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Delitzsch Zoff an Montessori-Grundschule Zwochau
Region Delitzsch Zoff an Montessori-Grundschule Zwochau
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00:19 01.07.2017
St. Martin Grundschule pro Montessori in Zwochau. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Zwochau

In der St. Martin Grundschule pro Montessori in Zwochau, der einzigen freien Schule im westlichen Teil von Nordsachsen, brodelt es offenbar gewaltig. Und das nicht erst, seitdem erste Informationen an die Öffentlichkeit geraten sind. Während der dreiköpfige Vorstand des Trägervereins davon ausgeht, alle die Schule betreffenden Probleme im Griff zu haben, geht die Elternschaft und womöglich auch ein Teil des pädagogischen Personals davon aus, dass das nicht so ist. Die Angst der Eltern, die Schule könne nicht mehr das leisten, wofür sie eigentlich da ist, scheint groß. Sie machen das unter anderem an der hohen Fluktuation des Lehrerbestandes, aber auch an der Einmischung des Vorstandes in pädagogische Angelegenheiten fest. Eltern suchten darauf das Gespräch mit dem Trägervereinsvorstand. Bis jetzt mit wenig Erfolg.

Eltern äußern Kritik

Der Konflikt spulte sich aber in den vergangenen Wochen so hoch, dass der Vorstand drei Schulverträge „aus wichtigem Grund“, wie es hieß, fristlos kündigte und den betroffenen Kindern den Zutritt zum Schulgelände untersagt. Mittlerweile läuft ein Rechtsstreit. Betroffene Eltern, die offen Kritik übten, wollen die Kündigungen nicht akzeptieren, wollen, dass ihre Kinder dort weiter unterrichtet und betreut werden. „Weil es eine sehr gute Schule ist, die Kinder gern hierher gehen“, sagte die Mutter eines der Kinder. Auf Grund des laufenden Verfahrens will sie unbenannt bleiben. Sie hofft, dass sich der aufgebrochene Konflikt wieder glätten lässt.

Vorstand: Schule ist gut aufgestellt

Dem Vorstand gehören nur noch Anne Pollock, Mathias Friedel und Yvonne Piechulla an, vier weitere Mitglieder haben sich zur Wiederwahl im April nicht mehr aufstellen lassen. Ein Mitglied ist aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden.

Aus Sicht des Trägervereinsvorstandes ist die Schule durchaus gut aufgestellt. Im nächsten Jahr wird eine vierte Lerngruppe aufgemacht, die Zahl der Schüler wird auf 60 steigen. „Wir sehen darin eine Kontinuität der guten Arbeit“, hieß es übereinstimmend aus der Vorstandsrunde. Was die Lehrerfluktuation anginge, fand Anne Pollock eine Begründung: „Viele junge Lehrerinnen sehen ihre Anstellung hier als Sprungbrett und wechselten, wenn sie ein neues Angebot bekommen, obwohl wir nicht schlecht zahlen.“ Auch vermutet der Vorstand, dass einzelne Lehrerinnen nicht mit der Forderung des Vorstandes zurecht kämen, das pädagogische Konzept der Schule Pro Montessori strikt umzusetzen. Es setze viel Eigeninitiative und Engagement des Personals voraus. Auch deshalb hätten Lehrerinnen gekündigt. Zumindest sei, so sagt Anne Pollock, mit Beginn des neuen Schuljahr die Lehrersituation geklärt, vier Neueinstellungen werde es geben. „Wir wollen sogar zusätzliche Kurse wie Französisch, auch spanische Küche oder kreativ philosophieren anbieten“, ergänzte Yvonne Piechulla.

Eingriff in Kompetenzen

Dass Elternsprecher dennoch Kritik an der Arbeit des Vorstandes übten, könne der gar nicht verstehen. Die Eltern finden zum Beispiel, dass pädagogische Entscheidung, aber auch der Personaleinsatz und die Stundenverteilung grundsätzlich bei der Schulleitung liegen, der Vorstand lediglich unterstützend wirken sollte. Der Vorstand sieht darin allerdings einen Eingriff in seine Kompetenzen.

Von Ditmar Wohlgemuth

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