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Delitzsch Zu viele Lkw in Rackwitz: Gemeinde will neue Verkehrszählung
Region Delitzsch Zu viele Lkw in Rackwitz: Gemeinde will neue Verkehrszählung
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00:35 10.05.2018
An dieser Kurve nahe der Bushaltestelle in der Leipziger Straße gibt es bereits ein Stück Mittelmarkierung. Und es sieht eng aus für den Container-Lkw. Quelle: Heike Liesaus
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Rackwitz

Gefährlich und gar zerstörerisch: So empfinden die Anwohner der Leipziger Straße in Rackwitz den Lkw-Verkehr, der vor ihren Haus- und Gartentüren, der an ihren Fenstern vorbeirollt. Die Straße sei dafür gar nicht ausgelegt. Oft müssen Laster auf den Fußweg ausweichen. Die Anlieger Sonja Scheitler und die Familie Rodenhausen verfassten vor zwei Monaten eine Petition, 55 Nachbarn unterzeichneten. Die Gemeinde hat nun geprüft und ausgewertet. Die Ergebnisse wurden dieser Tage vorgestellt. Was kann die Gemeinde tun, was nicht? „Die Forderung, Lkw aus der Straße zu verbannen, wird sich nicht erfüllen lassen“, stellte Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) fest. Aber es soll unter anderem unterbunden werden, dass Schwerlastfahrzeuge auf Fußwege fahren.

Vorwegweiser und Kreuzungsausbau

Die Auseinandersetzungen um den Lkw-Verkehr laufen schon lange: Bereits vor zehn Jahren waren die Anwohner auf die Barrikaden gegangen. 2011 hatten sie dann eine Petition an den Landtag geschickt. Danach wurde das Tempo für Lkw auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt, gab es eine Vorwegweisung ins Gewerbegebiet Rackwitz aus Richtung B 2. Das Ziel: Die Transporte aus dieser Richtung an der Leipziger Straße vorbei zu lenken. Der Vorwegweiser ist inzwischen wieder weg. Das Tempolimit für die Lkw noch da. „Dass es oft nicht eingehalten wird, steht auf einem anderen Blatt“, so Schwalbe, der sich gegen den Vorwurf wehrte, die Gemeinde habe in all der Zeit nichts unternommen. Auch er sei dafür, dass die Vorwegweisung näher an Leipzig installiert wird und sei dazu mit der Pleißestadt im Gespräch. Ebenfalls Dauerthema: Der Ausbau der Kreuzung B 2/Buchwalder Straße, von dem sich Entlastung versprochen wird. Das Straßenbauamt Leipzig sei auch daraufhin immer wieder angesprochen worden. Nun sollen die Vorplanungen im Spätsommer abgeschlossen werden, könne das Planfeststellungsverfahren im nächsten Jahr beginnen. Was jedoch kein Grund ist, auf schnelle Umsetzung zu hoffen, dämpfte Schwalbe: „Es gibt Verfahren, die nach ein bis zwei Jahren abgeschlossen sind, andere laufen zehn Jahre.“

Ausweichrouten

Die Verwaltung habe auch mit den Rackwitzer Unternehmen gesprochen, deren Kraftfahrzeuge die Trasse benutzen. Sie mögen breiter erscheinen, aber bis auf eins sind sie nicht mehr als 2,55 Meter breit. Das Größere werde auch in der Regel nicht durch den Ort geschickt. Aber selbst dafür hätte es eine Sondererlaubnis. Was kann die Gemeinde tun? „Aktuell läuft eine erneute Verkehrszählung. Wir werden das noch einmal wiederholden, wenn die Mautsäule in Betrieb gegangen ist. Das interessiert uns auch, wie sich das auswirkt“, so Schwalbe. Denn ab 1. Juli wird die Lkw-Maut auch auf Bundesstraßen gelten, dann ist zu befürchten, dass verstärkt Ausweichrouten genutzt werden.

Mittelmarkierung und Hindernisse

Auch ein Vorschlag der Verkehrsbehörde soll umgesetzt werden: Offenbar haben die Fahrzeugführer Probleme, einzuschätzen, wie viel Platz sie auf ihrer Spur haben. Die Straße ist 5,5 Meter breit. Sie sei damit eigentlich ausreichend dimensioniert. Deshalb soll eine Mittelmarkierung angebracht werden. Auch der Aufbau von abbremsenden Hindernissen wird in Betracht gezogen. „Ein Lkw-Durchfahrtsverbot ist durch den Straßenausbauzustand nicht zulässig“, so Schwalbe. „Wir als Gemeinde dürfen es nicht. Und die Straßenbehörde – deren Stellungnahme dazu liegt uns bereits vor – wird es auch nicht tun.“

Von Heike Liesaus

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