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Delitzsch Wird Idyll zum Politikum?
Region Delitzsch Wird Idyll zum Politikum?
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19:28 16.04.2010
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Rackwitz/Delitzsch

Mit einer Allgemeinverfügung sollte deshalb für die Zukunft untersagt werden, in den Seen zu baden, zu tauchen oder die Gewässer zu befahren. Nachdem die Anliegerkommunen auf die Barrikaden gingen, hat Landrat Michael Czupalla (CDU) die Verfügung vorerst ausgesetzt. Wie erst jetzt bekannt wurde, flatterte der Brief aus dem Landratsamt bereits Mitte März in die Postkästen der Verwaltungen von Delitzsch, Rackwitz, Zwochau und Neukyna. Weil sich der Werbeliner und der Grabschützer See über die Gebiete der drei Gemeinden und der Großen Kreisstadt erstrecken, sollte den Kommunen Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden. Nicht ohne Grund: Der Entwurf, der im Sachgebiet Naturschutz des Umweltamtes formuliert wurde, hat es in sich. Er „untersagt, in den Wasserflächen zu baden, zu schwimmen und zu tauchen sowie die Wasserflächen mit Wasserfahrzeugen jeglicher Art zu befahren, sie zu betreten oder aus sonstigen Gründen zu beunruhigen. Des Weiteren ist es nicht gestattet, das Wegenetz zu verlassen.“ Der Geltungsbereich dieser Verfügung erstreckt sich über die kompletten Flächen der beiden Tagebaurestlöcher, die sich noch in Flutung befinden. Begründet wird die Schutzzone unter Verweis auf die „hohe und besonders schützenswerte Artenvielfalt der Vogelwelt“. Nachdem es in den vergangenen beiden Jahren Störungen der Brutvögel gegeben habe, sei der Erlass der Allgemeinverfügung entschieden worden. In den betroffenen Rathäusern sowie unter Stadt- und Gemeinderäten sorgte der Vorstoß für Diskussionen. Schließlich arbeitet Delitzsch gerade an einer Machbarkeitsstudie, die die Möglichkeiten einer sanften touristischen Nutzung des Nordufers des Werbeliner Sees erkunden soll. Auch Rackwitz, der größte Flächeneigner am Werbeliner See, sieht in dem Gewässer Potenziale. Doch noch bevor die Kommunen ihre Stellungnahmen verschriftet hatten, ruderte das Landratsamt zurück. Landrat Czupalla persönlich setzte die Verfügung aus dem eigenen Hause aus. „Wir müssen hier einen vernünftigen Weg finden, der sowohl den Schutz der Vogelwelt als auch die Entwicklung des Sees berücksichtigt – beide Seiten haben eine Berechtigung“, begründete er gegenüber der Kreiszeitung. „Das heißt: Wir müssen erst mal über Fakten sprechen. Noch habe ich nichts Konkretes auf dem Tisch, welche Entwicklungen in den nächsten Jahren vorgesehen sind.“ Ad acta gelegt ist der Verfügungs-Entwurf damit allerdings nicht. Die mögliche Gefährdung seltener Vögel steht nun im Raum. Giso Damer, der Unterzeichner der Verfügung und Leiter des Sachgebiets „Naturschutz Vollzug“ im Landratsamt, wollte gegenüber der Kreiszeitung keinen Kommentar abgeben.

Kay Wuerker

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