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Delitzsch Zu wenig Kinder: Kindergarten in Badrina droht das Aus
Region Delitzsch Zu wenig Kinder: Kindergarten in Badrina droht das Aus
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12:06 19.02.2018
Wenn langfristig zu wenig Kinder die Einrichtung besuchen, rechnet sich das für den Träger nicht mehr (Symbolbild). Quelle: dpa
BADRINA

Der Kindergarten in Badrina wird zum Sorgenkind in der Gemeinde Schönwölkau. Derzeit muss ein Teil der Kinder aus der Kita „Zum Storchennest“ die anderen Einrichtungen des DRK in der Kommune besuchen. Hintergrund ist ein Personalengpass. Die Leiterin des DRK-Kitastandorts Schönwölkau mit seinen drei Einrichtungen hat das Unternehmen zudem verlassen, eine Ausschreibung der Stelle blieb bislang erfolglos. Vor allem aber: Der Standort insgesamt läuft deutlich unter Kapazität. Über Folgen wie die Schließung einer Kita muss nachgedacht werden.

Vier Kitas gibt es in der Gemeinde Schönwölkau, drei davon in Trägerschaft des DRK. Die bis dahin kommunale Kindertageseinrichtung Schönwölkau wird seit dem 1. April 2011 von diesem freien Träger geführt. Doch die drei Standorte in den Ortsteilen Hohenroda, Brinnis und Badrina sind inzwischen insgesamt seit Längerem nicht ausgelastet, wie DRK-Vorstandsvorsitzender Christian Wolff erklärt. „Von 132 Plätzen in Summe sind derzeit nur 106 belegt“, präsentiert er die Zahlen. Von Platznot und Wartelistengehangel, wie es Delitzscher Eltern umtreibt, kann in Schönwölkau keine Rede sein. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sind Konsequenzen nötig. Vor allem die Kita Badrina ist regelrecht zu winzig: Neun Kinder besuchen die Krippe, zehn Knirpse – zuletzt waren laut DRK nur sechs da – gehen in den Kindergarten. Zwei Erzieher insgesamt kümmern sich um die Krippen- und Kindergartenkinder. Allerdings ist es aufgrund von Krankheit zum Personalengpass gekommen – die Knirpse aus dem Kindergarten besuchen zeitweise die Kitas in Hohenroda und Brinnis. Andere Aufgaben werden über Personal-Leasing bewerkstelligt. Der Notfallplan für die kleinste Kita hat gegriffen. Dies sei, so informierte der Schönwölkauer Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU), den Eltern mitgeteilt worden. Eine vorübergehende Schließung der Einrichtung sei nicht auszuschließen, so der Bürgermeister.

Schönwölkauer Kitas sind nicht ausgelastet genug

Allerdings müsse, so ist vom DRK zu erfahren, inzwischen darüber debattiert werden, ob alle drei Standorte in Zukunft wirklich dauerhaft Bestand haben können. Aus Kosten- und Betreibersicht steht es in Frage, dass Schönwölkau den Badrinaer Standort behalten kann. Das sei der Kommune bereits vermittelt worden. Wenn eine Kita nur mit mal 60 oder 70 Prozent Auslastung läuft, kann sich das nicht rechnen. Erhaltungskosten laufen auf. Ein Hausmeister muss sich um das Objekt kümmern, es fallen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten an. Die Zähler der Energiekosten laufen so oder so, auch wenn der Kindergarten eigentlich zu wenig Besucher hat. Das pädagogische Personal muss entsprechend entlohnt werden, es braucht unter anderem Material für die Arbeit mit den Kleinen. Betriebskosten von insgesamt einer Million Euro für alle vier Kindergärten, einer davon in Trägerschaft der Diakonie, weist die Kommune für das vergangene Jahr aus. Eine Erhöhung der Elternbeiträge hat der Gemeinderat jüngst in einer Probeabstimmung mehrheitlich abgelehnt. Die angedachte Erhöhung hätte Mehreinnahmen von rund 20 000 Euro eingebracht.

Unterdessen läuft die Suche nach einer neuen Leiterin für den DRK-Standort Schönwölkau weiter. Die bisherige Chefin hatte zum 30. September gekündigt. Die Zeichen stehen gut, dass die Stelle schon in zwei Wochen neu besetzt werden kann und die Personalnot in Badrina weiter ausgeglichen wird. Generell sei gerade ein Personalkarussell in Bewegung. Auch gut qualifizierte Erzieher werden noch gesucht.

Von Christine Jacob

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