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Delitzsch Zünsler bedroht Delitzscher Barockgarten
Region Delitzsch Zünsler bedroht Delitzscher Barockgarten
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00:17 27.05.2017
Der Schädling ist ein aus Ostasien eingeschleppter Kleinschmetterling. Quelle: Lois Lammerhuber
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Delitzsch

Ein Schreckgespenst kriecht um in Delitzscher Gärten, es hinterlässt seine fiesen Fraßspuren im liebevoll errichteten Grün – der Buchsbaumzünsler ist zurück und bedroht hiesige Hecken. Die nimmersatten Raupen mit schwarzen Köpfen und Zeichnungen hinterlassen erst verräterische Gespinste und dann nur noch Reste vom Buchsbaum, weil sie am liebsten das ganze Grün fressen. Was heißt das für den Barockgarten am Delitzscher Schloss?

Barockgarten seit 2013 befallen

Die Stadtverwaltung ist ebenso alarmiert wie unzählige Gärtner in der Loberstadt. Seit 2013 gab und gibt es jährlich Befall im Barockgarten, direkt am Delitzscher Wahrzeichen. Der aus Ostasien eingeschleppte Zünsler vertilgt komplette Blätter und hinterlässt nur die Stiele. Ein paar Lücken sind in der Hecke des Barockgartens schon aus Vorjahren erkennbar. Der Schädling hat den Garten zwar wie viele andere schon im Griff, aber die Gegenwehr läuft – noch erfolgreich. Der Delitzscher Barockgarten wird regelmäßig auf Schädlingsbefall und Erkrankungen kontrolliert. Erst vor Kurzem wurde von einer Fachfirma gegen die Raupen gespritzt, bis zu zwei Mal pro Jahr muss das gemacht werden. An etlichen Stellen des Gartens ist jetzt noch das Gespinst des Schädlings zu erkennen. Im schlimmsten Falle bleibt nur die Rodung. Das sollte aber wohlüberlegt sein, heißt es. Die Stadtverwaltung würde diese weitreichende Entscheidung gemeinsam mit dem Technischen Ausschuss treffen. Für Alternativen fernab vom Buchsbaum halte das Sachgebiet Kommunalbau schon Lösungsvorschläge bereit.

Private Gärtner in Aufruhr

Gespinste des hartnäckigen Schädlings sind auch schon an vielen privaten Buchsbaumpflanzen aufgetaucht, ist unter anderem in einschlägigen Gruppen der jungen Gartenlust im sozialen Netzwerk Facebook wie „Gärtnern in Delitzsch – pflanzen, tauschen, entdecken“ zu lesen. Fakt ist: Der Buchsbaumzünsler breitet sich seit einigen Jahren europaweit aus, nachdem er aus Japan, China oder Korea eingeschleppt wurde. Zur Eiablage suchen die Weibchen ganz gezielt nach Buchsbäumen. Die rund acht Millimeter langen, jungen Raupen des Buchsbaumzünslers werden bis zur Verpuppung etwa fünf Zentimeter lang und besitzen einen grünen Leib mit hell-dunklem Rückenstreifen und schwarzem Kopf. Im Internet geben sich die Leute auch Tipps zur Bekämpfung. Doch wer gegen den Buchsbaumzünsler etwas ausrichten möchte, braucht vor allem einen langen Atem. Und sinnvoll wird die Bekämpfung unglücklicherweise wohl auch erst, wenn die grüngelben Raupen mit schwarzen Köpfen oder die verräterischen Gespinste des Kleinschmetterlings schon auftauchen. Auf eine vorbeugende Anwendung chemischer Mittel sollte verzichtet werden. Wer genügend Ausdauer hat, kann die Raupen ablesen oder die Hecke mit einem Wasserstrahl abspritzen.

Übrigens: Auch der Stadtpark ist von Schädlingen betroffen und wird im Rahmen der Verkehrssicherungsschau regelmäßig kontrolliert. Dort finden sich Schädlinge wie Ratten, Insekten, Bakterien und Pilze, wie der Brandkrustenpilz, die Kastanien-Miniermotte und andere. In anderen städtischen Grünanlagen treten auch immer wieder bedrohliche Arten wie Gespinstmotte, Sitkafichtenläuse und Pseudomonaden an Kastanien auf.

Von Christine Jacob

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