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Delitzsch Worte überflüssig: Musik wird Taktgeber für die Integration
Region Delitzsch Worte überflüssig: Musik wird Taktgeber für die Integration
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17:46 10.05.2015
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gt - gerade weil Politik nicht die erste Geige spielte. Unter dem Motto "(Noten)Schlüssel zur Integration" hatten der Landkreis, die Sächsische Bläserphilharmonie und zahlreiche Unterstützer wie Volkshochschule, Bundesagentur für Arbeit, Sparkasse und der Kreissportbund ins Delitzscher Berufsschulzentrum eingeladen, um dort gemeinsam Musik zu machen. Rund 400 Flüchtlinge und Asylsuchende folgten dieser Einladung.

Geboren wurde die Idee erst im Dezember bei einem Gespräch zwischen Thomas Clamor, dem Chefdirigenten der Sächsischen Bläserphilharmonie, und Landrat Michael Czupalla (CDU). Er hoffe, dass diesem Tag weitere folgen werden, so Czupalla. Denn dass Integration nicht an einem Tag zu schaffen ist, war und ist wohl allen Beteiligten klar. Aber der Schritt gestern war gewaltig. Gemeinsam musizieren, gemeinsam etwas auf die Beine stellen, (Sprach)Barrieren überwinden - das glückte bei dieser Veranstaltungspremiere. "Wir sprechen in Dresden und Berlin viel über Integration", betonte der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth (CDU), "wir wissen: Sprache ist der Schlüssel dazu, die Sprache der Musik." In der weiß eigentlich jeder zu parlieren.

So wie Emanuel (14) und Daniel (16), beide aus Serbien, die in der Percussiongruppe vollkommen aufgingen, gleich die Pause durchspielten. Schon in seiner Heimat habe er Schlaginstrumente gespielt, erzählte Emanuel, hier endlich mal wieder diese Möglichkeit zu haben, sei "einfach nur toll". Vor allem die Kinder hatten Spaß am gemeinsamen Musizieren. Dass eigentlich Wirrwarr Dutzender Sprachen herrschte, war binnen Minuten vergessen. In einem Mix aus Englisch, Händen und Füßen, Brocken arabischer oder anderer Sprachen, vor allem aber mit der Universalsprache Musik funktionierte die Verständigung im Berufsschulzentrum bestens. Es lief wie erhofft: "Wir wollen ein wirkliches Willkommenszeichen senden", sagte Thomas Clamor, "heute geht es um viel Harmonie und wenig Dissonanzen." Misstöne, sofern es sie überhaupt gab, waren rein musikalischer Natur - wer kann schon binnen weniger Stunden perfekt Trompete spielen? Höhepunkt des Tages bildete am späten Nachmittag das öffentliche Konzert der Bläserphilharmonie, auch mit Musikschülern und Asylsuchenden. Abwechslungsreich und stimmungsvoll war das Programm. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hatte die Schirmherrschaft für den Tag übernommen, musste seinen Besuch beim Konzert aber leider absagen.

Für Landrat Michael Czupalla ist dieser durch und durch wohl klingende 1. Integrationstag einer von vielen Bausteinen, um die immer größer werdende Zahl an Flüchtlingen einzubinden. Schon am 23. Mai folgt der nächste Takt, wenn die Sächsische Bläserphilharmonie mit Asylsuchenden im Rahmen eines Aktionstages der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland in Torgau musiziert.

Weitere Bilder vom 1. Nordsächsischen Integrationstag unter www.lvz-online.de/delitzsch

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Jacob, Christine

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