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Zoff ums Schulze-Delitzsch-Haus: Ex-Präsident schießt gegen OBM Wilde

Genossenschaftshaus Zoff ums Schulze-Delitzsch-Haus: Ex-Präsident schießt gegen OBM Wilde

Hahnenkämpfe, Arroganz und Streit. So soll es zuletzt hinter den Kulissen der für das Schulze-Delitzsch-Haus zuständigen Gesellschaft ausgesehen haben. Unerwartet war deren Verbandspräsident Dietmar Berger Mitte April zurückgetreten. Nun erhebt er schwere Vorwürfe gegen den Delitzscher Oberbürgermeister.

Ein Bild aus besseren Tagen: OBM Manfred Wilde und Dietmar Berger (von links) im Rahmen einer Veranstaltung im Schulze-Delitzsch-Haus in trauter Runde.

Quelle: Alexander Bley

Delitzsch. Wie weiter im und um das Schulze-Delitzsch-Haus? Derjenige, der Jahrzehnte federführend daran gearbeitet hat, fehlt künftig. Es war ein Paukenschlag, als Dietmar Berger, fast 20 Jahre lang der Vorsitzende der geld- und ideengebenden Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft, am 14. April hinschmiss. Am Abend vor dem Delitzscher Gespräch, der ruhmreichen Reihe in Genossenschaftskreisen, warf einer der wichtigsten Männer hinter den Kulissen die Brocken hin. Der Stadt gehört zwar das Gebäude, das Geld kommt aber zum größten Teil von der Gesellschaft, Verbänden und von ihnen eingeworbenen Spenden. Nun erklärt Berger, warum er hinschmiss und erhebt Vorwürfe gegen den Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos).

Er sei vom OBM „zurückgetreten worden“. Was die Gesellschaft „lange und beharrlich gesät“ habe, wollten nun andere ernten. Ausgebrochen ist der Zoff mit der Bewerbung um die Anerkennung der Genossenschaftsidee als immaterielles Weltkulturerbe, schildert der 65-Jährige in einer mehrseitigen persönlichen Erklärung. „Bereits im August 2011 hatten Dr. Wilde und ich die

Dietmar Berger hat die Brocken hingeworfen

Dietmar Berger hat die Brocken hingeworfen.

Quelle: Manfred Lüttich

Überlegung diskutiert, die Genossenschaft im weitesten Sinne ins Gespräch für das Weltkulturerbe zu bringen“, berichtet Dietmar Berger. Einige Arbeit hinter den Kulissen später wurde im August 2013 ein länderübergreifender Antrag bei den jeweiligen Wissenschaftsministerien in Sachsen und Rheinland-Pfalz, Heimat von Raiffeisen, beschlossen. „Gleichzeitig wurde vereinbart, dass unsere Gesellschaft die Koordination der Antragstellung übernimmt“, betont Berger. Schließlich im Dezember 2014 die gute Nachricht: Die Genossenschaftsidee wird in die deutsche Liste aufgenommen und der UNESCO für die internationale Liste des immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen – als erster und einziger deutscher Vorschlag. „Seit wir die Nachricht erhalten haben, ist die Gesellschaft nicht mehr das, was sie war. Hahnenkämpfe beschreiben die Situation treffend.“ Die treibende Kraft sei der OBM. So habe der schon am Tag der frohen Kunde seine erste Aktion gestartet und erklärt, dass alle Presseanfragen und Interviewwünsche über ihn gehen. Der OBM sei auf den Ruhm aus.

Streit auch um die Schulze-Delitzsch-App

Ähnlich habe es sich auch mit der App „Auf den Spuren von Hermann Schulze-Delitzsch“ verhalten, die am 22. Mai vorgestellt wird. Der Vorschlag sei ursprünglich von ihm gekommen, so Berger. Das Kostenargument „zu teuer“

Manfred Wilde wird vorgeworfen, den Erfolg anderer zu ernten

Manfred Wilde wird vorgeworfen, den Erfolg anderer zu ernten.

Quelle: Wolfgang Sens

habe die Gesellschaft mittels Spenden gelöst. „Dann war das Konzept nicht gut genug, dann kündigte man ohne Rücksprache mit mir den Vertrag mit unseren Museumsgestalterinnen und und und.“ Im UNESCO-Antrag sei der „Rundweg“ beschrieben. „Die Aktion wird nun aus dem Rathaus und mit unserem Geld gesteuert“, ärgert sich der Ex-Verbandspräsident.

Manfred Wilde erklärt auf Anfrage, dass er keinen Kommentar zur persönlichen Erklärung Bergers abgibt. Er begrüße aber, dass ein Neuer – Axel Viehweger – den Vorsitz habe. „In seinen Händen sehe ich meine Arbeit auch für die Zukunft gut aufgehoben. Wenn er sich durchsetzt und gegen die Vereinnahmung der Gesellschaft durch Dritte wehrt“, so Berger. Allen bleibt die Hoffnung, dass im Dezember 2016 die Genossenschaftsidee zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt wird.“

 

Von Christine Jacob

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