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Delitzsch Zhi Wei Kok mischt am liebsten Rezepturen
Region Delitzsch Zhi Wei Kok mischt am liebsten Rezepturen
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20:05 15.07.2010
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. Denn im Rahmen eines Studentenaustausches absolviert dort gegenwärtig Zhi Wei Kok aus Singapur ein vierwöchiges Praktikum.

Vor zwei Jahren besuchte der Student schon einmal als Tourist Deutschland. Er war in Berlin und in Dresden und irgendwie habe er sich in dieses Land und speziell in Sachsen etwas verliebt, erzählt Zhi Wei Kok, warum es ihn jetzt nach Delitzsch verschlagen hat.

Sein Hiersein hat aber noch einen anderen, eine handfesten fachlichen Grund, denn er will das deutsche Apothekenwesen kennenlernen. In seiner Heimat gebe es nämlich Apotheken nur in Krankenhäusern und Polikliniken sowie drei große Ketten, die aber außer Medizin auch noch eine Menge andere Waren verkaufen würden, berichtet der 24-Jährige. Öffentliche Apotheken mit pharmazeutischer Betreuung für Kunden und Patienten wie wir sie in Deutschland kennen, sind für Kok Neuland. Deshalb wollte er unbedingt in einer solchen privaten Apotheke ein Praktikum absolvieren.

Über das Students Exchange Programm (SEP) wurde das möglich. Und zu Apothekerin Andrea Kohn fand er wohl auch, weil deren Tochter Caroline wie Kok Pharmazie studiert und beabsichtigt, ab September in Singapur zu praktizieren. Drei der vier Studienjahre hat Kok an der National University of Singapur bereits geschafft.

Das Praktikum in Delitzsch ist freiwillig und er absolviert es aus fachlichem Interesse. „Er ist bei uns im normalen Tagesgeschäft integriert. Er lernt unter anderem unser Qualitätsmanagement, die Betäubungsmittelkartei, die Protokollführung für Rezepturen und das Computersystem kennen", erklärt die Inhaberin der Rosenapotheke. „Das Computersystem ist sehr gut und das Apothekenwesen in Deutschland sehr klar strukturiert", fasst Zhi Wei Kok seine bisherigen Erfahrungen zusammen.

Besonders überrascht ist er, dass hier Rezepturen wie Salben, Tinkuren oder Cremes vom Apotheker selbst hergestellt werden. „In Singapur gibt es ausschließlich fertige Medikamente zu kaufen. Nur im Studium ist das Mixen von Rezepturen Bestandteil", erklärt der asiatische Praktikant. Da wundert es nicht, dass er diese Tätigkeit

in der Apotheke

ganz besonders ins Herz geschlossen hat.

Für die Zeit seines Praktikums hat Gastgeberin Kohn ihm eine Ferienwohnung in der Beerendorfer Straße gemietet. Er soll hier möglichst viel mitbekommen. Und dazu hatte er bereits reichlich Gelegenheit, denn als er eintraf, feierte die Loberstadt das Peter-und-Paul-Fest, das ihm sehr gefallen habe. Gleiches berichtet er vom Barockschloss.

Und wenn er über Delitzsch spricht, fällt immer wieder das Wörtchen „niedlich". Damit ist die Bauweise mit vielen kleinen Häusern gemeint, denn in Singapur dominieren Wolkenkratzer. Eine Pizzeria um die Ecke bezeichnet Kok als das „perfekte Restaurant",

weil er es gewohnt ist, „dreimal am

Tag warm zu essen. Deutsche Speisen sind sehr schmackhaft. Als Erstes

habe ich mir hier Würstchen und Kartoffelsalat gekauft", verrät er mit dem typischen asiatischen Lächeln im Gesicht.

In der verbleibenden Zeit wird der Singapurer noch eine Menge von Deutschland sehen, denn Andrea Kohn und ihre Familie wollen mit ihrem Gast noch nach Dresden, zur Landesgartenschau in Aschersleben und an die Ostsee.

Thomas Steingen

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