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Zittern in Pohritzsch: Nachtfröste machen Süßkirschen-Blüte zunichte

Landwirtschaft Zittern in Pohritzsch: Nachtfröste machen Süßkirschen-Blüte zunichte

Temperaturen um den Gefrierpunkt, vereinzelt sogar Schneeflocken und Regen – in diesem Frühling macht der April wirklich was er will und spielt ein bisschen Winter. Doch wie kommen die damit zurecht, die im Frühling eigentlich so richtig ackern wollen? Die Bauern haben Vor- und Nachteile mit diesem Aprilwetter.

Blühende Süßkirschen-Bäume (Symbolfoto).

Quelle: dpa

DELITZSCH. Wenn der April macht, was er will und sich als Wintermonat ausgibt, geht das nicht nur Otto Normal auf den Geist: Die Bauern haben gerade auch ganz schön an den Wetterkapriolen zu knapsen. Aber sie haben auch Vorteile.

„Grobe und große Schäden sind noch nicht feststellbar“, berichtet Christine Richter, Geschäftsführerin des Bauernverbandes. Scheinbar ist die Region noch gut weggekommen, genaue Folgen ließen sich erst in ein paar Tagen konkreter ausmachen. Sorge allerdings macht den hiesigen Landwirten die Frage, wie lange sich dieses Fröstelwetter noch halten wird – bei den Rüben schauen die zarten Pflanzen bereits, auch Erbsen und erst recht der Raps sind aus dem schützenden Boden raus. Damit besteht das Risiko, dass sie deutlich Schaden nehmen. Eine Gefahr für den Ernteerfolg sieht man beim Bauernverband allerdings noch nicht.

Obstbauern klagen über Schäden

Auf den Plantagen des Obsthofes in Pohritzsch haben „Otto“ und „Peter“ ihre Spuren deutlich hinterlassen. Die beiden Tiefdruckgebiete sorgten dafür, dass Luft polaren Ursprungs auch unsere Region erreichte. „Die Nachtfröste haben Schaden angerichtet. So viel ist sicher“, sagt Martin Weber, Geschäftsführer des Obsthofes. Wie hoch der Verlust ist, könne er aber jetzt noch nicht sagen. „Für die Blüten der Süßkirschen war es definitiv zu kalt“, stellt er nüchtern fest. Dabei habe das Team des Obsthofes wirklich alles unternommen, um die Blüten vor den eisigen Temperaturen zu schützen. Die Pohritzscher griffen dabei nicht auf die Methode zurück, die anderen Orts, insbesondere im Brandenburgischen oder im Alten Land bei Hamburg praktiziert werde. Dort beregnet man die Bäume. Der Eispanzer legt sich um die Blüte und schützt sie so. „Für uns wäre das Verfahren viel zu kostenintensiv. Für einen Hektar bräuchte man etwa 30 Kubikmeter Wasser. Wir haben aber rund 100 Hektar“, rechnet der Geschäftsführer vor. Die Pohritzscher bevorzugen deshalb das Vernebeln der Plantagen. Dazu werden Räucherkerzen in die Reihen gestellt und angezündet. Der Nebel bildet eine Art Isolierschicht, verhindert, dass der Boden auskühlt und die Strahlungsfröste durchdringen können. Diese Methode hat sich seit Generationen bewährt. „Vollständig verhindern, dass die Blüten Schaden nehmen, kann man aber auch so nicht. Aber wir können ihn zumindest begrenzen“, hofft Martin Weber. Wenn das Wetter in den nächsten Wochen mitspielt, könnte Anfang Juli der Erntestart bei den Kirschen erfolgen. „Dann werden wir genau sehen, was der Frost angerichtet hat.“

Wetter hat auch Vorteile

Was dagegen bei den jetzigen Wetterbedingungen sehr gut funktioniert ist das Düngen. Die Bedingungen, die der launische April geschaffen hat, sind ideal. Vom 1. November bis 31. Januar gilt dafür eine Sperrfrist, seit Februar dürfen wieder Gärreste und flüssige Düngemittel ausgebracht werden. Dabei muss aber gewährleistet sein, dass die Gülle in den Boden dringt, dieser muss also mindestens angetaut sein. Ein bisschen Bodenfrost macht die Arbeit ideal, in einem frostfreien und damit weichen Boden könnte die rund 25 Tonnen schwere Technik einsinken. Noch dazu würde jeder Traktor unnötig Dreck auf die Straßen schleppen, bei Frost wird das minimiert. Ist der Boden so wie jetzt wieder in der Nacht angefroren, wird noch dazu der Acker insgesamt geschont.

Und eines weiß jeder Landwirt: Sein Job wird immer wetterabhängig sein. So machen die Bauern das Beste draus.

Von Christine Jacob und Ditmar Wohlgemuth

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