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Delitzsch Wiedemar sieht rot: Gemeinde soll noch mehr Windräder bekommen
Region Delitzsch Wiedemar sieht rot: Gemeinde soll noch mehr Windräder bekommen
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00:36 24.09.2015
Windräder in Wohnortnähe kommen bei Betroffenen nicht gut an. Quelle: Wolfgang Sens
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Im Gemeinderat Wiedemar fiel den Abgeordneten deshalb sehr schnell auf, dass ihr Gemeindegebiet vergleichsweise sehr üppig mit dieser Signalfarbe markiert wurde. Bedeutet: Die Gemeinde soll mehr Windräder bekommen. "Der jetzige Entwurf folgt damit keinesfalls unserer Stellungnahme, die wir für diesen Plan abgegeben haben", stellte Wiedemars Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos) fest. Die Debatte über das Dokument ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Bis Anfang Oktober sind die Kommunen aufgerufen, sich mit Hinweisen und Bedenken an der Fortschreibung des Regionalplanes zu beteiligen.

Gemeinderat Ulrich Haberland (CDU) fragte detailliert nach, welchen Einfluss die Kommune tatsächlich auf die künftige Standortverteilung von Windkraftanlagen hat. "Wir geben unsere Stellungnahme erneut ab und danach kommt es im Verfahren zur Abwägung unserer Hinweise, Anregungen und Bedenken. Inwieweit der Verband diesen dann folgt, kann man heute schlecht sagen", erklärte die Bürgermeisterin. Zumindest stehe auch jedem Bürger die Möglichkeit offen, sich zu den neuen Planungen zu äußern. Dabei sollten Hinweise möglichst konkret auf die jeweiligen Plansätze beziehungsweise Karten formuliert und begründet werden.

"Für uns ist bereits heute keine Blickrichtung mehr frei von Windkraftanlagen", bemerkte Ines Möller. Die neu ausgezeichneten Flächen reichen über den bereits vorhandenen Windpark Zaasch (auf der Gemarkung Delitzsch und Wiedemar) deutlich hinaus bis nach Doberstau. "Obgleich die dort vorhandenen 15 Windkraftanlagen lediglich ersetzt werden können", teilte Möller dem Gemeinderat mit. Eine zahlenmäßige Erweiterung scheint nach derzeitiger Planung nicht möglich.

Der Leiter der Regionalen Planungsstelle Andreas Berkner spricht trotzdem von einem eher "moderaten Ausbau" von Windparks im Planungsgebiet. Wo diese künftig tatsächlich ausgewiesen werden, könne aus seiner Sicht erst im kommenden Jahr mitgeteilt werden. Investoren bekämen auch dann erst darüber eine belastbare Aussage. Das Thema erneuerbare Energie spiele in der Regionalplanung jedoch eine zentrale Rolle. Laut Berkner sind es aber vor allem die großflächigen Fotovoltaikanlagen in den Gewerbegebieten, die ihm und den Planern Sorgen bereiten. Gewerbeflächen gingen dadurch verloren, die Ansiedlungen neuer Investoren würde dadurch erheblich erschwert.

Die Gemeinde Wiedemar verfügt über mehrere Standorte dieser Anlagen zur Gewinnung von Sonnenstrom in ihrem Gebiet. Die größte ist im Gewerbegebiet Delitzsch-Südwest mit rund 50 Hektar, betrieben von der Enerparc AG. "Ich glaube, dass wir unseren Anteil an der erneuerbaren Energie durchaus schon leisten", sagte Ines Möller in der Gemeinderatssitzung und fordert, dies bei der paritätischen Verteilung der Standorte für Windkraftanlagen zu berücksichtigen.

In der Gemeinde Schönwölkau, wo der Planentwurf kürzlich ebenfalls auf der Agenda stand, begrüßt man zumindest die bisherige Zielfestlegung, dass der Abstand zur Wohnbebauung beim Neubau von Windkraftanlagen zunächst das Zehnfache der Nabenhöhe nicht unterschreiten solle. In den kommenden Monaten wollen sich auch hier die Gemeinderäte einbringen, die Pläne nicht unkommentiert lassen. Für Schönwölkau - hier gibt es zum Beispiel bereits bei Hohenroda eine kleine Windkraftanlage - sieht der Rohentwurf bislang noch Flächen zwischen Hohenroda, Mocherwitz und Krensitz vor. Östlich von Hohenroda an der Kreisstraße zwischen Luckowehna und dem Bahnübergang sowie östlich von Wölkau könnten nach dem bisherigen Entwurf noch solche Anlagen hin. Wobei, so Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU), das alles noch ein "Könnte" und kein "Muss" darstellt, weshalb man die Sache noch recht entspannt sehen könne. © Kommentar

www.rpv-westsachsen.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.09.2015

Ditmar Wohlgemuth / Christine J

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