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Delitzsch Zukunft des Delitzscher Freibads weiter ungewiss
Region Delitzsch Zukunft des Delitzscher Freibads weiter ungewiss
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09:23 12.07.2016
Bei aktuellen Temperaturen über 30 Grad geht es ins kühle Nass des Delitzscher Freibades. Quelle: Alexander Prautzsch
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Delitzsch

Die Zukunft des Delitzscher Freibades ist so vage wie das Sommerwetter. Doch welcher Schritt auch immer gegangen wird: Er kostet Millionen. Das geht aus einer ersten, mit Schätzzahlen untersetzten Variantenuntersuchung klar hervor. Zur Debatte stehen die Sanierung des Bades am aktuellen Standort oder ein Neubau an der Sachsenstraße. Der Neubau hat Pluspunkte bei Gestaltung, Erreichbarkeit und Nutzungsmöglichkeiten, doch er ist teurer, auch auf längere Sicht. Eine Machbarkeitsstudie soll nun mehr Detailschärfe in die Planspiele bringen.

Seit rund eineinhalb Jahren läuft die Diskussion, wie es mit einer der beliebtesten Sport- und Freizeiteinrichtungen der Stadt weitergehen soll. Immer wieder drücken hohe Reparaturkosten. Außerdem belastet der laufende Zuschuss die Stadtkasse. Infolgedessen wurde erst die Saison gekürzt, dann die Öffnungszeiten. Es muss etwas getan werden, darin sind sich Stadtverwaltung und Stadtratsfraktionen einig. Doch die Wahl des Weges spaltet die Lager. Ein Lenkungsausschuss, besetzt mit Entsandten der Fraktionen und Verwaltungsmitarbeitern, ist deshalb ins Leben gerufen worden. Er soll in alle Richtungen die Untiefen ausloten. Die Freie Wählergemeinschaft ist zwischenzeitlich ausgestiegen, weil sich deren Mitglieder für den Erhalt des Freibades an der Elberitzmühle ausgesprochen hatten. So lange dieser Standort in Frage stehe, ruhe die Mitarbeit im Ausschuss.

Hallenneubau an der Sachsenstraße

Dreimal hat das Gremium mittlerweile getagt. Nicht öffentlich. Seit Ende Juni können die Mitglieder über Zahlen debattieren. Demnach würde eine neue Schwimmhalle samt Außenbecken mit wenigstens rund 8,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. Die Stadt favorisiert dafür das Areal nördlich der Sachsenstraße, weil das bereits seit Langem als Sport- und Freizeitgebiet avisiert ist und infrastrukturelle Vorteile böte. Sowohl per Bus als auch per Auto wäre es gut erreichbar, mehrere Schulen und Kitas sowie der Fernwärmelieferant Stadtwerke sind in der Nähe. Die reine Freibadsanierung würde der Schätzung zufolge nur rund 3 Millionen Euro kosten, allerdings mit deutlich verkleinerten Becken. Außerdem würde aufgrund der Arbeiten zwei Jahre lang Betriebsruhe herrschen.

Als Zünglein an der Waage könnte sich das Lehrschwimmbecken erweisen. Die Stadt muss dringend Ersatz für das marode Exemplar in der Artur-Becker-Schule schaffen – und könnte dieses Becken in der neuen Allwetterhalle errichten. Es wäre in den rund 8,5 Millionen Euro bereits inbegriffen. Auch im Falle einer Freibad-Sanierung wird empfohlen, das Lehrschwimmbecken an die Sachsenstraße zu verlegen, um die Infrastruktur-Vorteile zu nutzen. Allerdings würde diese separate Halle weitere 4 Millionen Euro Aufwand bedeuten, sodass unterm Strich die Differenz zwischen Neubau- und Sanierungsvariante bestenfalls auf etwa 1,5 Millionen Euro schrumpft.

Unsicherer Faktor Betriebskosten

Bleibt der Faktor Betriebskosten. Bei einer ganzjährig geöffneten Allwetterhalle wird mit jährlich rund 400 000 Euro Zuschussbedarf gerechnet. Für drei Monate Freibadsaison sind durchschnittlich 120 000 Euro fällig – die Ausgaben für die separate Lehrschwimmhalle wurden dabei noch nicht beziffert. Die nun beauftragte Machbarkeitsstudie soll zu den Betriebskosten konkretere Angaben liefern und Förderoptionen prüfen. Im September werden Ergebnisse erwartet.

Von Kay Würker

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