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Delitzsch Willi Hohmann steuert Blech-Grammofon für Spielzeugausstellung in Delitzsch bei
Region Delitzsch Willi Hohmann steuert Blech-Grammofon für Spielzeugausstellung in Delitzsch bei
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09:43 06.02.2017
Willi Hohmann (93) zeigt ein Foto mit dem Grammofon, das derzeit in der Sonderausstellung Blechspielzeug in Delitzsch zu sehen ist. Quelle: Thomas Steingen
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Delitzsch

Die aktuelle Sonderausstellung „Blechspielzeug – bunte Miniaturwelt aus Metall“ im Museum Barockschloss Delitzsch enthält viele Exponate, die von Privatpersonen stammen. Zu einigen haben die Leihgeber interessante Geschichten zu erzählen, andere sind einfach besondere Ausstellungsstücke. Die LVZ stellt ein paar davon in loser Folge vor.

Ein Grammofon für Kinder aus den 1930er-Jahren hat Willi Hohmann aus Delitzsch dem Museum für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. In der Zeitung hatte er gelesen, dass für die Sonderschau Blechspielzeuge aus Privatbeständen gesucht würden. „Ich bin Sammler“, erzählt der 93-Jährige, der in Delitzsch geboren und in Werbelin aufgewachsen ist. Seiner Sammelleidenschaft ist zu danken, dass das Grammofon bis heute erhalten geblieben ist, denn seit Jahren steht es verpackt auf dem Dachboden. Für die Ausstellung habe er es aber gern wieder ans Tageslicht geholt. Zusammen mit einer RUSI-Schallplatte, auf der der Titel „Eis! Eis! Eis!“ von H. Johnson verewigt ist, den ein Jazz-Orchester eingespielt hat, ist der historische Musikapparat aus Blech nun im Delitzscher Schloss zu bewundern. Hergestellt wurde das Grammofon in den Bing-Werken Nürnberg um 1936. In jenem Jahr hat es jedenfalls der damals 13-jährige Willi Hohmann in Delitzsch in der Ritterstraße 39 gekauft.

Im Schaufenster entdeckt

„Dort gab es das Spielzeug- und Haushaltwarengeschäft Otto Lindenhahn“, schildert der Rentner. Und er kann sich noch genau erinnern, wie es zu dem Kauf kam. „Meine Mutter hatte mich eines Tages nach Delitzsch in die Adler-Apotheke geschickt“, erzählt er. Als er mit dem Fahrrad durch die Ritterstraße fuhr, hielt er bei Lindenhahn an und entdeckte im Schaufenster das Grammofon. „Ich bin musikalisch, spiele mehrere Instrumente und zu Hause wurde damals oft gemeinsam gesungen. Weil mein drei Jahre alter Bruder Günter gern Musik hörte, wollte ich das Grammofon gern haben.“ Das erzählte Willi Hohmann auch seinen Eltern, die ihm dafür das Geld gaben. „Am nächsten Tag fuhr ich nach Delitzsch und kaufte das Gerät für 3,50 Mark mit ein paar Platten. Eine Platte kostete 50 Pfennig“, so der gelernte Schneider.

Umzüge wohlbehalten überstanden

Bis 1941 sei das Grammofon viel benutzt worden. Dann musste Willi Hohmann als Soldat in den Krieg. Als er 1949 aus diesem zurückkehrte, gab es bessere Geräte, so spielte das Grammofon keine Rolle mehr. „Ich habe es aber als Andenken an meinem Bruder, der 1941 mit sieben Jahren gestorben ist, behalten.“ In der Folge zog der Apparat mit seinem Besitzer sogar mehrere Male um.

Nun will sich Willi Hohmann aber von dem Spielgerät trennen. „Nach der Ausstellung werde ich es dem Museum schenken“, kündigt der Delitzscher an, während Museumschef Jürgen Geisler noch eine Info zu diesem Exponat preisgibt. „Ursprünglich fehlte die Grammofonnadel. Das bemerkte ein Besucher und brachte uns welche, sodass das Gerät jetzt komplett in der Ausstellung steht.“

Von Thomas Steingen

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