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Zahl der Schusswaffen in Nordsachsen steigt

Aufrüstung Zahl der Schusswaffen in Nordsachsen steigt

Die Zahl der legal erworbenen Waffen, die im Privatbesitz sind, in Nordsachsen steigt weiter. Waren es im Jahr 2013 noch 10978, so registrierte die Waffenbehörde des Landkreises 2015 schon 11086 Waffen. Darunter sind 70 Prozent Lang- und 30 Prozent Kurzwaffen. Von mehr Zulauf in die Schützenvereine des Landkreises ist aber nichts zu spüren.

Es gibt mehr als 2500 Sportschützen in den 31 Schützenvereinen in Nordsachsen.

Quelle: LVZ

Delitzsch. Die Zahl der legal erworbenen Schusswaffen, die sich vor allem im Privatbesitz befinden, steigt weiter. Waren es in Nordsachsen im Jahr 2013 noch 10 978, so registrierte die Untere Waffenbehörde des Landkreises im vergangenen Jahr bereits 11 086 Waffen. Darunter sind 70 Prozent Lang- und 30 Prozent Kurzwaffen. Von einem Zulauf an Mitgliedern in den insgesamt 31 Schützenvereine im Landkreis ist aber scheinbar nichts zu spüren.

Wilfried Nauditt, Vorsitzender der Schützengilde Delitzsch, spricht von einer seit Jahren stabilen Mitgliederzahl. „Sie liegt immer so um die 50. Im Jahr 2014 gab es gar keine Neuaufnahmen, auch 2015 gab es diesbezüglich keine Anfragen.“ Ohnehin kämen die Zugänge zumeist aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis. „Natürlich schauen wir uns die Leute genau an, die zu uns kommen wollen. Wir sind ein Schießsportverein, absolvieren entsprechende Wettkämpfe. Wer daran Interesse findet, ist bei uns richtig“, so Nauditt. Die Hürden für den Erwerb einer Waffe, egal ob Lang- oder Kurz-, sind hoch. „Wer eine eigene Waffe erwerben will, muss ohnehin die Sachkenntnis, Eignung, Zuverlässigkeit, aber auch das Training und Wettkämpfe über mindestens ein Jahr nachweisen können. Um ein waffenrechtliches Bedürfnis von mir bestätigt zu bekommen, schaue ich schon ganz genau hin“, teilte der Waffenexperte mit. „Ich fühle mich da auch verantwortlich.“

Im vergangenen Jahr wurden von der Behörde insgesamt 3914 Waffenbesitzkarten (WBK) ausgestellt. Erhalten haben sie Mitglieder aus Schützenvereinen, Jäger, aber auch Erben und Waffensammler. Die Waffenbesitzkarten berechtigen lediglich dazu, die erworbenen und in die Besitzkarten eingetragenen Waffen – getrennt von der Munition – zum Ort der Verwendung, beispielsweise zum Schießstand oder zur Jagd, zu transportieren. „Die Waffenbesitzkarte berechtigt nicht zum dauerhaften Tragen der Waffe“, erklärte Ordnungsdezernentin Angelika Stoye. Wer eine Waffe ständig und auch im öffentlichen Raum geladen tragen will oder muss, der muss ein ganz besonderes Schutzbedürfnis nachweisen und einen Waffenschein beantragen. Nur elf Privatpersonen in Nordsachsen sind dazu berechtigt, nur ein Waffenschein wurde davon im vergangenen Jahr ausgestellt.

Stark gestiegen ist offenbar der Bedarf nach einem sogenannten kleinen Waffenschein. 472 davon wurden ausgestellt, 53 allein im vergangenen Jahr. 2013 lag der Gesamtbestand bei knapp 400. Der kleine Waffenschein berechtigt zum Führen von Signal-, Reizstoff- und Schreckschusswaffen. Den kleinen Waffenschein zu erhalten, ist an keine großen Bedingungen geknüpft. Eine Sachkundeprüfung ist nicht erforderlich, auch ein Bedürfnis ist nicht nachzuweisen. Wichtigste Voraussetzung: Das Mindestalter beträgt 18 Jahre, die körperliche und geistige Eignung muss vorliegen.

In Nordsachsen gibt es derzeit zehn Waffenhändler, einer weniger als 2013. Dem Schießsport können Schützen und Jäger auf 23 Schießanlagen nachgehen. Bezogen auf das Gebiet der Altkreise gibt es in Delitzsch fünf, in Eilenburg zwei sowie in Torgau und in Oschatz jeweils acht Anlagen unterschiedlicher Größe und Ausführung.

„Mitarbeiter der Waffenbehörde kontrollieren Waffenbesitzkarten-Inhaber verdachtsunabhängig, gehen aber auch gezielt Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten nach“, betonte Ordnungsdezernentin Angelika Stoye. Bei den 2015 durchgeführten insgesamt 57 Kontrollen geht es hauptsächlich um die ordnungsgemäße Aufbewahrung von Waffen und Munition. Verstöße würden sofort geahndet, zum Beispiel mit einer Geldbuße belegt. Es komme deshalb vor allem darauf an, den unberechtigten Zugriff von Dritten auf Schusswaffen und Munition zu verhindern.

Von Ditmar Wohlgemuth

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