Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Zahlreiche Besucher nutzen Tag der offenen Tür im Klärwerk Delitzsch

Zahlreiche Besucher nutzen Tag der offenen Tür im Klärwerk Delitzsch

Wenn das Klärwerk Delitzsch zum Tag der offenen Tür einlädt, wird auch so manche Zahl aus dem Becken gefischt. „Wir haben hier sicher schon mehr als 50 Schubkarren Ohrenstäbchen rausgeholt“, berichtet Ingo Klaus, Leiter des Delitzscher Klärwerkes, seinen Gästen am Samstag.

Voriger Artikel
Hickhack um Leitstelle geht weiter
Nächster Artikel
Forschungen zum Wandelaltar in Delitzscher Stadtkirche präsentiert

Werksleiter Ingo Klaus erklärt den Gästen die Anlage.

Quelle: Christine Gräfe

Delitzsch. Die kleinen Plastikstäbchen überstehen nicht selten die drei Reinigungsstufen: Sie legen sich im Rechenwerk quer, schwimmen obenauf, lösen sich nicht auf und müssen per Hand entfernt werden.

„In der Toilette heruntergespülte Hygieneartikel sind unser größtes Ärgernis“, sagt Klaus. Und so sind es auch die Errungenschaften der modernen Zivilisation, die ein Klärwerk trotz modernster Technik einfach nicht meistern kann: Im gereinigten Abwasser bleibt immer auch ein Teil Medikamentencocktail zurück. Verweiblichung bei Fischen sei aufgrund der Unmengen an Pillenhormonen ein zunehmendes Problem, erzählt Klaus.

Rund 6000 Kubikmeter Abwasser fallen in Delitzsch Tag für Tag allein bei Trockenwetter an. Kohlenstoffverbindungen, Phosphor und Stickstoff müssen raus, um wieder reines Wasser zu bekommen. „15 000 Euro Stromkosten fallen für die Klärung monatlich an“, berichtet der Werksleiter.

„Ich hatte erwartet, dass es hier richtig unangenehm riecht“, gesteht Monika Bachmann, „aber hier ist ja keine Spur von Gestank.“ Mit ihrem Mann Wolfgang, der selbst als „Mann vom Fach“ einen Sanitärbetrieb leitet, ist die Krostitzerin nach Delitzsch gekommen, um zu sehen, was nach dem Betätigen der Toilettenspülung passiert. „Aus den Augen, aus dem Sinn, das gilt nicht“, scherzt Wolfgang Bachmann.

20 Mitarbeiter des Abwasserzweckverbandes kümmern sich darum, dass aus verunreinigtem Nass wieder sauberes Wasser wird. Rund um die Uhr müssen sie aber nicht Dienst schieben: Die mechanisch-biologische Kläranlage arbeitet vollautomatisch. Los geht es mit der Reinigung im Rechenwerk, das die Grobstoffe entfernt. Essensreste, Windeln, Tampons und so manches in der Toilette versenkte Spielzeug wird dort aus dem Wasser gefischt. „Und auch Ratten, aber schon ohne Pelz“, zählt der Leiter der Anlage auf. In der biologischen Reinigungsstufe werden Stickstoff- und Phosphorverbindungen gelöst. In der Nachklärung schließlich werden der so genannte Belebtschlamm, der das Wasser mit Bakterien reinigt, und Abwasser voneinander getrennt. „Der Schlamm ist wie der süße Brei, der wird immer mehr“, sagt Ingo Klaus, der als Ingenieur für Wasserwirtschaft seit dem Start der Anlage vor

16 Jahren dabei ist und das Klärwerk wie seine Westentasche kennt.

200 Kubikmeter „süßer Brei“ täglich müssen entnommen werden und zur Aufbereitung oder zur Verbrennung nach Lippendorf gebracht werden.

Schließlich braucht das Abwasser kaum mehr als einen Tag, bis es als gereinigt wieder in den Kreislauf geleitet werden kann. Doch wenngleich auf Raumstationen mittlerweile binnen Stunden gar aus Urin wieder Trinkwasser wird – der Abwassertechnik sind, sofern sie bezahlbar bleiben soll, Grenzen gesetzt: „Bis aus Abwasser wieder Trinkwasser wird, vergehen noch einmal Jahre“, so Klaus.

Christine Gräfe

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Delitzsch
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Mit der Aktion „Angestupst“ unterstützen LVZ und Sparkasse Leipzig die Vereine der Region. Die nächste Runde läuft - jetzt mitmachen und bewerben! mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus den Städten und Gemeinden. mehr

18.08.2017 - 16:15 Uhr

Es sind mehrere Vereine deren geographische Lage in Nachbarschaft zur Pleiße sind. Das mit Pleißestädter prägte vor vielen Monaten, für seinen SV RegisBreitingen, der Autor dieser Zeilen.

mehr
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr