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Delitzsch Wilfried Jung ist seit 50 Jahren Züchter
Region Delitzsch Wilfried Jung ist seit 50 Jahren Züchter
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20:01 09.08.2010
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Delitzsch

Nach mehr als 50 Jahren nimmt der Züchter Wilfried Jung langsam Abschied von seinem aufwändigen Hobby.

Nur laut schimpfend lässt sich der Kragensittich aus seiner Box nehmen. „Vorsicht, Vorsicht, die kneifen auch mal in den Finger und das tut so richtig weh oder ein Stück ist ab“, warnt Wilfried Jung, als er den knapp

100 Gramm schweren prächtig schimmernden Sittich nach kurzem Check schließlich seinem neuen Besitzer übergibt. Ein geübter Griff, ein knappes Krakeelen, und auch das Weibchen landet in einer neuen Box. Für knapp 90 Euro hat Jung die Sittiche als Paar verkauft.

Seit mehr als 50 Jahren ist der Waldheimer begeisterter Vogelzüchter, hat schon als Kind seine ersten Sittiche gehalten. Doch weil die Gesundheit in letzter Zeit nicht mehr so mitspielen möchte, will der 68-Jährige die Zahl seiner Tiere Stück für Stück reduzieren. Gut 100 Vögel hält Jung in seinen Volieren. „Ich will in nächster Zeit runter auf nur noch fünf oder sechs Paare, und dann soll es wirklich nur noch Hobby sein“, sagt der Rentner.

Immerhin heißt Vogelzucht weit mehr als ein paar bunten Vögeln beim Tschilpen zu lauschen und gelegentlich ein paar Körnchen in den Käfig zu schmeißen. In den 50 heimischen Volieren warten derzeit unter anderem kleine Königssittiche auf ihren Ersatzpapa Wilfried Jung. Von den Eltern nicht angenommen, werden sie per Hand aufgezogen. „Am Anfang mussten die Kleinen aller zwei Stunden gefüttert werden. Jetzt brauchen sie aller vier Stunden Futter – das ist, als hätte man Babys und die haben ihre Bedürfnisse“, berichtet Jung. Später können diese Papageien bis zu 40 Zentimeter groß werden, und bis dahin muss

noch einiges an Pflege investiert werden – das richtige Futter, regelmäßige Gesundheitschecks, Instandhaltung

der Volieren, die Fahrten zu Vogelbörsen.

„Das ist eben ein aufwändiges Hobby“, so Jung, der an diesem Sonnabend als einer von gut 45 Züchtern seine Tiere anbietet. Urlaub sei da nicht drin, auch wenn Sohn und Tochter gerne mal als Babysitter einspringen. „Ich investiere schon viel Zeit für meine Tiere“, erzählt er. So manchem Gefiederten hat er sogar das Sprechen lehren können. Und wenn seine Frau dann zum Essen rief, hat nicht selten einer der gefiederten Mitbewohner geantwortet.

Unzählig viele Tiere hat er in den vergangenen fünf Jahrzehnten aufgezogen und an den Mann gebracht. Ums Geldverdienen sei es ihm dabei aber nie gegangen: „Ich mache das aus Liebe zum Tier.“ Auch sein Vater hat schon Vögel gezüchtet, da habe die Leidenschaft zu den farbenprächtigen Tieren in der Wiege gelegen. Besonders schätzt Jung die bunt schimmernden Loris – etliche hat er gezüchtet. Doch die seien als Nektar trinkende Art leider auch besonders schwer zu halten und so will sich der Rentner vor allem auf die etwas einfacheren Sittiche konzentrieren. Denn auch in Zukunft möchte Wilfried Jung nicht ohne Stolz sagen können, dass er einen Vogel hat: „Von so einer Leidenschaft kommt man doch nie ganz los.“

Christine Gräfe

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