicht“, erklärte die Bürgermeisterin. Im ersten Anlauf, welche zu bekommen, sei Wiedemar aber gescheitert. Zu viele Anträge seien gestellt, Wiedemar nicht berücksichtigt worden. Nach vorsichtigen Schätzungen würde die neue Einrichtung zwischen 1,5 und 2,2 Millionen Euro kosten und sowohl je zur Hälfte Krippen- als auch Kindergartenplätze bieten. Und sie werde deutlich mehr Plätze haben als die jetzige Einrichtung. Die Kita „Die Schatztruhe“ bietet 45 Plätze. „Wir gehen in Absprache mit dem Landesjugendamt, das für die Betriebserlaubnis zuständig ist, von über 60 Plätzen aus“, teilte Janine Ulrich mit. Sollte der Bedarf noch mehr wachsen, müsse man darauf reagieren. „Dann könnte es auch eine Einrichtung mit über 99 Plätzen werden“, räumte Möller ein. Eine Entscheidung diesbezüglich sei aber noch nicht gefallen. Machbarkeitsstudien wurden beauftragt, um Entscheidungshilfen zu bekommen.

Alte Kita wird Dorfbegegnungshaus

Das Schatztruhe-Gebäude, im Eigentum der Gemeinde, würde dann zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Auch die Kita in Wiesenena, die bislang als Hort für die im Ort ansässige Grundschule diente und jetzt leer steht, soll vorerst erhalten bleiben. „Um den Bedarf an Krippenplätze kurzfristig zu decken, ist das Gebäude leider nicht geeignet“, sagte Bürgermeisterin Möller. Ein Umbau wäre wenig sinnvoll, da nach ersten Prognosen Investitionen in Höhe von rund 500 000 Euro notwendig würden.

Von Ditmar Wohlgemuth

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