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Delitzsch Wolfgang Teich ist das Urgestein des Delitzscher Wochenmarktes
Region Delitzsch Wolfgang Teich ist das Urgestein des Delitzscher Wochenmarktes
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00:25 01.05.2018
Solange die Gesundheit mitspielt und die Arbeit Spaß macht, will Wolfgang Teich dem Wochenmarkt die Treue halten. Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

Lange in der Schlange stehen auf dem oft eher tristen Delitzscher Wochenmarkt? Das ist eher die Ausnahme, an einem Stand aber fast so garantiert wie die Zuverlässigkeit einer Schweizer Uhr. Bei Uhrmacher Wolfgang Teich muss man immer damit rechnen.

Uhrmacher ist zuverlässig

Nicht etwa, weil der inzwischen 75-Jährige zu langsam arbeiten würde, sondern weil er so beliebt ist. Flink behebt er so gut wie jedes Problem zwischen Ziffernblatt und Armband. Vor allem aber punktet er mit einem lockeren Spruch, vorgetragen im feinsten breiten Sächsisch der Leipziger Tieflandsbucht. Hier ist er aufgewachsen, kommt jeden Dienstag und Donnerstag aus dem Leipziger Stadtteil Lindenthal nach Delitzsch auf den Wochenmarkt. „Ich baue auch bei minus 26 Grad auf“, erinnert sich der Uhrmacher an einen eisekalten Winter, als der Delitzscher Wochenmarkt noch auf dem Roßplatz stationiert und dort auch deutlich besser besucht war. Damals kam er noch mit einem einfachen Schirm, unter den er sich mit seiner Ware und den Werkzeugen setzte. Seit rund zwei Jahren hat er nun einen eigenen komfortablen Wagen.

Handwerk in die Wiege gelegt

Das Handwerk wurde dem Kultobjekt des Delitzscher Wochenmarktes in die Wiege gelegt. Geboren wurde Wolfgang Teich in Glashütte, weltweit bekannt für Uhren. „Schon mein Vater und mein Großvater waren Uhrmacher“, erzählt der 75-Jährige, „meine Tochter hat das Handwerk zumindest gelernt.“ Nach dem Krieg verschlug es die Familie nach Leipzig. Seit bald schon 51 Jahren ist Teich Meister seines Fachs, im Juni 2019 feiert er zudem 50-jähriges Betriebsjubiläum. „Ich bin auf der Straße gelandet, aber nie unter der Brücke“, scherzt er über seinen Werdegang. Stolz ist er, dass er schon zu DDR-Zeiten mit seinem Geschäft selbstständig war. Der Laden in Lindenthal lief nach der Wende allerdings immer schlechter und Teich und seine Frau fingen an, auf Märkte zu fahren, bevor der Mann dann 1997 den Laden schloss und nur noch auf Reisen war. In so gut wie jeder Kleinstadt rund um Leipzig hat er in den vergangenen Jahrzehnten seine Zelte aufgeschlagen, heute besucht er nur noch den Delitzscher und den Leipziger Markt. Der Loberstadt hält er damit seit November 1990 als der erste Händler überhaupt die Treue. „Solange mich die Füße tragen, mache ich das“, sagt Wolfgang Teich. Auch mit 75 denkt er noch nicht ans Aufhören, da könne ihm höchstens die Gesundheit in die Quere kommen. Genug zu tun hat er auf jeden Fall.

Von Christine Jacob

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