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Delitzsch Wiesenfest in Delitzsch: Der Norden wird grüner
Region Delitzsch Wiesenfest in Delitzsch: Der Norden wird grüner
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00:32 31.05.2018
Veronika Leißner vom Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen e.V. begrüßt die Gäste zum ersten Wiesenfest in Delitzsch-Nord.  Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Delitzsch will grüner werden. Dafür plant die Stadtverwaltung Investitionen in Erholungsflächen, Blühwiesen und Wallgrabensanierung. Mehr als 60 Hektar sollen im gesamten Stadtgebiet aufgewertet werden. Dazu zählt auch das Wohngebiet zwischen Alexander-Puschkin- und Lessingstraße. Bis 2022 soll das Projekt „Klimaanpassung im Stadtteil Nord“ erledigt sein. Zwischen grauer Betonwelt soll grünes Leben entstehen.

Am vergangenen Freitag startete das Vorhaben mit einem Schmetterlingswiesenfest, bei dem unter dem Motto „Delitzsch blüht auf“ der Landschaftspflegeverband (LPV) zusammen mit Stadt, Wohnungsgesellschaft und Wohnungsbaugenossenschaft auf das Insektensterben aufmerksam machten und Tipps gaben, wie Grünflächen in eine naturnahe Behandlung überführt werden können. Mehr als 60 Delitzscher, darunter auch etwa 30 Kinder, hatten sich dem Thema angenommen und informierten sich über die hiesige Insektenwelt.

Moderne Technik, Chemie und fehlender Lebensraum

Die Stadt hat das Thema für Delitzsch schon eine Weile auf dem Schirm. Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos), der das Fest eröffnete, warnte: „Wir müssen darauf achten, dass wir Flächen, die uns zur Verfügung stehen, für die Natur zurückholen.“ Und dazu könne jeder beitragen. Die Kommune will dafür auf den Arealen abgerissener Wohnblöcke beispielsweise grüne Erholungsoasen entstehen lassen, Blüh- und Schmetterlingswiesen anlegen. Da sich zwischen den nah beieinander stehenden und großen Wohnblöcken im Norden an heißen Tagen zudem die Hitze staut, sollen die Grünflächen, die als Kaltluftschneisen fungieren, Abhilfe schaffen. Denn sie ermöglichen das Abströmen der heißen Luftmassen und damit nachhaltig die Klimaanpassung.

Der Initiator des Projekts „Puppenstuben gesucht – Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“, Matthias Nuss, informierte über die aktuelle Lage: „In Sachsen sind bereits 13 Prozent der Tagfalterarten ausgestorben – noch einmal so viele sind vom Aussterben bedroht“, erklärte der Schmetterlingsexperte vom Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden. Doch Insekten wie die Tagfalter brauche der Mensch, da diese Obst und Gemüse bestäuben, zudem Nahrung für andere Säugetiere sind. „Wir brauchen Insekten, damit unsere Umwelt so funktioniert, dass wir leben können.“ Doch moderne Technik, Chemie und fehlender Lebensraum machten ihnen das Leben in der Vergangenheit schwer, so Nuss.

Umweltschutz ohne Verzicht?

2014 habe er dann das Schmetterlingswiesen-Projekt unter der Fragestellung „Können wir etwas für die Umwelt tun ohne auf etwas verzichten zu müssen?“ gestartet. Seine klare Antwort: ja, können wir. Ungenutzte Flächen sollten seiner Meinung so verändert werden, dass Blumen und Insekten auf ihnen wieder eine Chance haben. Heißt übersetzt, sie nicht zu oft zu mähen.

210 solcher Schmetterlingswiesen – wie nun zwischen Alexander-Puschkin- und Lessingstraße im Delitzscher Norden – gibt es bereits in Sachsen. Davon noch drei weitere im Gebiet der Loberstadt. Und es werden jeden Tag mehr.

Neben den Vorträgen informierten Imker Elimar Krenke, das Fachbüro für Fledermauskunde „hochfrequent“ und Schmetterlingsexperte Lothar Lindner über die verschiedenen Insektenarten.

Weitere Information, Kontaktmöglichkeit und alle bisherigen Schmetterlingswiesen in Sachsen gibt’s unter www.schmetterlingswiesen.de

Von Mathias Schönknecht

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