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Zschortauer Altar wird 500 Jahre alt

Jubiläum Zschortauer Altar wird 500 Jahre alt

Alle reden vom Lutherjahr und 500 Jahren Reformation. In Zschortau hat das Jahr aber noch eine andere Bedeutung, denn vor 500 Jahren wurde in der Kirche der vierflügelige Altar aufgestellt. Das wird bald groß gefeiert. Doch erstmal wartet noch eine besondere Aufgabe.

Gerüst, Staubwedel, Staubsauger gehören zu den Instrumenten einer solchen Wartung.

Quelle: Wolfgang Sens

ZSCHORTAU. Vor 30 Jahren hat Manfried Eisbein schon mal hier halb über einem Gerüst gehangen und mit einem Staubwedel hantiert. Heute schwirren drei Kollegen um den Mann vom Landesamt für Denkmalpflege herum, Staubsauger tönen durchs Kirchenschiff und der Pfarrer dokumentiert mit seiner Kamera. Der Altar von 1517 in der Kirche Zschortau wird gewartet. Die vierflügelige Holzkonstruktion in der Dorfkirche war 1986 seine erste Arbeit zum Berufsstart, erzählt Restaurator Manfried Eisbein. Jetzt, mit 61 Jahren, ist es für ihn allmählich an der Zeit, an die Rente zu denken. Mit seinen 500 Jahren ist der Altar gut erhalten und hat bei guter Pfleger noch viele Jahre vor sich.

Staub ist das Schlimmste

„Das ist wie bei einem Auto – um größeren Schäden vorzubeugen, wartet man regelmäßig“, erklärt Manfried Eisbein die Arbeiten. Im Abstand von fünf Jahren wartet man einen Altar. Seine Kolleginnen Roswitha Drechsel und May Schoder sind gerade dabei den Staub zu entfernen. Es sieht nach normaler Putzorgie aus: Mit dem Staubsauger stehen sie auf dem Gerüst am Altar und ziehen Bahn für Bahn den Staub ab. Doch die Arbeit ist weniger rabiat als sie auf den ersten Blick noch wirken mag – mit feinen Wedeln und Pinseln wird der Staub ganz vorsichtig vom Altarholz in den Staubsauger gewischt, der selbst berührt den Altar in keinem Fall. Einen Altar reinigen, das kann nicht jeder machen. Die Arbeit ist Sache von Fachleuten, die bei jedem Handgriff peinlich genau auf das 500 Jahre alte Stück achten, bestehende oder keimende Schäden erkennen und entsprechend korrigieren können. Oliver Dietze steht gerade mit einer Art Tuschkasten auf der Leiter an einer der acht Tafeln, von der jede eine Geschichte erzählt und nimmt leichte Anpassungen bei winzig klein abgeplatzten oder anderweitig beschädigten Farben in den Bildern vor. Spinnweben seien ein optisches Manko, sagen die Restauratoren, Staub sei gefährlich. Die heutigen Umweltbedingungen und der Klimawandel sorgen in fast allen Kirchen gerade für ein verstärktes Schimmelwachstum. Staub ist der ideale Nährboden dafür.

Feier am 6. Mai

Beim Zschortauer Schnitzaltar sieht alles gut aus nach diesem Tag der Wartung. Bei seiner Entstehung vor 500 Jahren sei der Altar ein für die Region normal und typisch gewesen. Heute dagegen nehme er einen besonderen Stellenwert ein, da seine schöne Malerei so nicht mehr alltäglich ist und die Plastikskulpturen weitgehend vollständig erhalten sind. Das Schnitzwerk des Wandelaltars besteht aus 15 detailgetreuen Figuren. Und in Dresden steht bereits die Marienfigur, die zu einer Kreuzigungsgruppe gehörte, die den Abschluss des Altars bildete. Die Figur muss umfangreich gereinigt werden, weil sie stark mit einem Holzschutzmittel kontaminiert ist. Und ihre linke Hand muss neu angesetzt werden. Für die mindestens 3600 Euro teuren Arbeiten sammelt die Zschortauer Gemeinde gerade Spenden.

Die Wartungs- und damit Reinigungsarbeiten am Altar waren nun auch in Hinblick auf das Jubiläum angesetzt. Am Samstag, dem 6. Mai, gibt es ein Gemeindefest zum 500. 14 Uhr beginnt die Andacht, es folgen Kirchen- und Orgelführungen, sowie Turmbesteigungen. Im Pfarrhaus wartet eine Ausstellung zu Umbau und Sanierung.

Von Christine Jacob

Zschortau, Lindenstraße 51.4793493 12.3596929
Zschortau, Lindenstraße
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