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Zschernitzer Ex-Mittelschule: Nach Leerstand droht Zwangsversteigerung

Haus der gescheiterten Ideen Zschernitzer Ex-Mittelschule: Nach Leerstand droht Zwangsversteigerung

Es steht seit Jahren leer und ist auch nicht mehr in einem besonders guten Zustand – das Haus der kleinen Engel in Zschernitz. Eine exponierte, weithin bekannte Immobilie. Sie wartet auf eine Wiederbelebung, doch die bisherigen Versuche sind gescheitert, bevor sie richtig spruchreif wurden. Was hat die Gemeinde Wiedemar mit dem Gebäude vor?

Die Natur holt sich ein Stück zurück. Rings um das Haus der kleinen Engel in Zschernitz wuchert das Unkraut. Seit 2009 steht das Haus leer.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Zschernitz. "Wir würden das Haus lieber heute als morgen einer neuen Nutzung zuführen", erklärt Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos). Gespräche mit Interessenten wurden reichlich geführt, zu einer Lösung sind die beteiligten Partner aber bislang nicht gekommen.

Einst diente das Haus an der Doberstauer Straße als Mittelschule. Mit deren Schließung 2003 begann die Odyssee. Das Projekt eines Mehrgenerationenhauses wurde gestartet, dafür der Verein Nathanael, Haus der kleinen Engel, gegründet. Der sah sich dann gar dem Vorwurf ausgesetzt, er sei eine Sekte. 2007 begann der Umbau des Gebäudes. 490000 Euro aus dem europäischen Fördermittelprogramm Leader plus flossen in das Vorhaben, das sich der Betreuung von Kindern, Jugendlichen und Senioren widmen sollte. Der Ansatz, junge und ältere Menschen zusammenzubringen, war innovativ und fand bei den Geldgebern offene Ohren. Es ging vor allem um Dienstleistungen rund um Familien mit Kindern. Auch Plätze für Tagesmütter sollte es geben. Der Gemeinderat der ehemaligen Gemeinde Neukyhna fand das Vorhaben ebenfalls interessant und gab mit seinen Beschlüssen, mit Stimmenmehrheit gefasst, grünes Licht, bewilligte sogar die Aufnahme eines Extra-Kredites in Höhe von 100.000 Euro durch den Verein. Der hatte das Grundstück auf Basis eines Erbbaupachtvertrages erworben.

Nach nur einem Jahr meldete der Verein aber Insolvenz an, stellte die Arbeit ein und hinterließ einen riesigen Berg Schulden. Als Grund für das Scheitern wird vom Verein unter anderem das Nichteinhalten von Versprechungen eines Sponsors angegeben. Ein Insolvenzverwalter übernahm das Ruder, kümmerte sich zeitweilig um die Vermarktung der Immobilie. Erfolgreich war er nicht. Das Haus ging zurück an den Verein, doch den gibt es nicht mehr. Nächster Anlauf: Das Amtsgericht Eilenburg setzte eine Nachlasspflegerin ein. Sie sollte die Werte zu sichern, eine Gefährdung ausschließen. Bei allen guten Ansätzen, das Haus weiter zu nutzen, erwies sich jedoch der Erbbaupachtvertrag als eine zu hohe Hürde bei der Finanzierung neuer Vorhaben.

Vielversprechend klang Mitte 2014 die Nachfrage des Kinderhauses in Gärtitz, einer privat geführten Einrichtung in der Nähe von Döbeln. Die Betreiber machten ihr Engagement für eine Zweigstelle vorrangig vom Bedarf einer solchen Einrichtung im ländlichen Raum abhängig. "Wir haben uns nur unverbindlich erkundigt", hieß es damals. Das Vorhaben wurde ebenso wenig umgesetzt wie der Umbau des Hauses, bei dem altersgerechte Wohnungen entstanden wären.

Erst jüngst hat sich eine kirchliche Organisation das Haus in Zschernitz angeschaut, war auch mit einem Architekten vor Ort unterwegs. Es hieß, das Haus könnte ein Heim für Demenzkranke werden. Auch diese Idee verlief im Sande. Wohl auch deshalb, weil beim Rundgang erhebliche Schäden vor allem an der Heizungsanlage festgestellt wurden und die Investitionen wohl den Rahmen des Möglichen überschritten hätten.

Und nun? "Es gibt immer mal wieder Nachfragen", berichtet Bürgermeisterin Möller. Jetzt macht es den Anschein, als wolle die Sparkasse Leipzig dem Drama um das Haus ein Ende setzen. Schließlich hat sie einen Kredit über 100.000 Euro ausgereicht. Nach LVZ-Informationen steht eine Zwangsversteigerung bevor.

Ditmar Wohlgemuth

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