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Delitzsch Zehn Jahre Delitzscher Tafel: Zahl der Bedürftigen nimmt immer mehr zu
Region Delitzsch Zehn Jahre Delitzscher Tafel: Zahl der Bedürftigen nimmt immer mehr zu
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00:31 19.06.2015
Mitarbeiter der Delitzscher Tafel verteilen an die Gäste der Jubiläumsfeier Getränke. Als Geschenk können sie zudem T-Shirts und Kosmetik mit nach Hause nehmen. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Delitzsch

Dazu hatten sich die Tafel-Mitarbeiter unter Leitung von Vereinschefin Jutta Faak einiges einfallen lassen.

Die Vorsitzende war zum eigentlichen kleinen Fest in Delitzsch nicht anwesend, weil sie sich im Interesse der Bedürftigen beim Bundes-Tafel-Tag weiterbildete. Sie wusste jedoch alles bestens vorbereitet. Ihre rechte Hand Marion Reißig sorgte am Montagnachmittag mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Kollegen, einer Abordnung des Schkeuditzer Logistikunternehmens DHL und der Delitzscher Schlosswache für eine gelungene Veranstaltung, zu der über 100 Frauen, Männer und Kinder kamen. Üblicherweise werden bis zu 300 Bedürftige betreut. Wie aus dem Kreis der Besucher zu erfahren war, ist selbst die Fahrkarte, um für die kleine Feier nach Delitzsch zu gelangen, für manchen Tafel-Kunden der pure Luxus. Jene Besucher, die es nach Delitzsch schafften, bekamen kleine Geschenke, konnten sich übers gespendete Duschbad und T-Shirts freuen. Natürlich gab es reichlich zu essen und zu trinken. Es wurde viel miteinander geredet.

Seit gut neun Jahren besucht Renate Viebe die Delitzscher Tafel. "Eigentlich jeden Donnerstag", erklärte die 62-Jährige. "Das spart unheimlich." Für zwei Euro erhalten die Bedürftigen meist einen Warenkorb im Wert von etwa zehn Euro. "Mal kommen wir bis zum nächsten Donnerstag hin, meistens reicht es aber nicht", erklärte Marion Rüdiger (50). Warum das so ist, wissen die beiden genau. "Das kommt immer darauf an, was die Tafel an Spenden bekommt. Ist es viel, bekommen wir auch mehr." Besonders freuen sich die beiden Tafel-Kunden, wenn Fleisch und Wurst in den Körben zu finden ist. "Da lässt sich schon eine ordentlich Mahlzeit herstellen. Wenn wir es kaufen müssten, wäre das Geld deutlich schneller alle." Nicht auszudenken wäre die Lage für die Familien der beiden Frauen, wenn sie die Tafel nicht hätten. "Da hätten wir ein wirklich ernstes Problem. Wir sind wirklich darauf angewiesen und wissen auch die Arbeit der Tafel sehr zu schätzen."

Vereins-Chefin Jutta Faak spürte in den vergangenen Jahren deutliche Veränderungen. Zum einen sei die Zahl der Bedürftigen, jene, die die Tafel für den Lebensunterhalt dringend brauchen, angestiegen, zum anderen sei aber die Spendenbereitschaft bei Produzenten und Supermärkten rückläufig. Der Aufwand, Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse für die Tafel zu bekommen, steige zudem stetig. "In der Region haben wir vor allem wenig Produzenten, von denen wir Produkte erhalten können", erklärte Jutta Faak. Sie erhoffe sich neben mehr Unterstützung von Stadt und Land vor allem ein Umdenken in der Gesellschaft. Die Tafel sei "nicht irgendein Verein. Wir haben es mit hilfebedürftigen Menschen zu tun", betonte sie. Die Jubiläumsfeier mit Unterstützern findet indes am 14. September statt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Von Ditmar Wohlgemuth

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