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Delitzsch Wird Mäuseturm Delitzschs neuer Ausguck?
Region Delitzsch Wird Mäuseturm Delitzschs neuer Ausguck?
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14:51 19.05.2015
Der Juliusturm im Stadtpark, auch Mäuseturm oder Schlammturm genannt, fällt architektonisch ins Auge. Quelle: Thomas Steingen

Der Juliusturm im Stadtpark rückt als neue Besucher-attraktion in den Fokus - zwar vage noch, doch durchaus mit gewisser Ernsthaftigkeit. Die Option tut sich auf, weil das Bauwerk aktuell seine bisherige Funktion verliert.

Der Schlammturm, im Volksmund auch als Mäuseturm bekannt, war bislang im Delitzscher Abwassernetz ein wichtiger Punkt. "Er ist in Süd-Nord-Richtung der zentrale Durchfluss im Mischwassernetz, erklärt Andreas Brauer, Technischer Leiter des Abwasserzweckverbandes Delitzsch (AZVD). Als Schlammfang und Überlauf wurde der Turm vor etlichen Jahren errichtet. Viele Delitzscher erinnern sich mit Schrecken an Zeiten, als das Abwassernetz einschließlich Schlammturm überlastet waren. In der Folge verteilten sich grobe Überreste aus dem Abwasser entlang des Mühlgrabens im Park.

Mit der Inbetriebnahme des neu gebauten Entlastungsbeckens in der Erzbergerstraße und des Entlastungsbauwerks mit Speicherbecken und Drosselstufe am Gerberplan hat der Mäuseturm seine Funktion als Schlammfang verloren. Laut Brauer erfüllt er jedoch im Kanalnetz seine Aufgabe als Kontrollschacht. Nach wie vor fließe Wasser durch den Turm, so Brauer. Eine andere Nutzung des Turmes hat beim AZVD bisher noch keine Rolle gespielt, weil andere Aufgaben dringlicher waren und sind.

Nun aber soll geprüft werden, ob es technisch möglich ist, den Turm anders, etwa als Aussichtpunkt, zu nutzen. Dabei muss untersucht werden, welche Kosten dabei entstünden und woher die Mittel kommen sollen. Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) zeigt sich der touristischen Idee durchaus aufgeschlossen. "Schließlich handelt es sich um ein stadtbildprägendes und sehr ansehnliches Bauwerk. Die Umnutzung muss natürlich wirtschaftlich vertretbar sein", betont Wilde. "Man müsste eine Bodenplatte in den Turm einbringen und eine Treppe, um hinauf zu kommen. Der Kontrollschacht ließe sich eventuell nach außen verlagern - das wäre eine Voraussetzung. In den nächsten Wochen wird es eine ingenieurtechnische Untersuchung geben." Zu prüfen ist im Übrigen auch, wie weit der Blick vom Turm angesichts des Baumbestandes überhaupt reicht.

Immerhin: Im Rahmen der Diskussionen um das Stadtpark-Entwicklungskonzept kam die Turm-Neunutzung bereits zur Sprache. Voraussichtlich im Frühsommer soll sich die AG Park, bestehend unter anderem aus Stadträten, das nächste Mal treffen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.01.2014
Kay Würker/Thomas Steingen

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