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Wohnungsmieten: Das Niveau steigt

Wohnungsmieten: Das Niveau steigt

Seit diesem Monat gilt bundesweit ein neues Mietrecht, das insbesondere die energetische Gebäude-Modernisierung für Vermieter erleichtert. Die Großvermieter in Delitzsch und Eilenburg haben bereits in den vergangenen Jahren kräftig in Sanierungen investiert.

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Die Wohnungsgesellschaft Delitzsch hat im Osten der Stadt in Solarthermie investiert - und die Kaltmiete erhöht. Allerdings sind nun die Betriebskosten geringer.

Quelle: Kay Würker

Delitzsch/Eilenburg. Dadurch sind die Kaltmieten insgesamt gestiegen, am Lober noch stärker als in der Muldestadt. Doch das scheint den Markt nicht zu erschüttern. Im Gegenteil: Vor allem in Delitzsch wächst die Nachfrage nach hochpreisigen Wohnungen.

 

 

"Unsanierte Objekte haben wir fast gar nicht mehr", sagt André Planer, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Delitzsch (WGD). Das kommunale Unternehmen ist mit 2550 Quartieren der größte Vermieter in der Stadt. Jahr für Jahr investiert die WGD in Modernisierungen, wobei manche Wohnung nach der Wende bereits mehrfach angefasst wurde, weil sich die Standards weiterentwickeln. "Hinsichtlich der Energie-effizienz gibt der Gesetzgeber das Mindestmaß vor", erklärt André Planer. Und das sei nicht selten teuer.

Die Folge: Einerseits sinken Betriebskosten durch moderne Dämm- und Heizungssysteme, zugleich steigen Kaltmieten durch die Umlage der Investitions-kosten. "Elf Prozent der Modernisie-rungsaufwendungen dürfen wir auf die Mieter umlegen. Wobei wir das nicht immer ausschöpfen", betont Planer. Im Ergebnis hat sich das Kaltmietniveau im gesamten WGD-Bestand seit Mitte der 1990er-Jahre um mehr als 50 Prozent erhöht. 1996 kostete der Quadratmeter im Schnitt umgerechnet 3,06 Euro, aktuell sind es 4,75 Euro.

Auch bei der Eilenburger Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (EWV), mit rund 2000 Wohnungen der größte Vermieter in der Muldestadt, erfolgen seit Jahren sanierungsbedingt Mietsteigerungen in kleinen Schritten. Eine gewisse Höchstgrenze sei erreicht, schätzt EWV-Geschäftsführerin Birgit Bendix-Bade ein. Derzeit bewegen sich die Preise im Bereich von 4,10 bis 6 Euro pro Quadratmeter für die Kaltmiete, wobei der Höchstbetrag vor allem für hochwertig sanierte Wohnungen zu zahlen ist. Die Durchschnittsmiete liege derzeit bei 4,70 Euro, vor zehn Jahren bewegte sich der Mittelwert noch im Bereich von 4,20 Euro.

Ein gehäufter gezielter Wegzug in niedrigpreisigere Wohnungen sei aber nicht zu verzeichnen, sagt die EWV-Chefin. Auszubildenden oder Studenten mit Ausbildungsverträgen werde seit Jahren unter dem Motto "Junges Wohnen" gezielt Wohnraum in oberen Etagen angeboten, für den pro Quadratmeter 1,50 bis 2 Euro Grundmiete zu zahlen sind. Zugleich gebe es nennenswerten Bedarf an hochwertig ausgestatteten Wohnungen, aber nicht schwerpunktmäßig: "Wir können ihn abdecken", so Bendix-Bade. Anders in Delitzsch, wo die WGD im Moment gleich mehrere neue Projekte für höherpreisige Quartiere vorantreibt, um der enormen Nachfrage nachzukommen.

Unabhängige und umfassende Erhebungen zum Mietniveau in beiden Großen Kreisstädten gibt es nicht. Nur vage Anhaltspunkte. Das Internetportal Immobilienscout24 errechnet Durchschnittspreise aus dort eingestellten Wohnungsangeboten der vergangenen zwei Jahre, kommt für Delitzsch auf einen Mittelwert von 4,90 Euro pro Quadratmeter, für Eilenburg auf 4,50 Euro, für Taucha am Leipziger Stadtrand gar auf 5,50 Euro. Ein Indiz dafür, dass Mietpreis-Entwicklungen in der Region auch an die infrastrukturelle Anbindung und die Nähe zu Leipzig gekoppelt sind. Und dass sich das Mietniveau von Ort zu Ort mitunter deutlich unterscheidet. Das Landratsamt trägt dieser Tatsache inzwischen Rechnung, hat seit diesem Jahr eine neue "Regelung der Angemessenheit von Kosten der Unterkunft und Heizung". Das Regelwerk gilt für Hartz-IV-Betroffene, denen der Landkreis die Wohnungs- und Heizkosten finanziert. Erstmals werden darin vier Wohnungsmarkttypen mit abweichenden Kaltmietniveaus unterschieden. Dabei werden in Taucha die höchsten Netto-Kaltmieten in Nordsachsen angerechnet - auf Rang zwei liegen die Städte Delitzsch, Eilenburg, Oschatz und Torgau, auf Rang drei Bad Düben und die ländlichen Gebiete im Altkreis Delitzsch. Das niedrigste Preisniveau haben Wohnungen im ländlichen Raum des Altkreises Torgau-Oschatz. "Zu den für diese Aufstellung untersuchten Wohnungen zählten auch modernisierte", sagt Sozialamtsleiterin Jutta Pfennig. Das sanierungsbedingt gestiegene Mietniveau werde insofern auch im Hartz-IV-Bereich berücksichtigt.

Inwieweit Mieterhöhungen im Zuge von Modernisierungen für laufende Verträge zulässig sind, darüber macht sich der Mieterverein Leipzig Gedanken. "Wesentliche Grundlagen, was erlaubt ist und was nicht, liefert das Bürgerliche Gesetzbuch ab Paragraf 557", erklärt Rechtsberater Jan Nagel, der regelmäßig auch in Delitzsch Sprechstunden anbietet. Allerdings stoßen selbst die Profis an Grenzen: Weder in Delitzsch noch in Eilenburg gibt es einen offiziellen Mietspiegel. Und das werde sich in absehbarer Zeit wohl auch nicht ändern, da die örtliche Datenmengen recht gering seien, um daraus repräsentative Vergleichswerte ableiten zu können. © Seite 27

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.05.2013

Kay Würker und Kathrin Kabelitz

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