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Delitzsch Zecken greifen Soldaten an
Region Delitzsch Zecken greifen Soldaten an
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11:28 10.05.2017
Quelle: Chiron Behringddp
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Delitzsch

Im vergangenen Jahr mussten in der Unteroffizierschule des Heeres (USH) in Delitzsch über 200 Frauen und Männer behandelt werden, die vom gemeinen Holzbock angriffen wurden. Das Übungsgelände in Delitzsch und im Tiglitzer Forst bei Bad Düben ist auch in diesem Jahr hochgradig von Zecken befallen.

 

 

 "Ich habe den Eindruck, bei uns sind die Holzböcke besonders groß", erklärte Rainer Krebs. Der Hauptmann ist Presseoffizier, regelmäßig im Gelände unterwegs und weiß, wovon er spricht. "Sie sind eine Plage." Natürlich sei er wie auch seine Kameraden gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) geimpft. Der Virus kann Nervenerkrankungen auslösen und auch zum Tod führen. Eine Impfung gegen Borreliose, hervorgerufen von einem Bakterium, gibt es aber nicht. Eine Therapie erfolgt mit Antibiotika. Also müssen sich die Soldaten anders schützen. Etwa 3000 Männer und Frauen durchlaufen im Jahr den allgemeinen militärischen Teil der Feldwebelausbildung in Delitzsch. Ein Großteil wird davon im Gelände um die Kaserne oder im Tiglitzer Forst absolviert. Die Soldaten stehen dem winzigen Feind aber nicht wehrlos gegenüber. Eine speziell imprägnierte Flecktarn-Uniform lässt die Zecke fliehen, ehe sie sich auf der Haut festsetzen kann. "Permerthrin, ein veränderte Wirkstoff aus Chrysanthemen, ist ein Insekten- und Zeckengift, das durch den bloßen Kontakt wirkt", teilt Michael Faulde vom Zentralen Institut des Sanitätswesens der Bundeswehr mit. Das Mittel sei in einer speziellen Kunststoffschicht eingebettet und für den Menschen "völlig ungefährlich". Seit etwa zwei Jahren gibt es diese spezielle Uniform. Sie wird bereits im Werk mit dem Wirkstoff imprägniert und soll auch nach 100 Wäschen die Wirkung nicht verlieren. Die Schutzrate, verglichen mit einer herkömmlichen Uniform, soll 95,5 Prozent betragen, so Untersuchungen des Institutes. Rainer Krebs kann die Wirkung bestätigen. Doch ganz allein darauf wollen sich die Soldaten nicht verlassen. Insektenspray für die unbedeckten Hautpartien kommen ebenso zur Anwendung wie bestimmte Vorsichtsmaßnahmen in der Kleiderordnung, die das Hineinkrabbeln der Zecken verhindern. Für das regelmäßige Absuchen des eigenen Körpers sei allerdings jeder selbst zuständig, das werde nicht befohlen. Im Sanitätsbereich melden sich dann auch meist nur jene, die bereits Krankheitsymptome verspüren. "Wie viele Soldaten hier jedes Jahr gebissen werden, lässt sich unmöglich feststellen", so Krebs. Ernsthafte Folgeerkrankungen seien bislang in der Delitzscher Kaserne nicht aufgetreten. Allerdings gäbe es auch tragische Fälle in der Bundeswehr, die teils bis zur Dienstuntauglichkeiten geführt hätten. Nach einem Zeckenbiss während einer Geländeübung mit anschließender Borrelioseerkrankung klagte ein Hauptfeldwebel auf Wehrdienst-Beschädigung.

Tipps gegen Zecken finden Sie in unserem Artikel.

© Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.04.2014
Ditmar Wohlgemuth

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