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Delitzsch „Wir brauchen mehr Jugend“
Region Delitzsch „Wir brauchen mehr Jugend“
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00:00 20.01.2010
Kreisgebiet

Mit dem Torgauer Parademarsch stimmte das Rundfunkblas-Orchester Leipzig auf den Abend ein. Dem folgte mit Wagners „Morgenlied und Aufzug der Heere“ aus der Oper Lohengrin der musikalische Höhepunkt des Abends, bevor Michael Czupalla das Wort ergriff und allen Anwesenden für das Jahr 2010 „viel Erfolg, Gottes Segen und Gesundheit“ wünschte. Er bedankte sich bei den Fraktionen des Kreistages, bei den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern, bei Vereinen und Verbänden, Kirchen, der Wirtschaft und bei allen, die das Gemeinwohl sowie das Zusammenleben im Landkreis mitgetragen und mit gefördert haben. Im Wachstum der Wirtschaft und der Wirtschaftsförderung liege ein Schwerpunkt der Arbeit im Landkreis. Eine Aufgabe, die inzwischen alle sächsischen Landkreise und Gemeinden als Schwerpunkte betrachten. Der zweite ist der Haushalt. In den kommenden Monaten wird ein externes Gutachten zum Kreishaushalt erstellt, mit dessen Hilfe ein Sicherungskonzept erarbeitet, diskutiert und Mitte des Jahres dem Kreistag vorgelegt wird. „Um Investoren gilt es weiter zu werben, so Czupalla. Es gab acht Neuansiedlungen auf Gewerbestandorten im Landkreis Nordsachsen im vergangenen Jahr, 30 weitere Unternehmen expandierten. Für 157 Ile-Projekte konnten 2009 im ländlichen Raum Fördermittel in Höhe von zirka elf Millionen Euro bewilligt werden, die bewilligten Investitionen haben eine Gesamtsumme in Höhe von 18 Millionen Euro. Außerdem flossen aus dem Konjunkturpaket II des Bundes und des Freistaates Sachsen 25,8 Millionen Euro für 180 Projekte in den Kreis. Fast alle Projekte befänden sich in Umsetzung. Czupalla kritisierte die Klagementalität der Deutschen: „Während andere Länder optimistisch in die Zukunft sehen, liegen wir im internationalen Vergleich von 33 Ländern auf Platz 16.“ Ein Lichtblick sei, dass ein gutes Drittel der befragten Deutschen ein besonderes Jahr – der höchste Wert seit neun Jahren – für sich persönlich erwartet. „Sie schätzen die Lage richtig ein, die Fakten sprechen für sich. Kaum ein Land hat die Wirtschaftskrise so gemeistert wie Deutschland. Das Gütesiegel Made in Germany hat immer noch Weltruf, unser Gesundheitssystem ist trotz aller Diskussionen das beste der Welt. Reklamieren wir nicht länger ein Grundrecht auf Unzufriedenheit, beharren wir nicht immer darauf, dass die Lage ohne Aussicht und die Zukunft ohne Hoffnung ist“, forderte der Landrat. Es sei schon ein wenig deprimierend, wie in Deutschland mit Verantwortung umgegangen wird. „Man hat manchmal den Eindruck, unser Land ist übersät von Wadenbeißern, Kleffern und Dauernörglern.“ Er bescheinigte der Abwrackprämie, „ökonomischer Schwachsinn, aber dennoch die populärste politische Maßnahme seit dem Jahre 43 nach Christus“ gewesen zu sein, als Kaiser Caligula zur Einweihung des Augustustempels jedem römischen Bürger 300 Sesterzen schenkte. Diejenigen, die Verantwortung tragen, sollten auch in diesem Jahr weiter unbeirrt bleiben. Im Landkreis Nordsachsen betrug die durchschnittliche Arbeitslosenquote 2009 13,5 Prozent. „Arbeitsplätze entstehen aus unternehmerischem Tun. Bürger und Unternehmen sind heute aber mit Steuern und Abgaben, mit einen Übermaß an Gesetzen und Bürokratie belastet. Wer den Unternehmen in Deutschland wieder Schwung geben will, der muss als erstes, da wo es geht, für Entlastungen sorgen“, so der 59-Jährige. Sobald die Steuern wieder zu fließen beginnen, zähle als erstes, die öffentliche Schuldenlast abzubauen. „Stattdessen müssen wir den Wettbewerb fördern, Genehmigungsverfahren beschleunigen, die Unmenge an Bürokratie reduzieren und die Sozialsysteme an die demografische Entwicklung anpassen, Forschung und Entwicklung steuerlich unterstützen und kräftig in Bildung sowie in Gesundheit, in einer Gesellschaft die immer Älter wird, investieren.“ Und da unsere Gesellschaft zunehmend immer älter werde, müssten wir uns verstärkt um unsere älteren Mitbürger kümmern. „Wir brauchen mehr Jugend. Dieses Land hat seit 1970 jährlich mehr Sterbefälle als Geburten. Die demografische Entwicklung wird uns viel mehr Sorgen bereiten als die Finanz- und Wirtschaftskrise.“ Für das Neue Jahr 2010 wünschte der Landrat abschließend „Optimismus und ein wenig mehr Wiederbelebung der Verwegenheit.“ Mit dem Sachsenlied und der Nationalhymne verabschiedete sich das Rundfunkblas-Orchester.  

Frank Pfütze

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