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Delitzsch Zusammenstoß mit Folgen: Delitzscher nach Unfall vor Gericht
Region Delitzsch Zusammenstoß mit Folgen: Delitzscher nach Unfall vor Gericht
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14:20 30.10.2016
Ein 54-jähriger Delitzscher steht wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht. Quelle: dpa
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EILENBURG

„Ich habe geblinkt, mich links eingeordnet und im Rückspiegel niemanden gesehen“, beteuerte der geschädigte Mopedfahrer vor dem Eilenburger Amtsgericht. Danach habe er nur noch den Zusammenstoß mit dem Fahrzeug wahrgenommen, an alles weitere könne sich der Zeuge nicht mehr erinnern. Wer die Schuld an dem folgenschweren Unfall trägt, muss nun das Gericht klären. Angeklagt ist wegen fahrlässiger Körperverletzung Autofahrer Thorsten H. (Name geändert).

Blinker gesetzt?

Am 24. August 2015 befuhren Thorsten H. und der Zeuge die Collmener Landstraße in Richtung Böhlitz. Höhe des Abzweigs nach Bunitz wollte Thorsten H. den nach links abbiegenden Zeugen überholen. Es kam zum Zusammenstoß. Infolge des eingeleiteten Ausweichmanövers kam der Angeklagte mit seinem Fahrzeug von der Straße ab und erst im Graben zu stehen. Der Zeuge stürzte mit dem Moped Simson und verlor dadurch seinen Helm. Er trug mehrere Kopfverletzungen, einen Milzriss und Rippenbrüche davon. Das schwer verletzte Bein musste dem Zeugen später sogar amputiert werden – er trägt jetzt eine Prothese. Den früheren Job kann er dadurch nicht mehr ausführen.

Vor Gericht wirkte der Delitzscher Thorsten H. schüchtern und ruhig. Am besagten Tag wäre er dienstlich mit dem VW Polo unterwegs gewesen, zum Unfallzeitpunkt 90 bis 100 km/h schnell. Die Strecke kenne er, befahre sie zu beruflichen Zwecken häufiger. „Es war nicht erkennbar, dass der Mopedfahrer abbiegen will“, sagt Thorsten H. Er habe kein Bremslicht und kein Blinkerzeichen am Moped erkennen können, obwohl es ein sonniger Tag war, ohne Sichtbehinderung. Nach dem Unfall habe er sofort mit weiteren eintreffenden Verkehrsteilnehmern erste Hilfe geleistet. Die Anwältin des Delitzschers ergänzte, dass aus einem Gutachten des Kommunalen Schadensausgleichs (KSA) hervorgehe, dass ein Zusammenstoß für Thorsten H. nicht zu verhindern gewesen sei. Das Gutachten läge der Anwältin aber noch nicht vor, konnte also nicht für die Beweisaufnahme herangezogen werden.

Zwei Gutachten – zwei Ergebnisse

Für Richterin Carmen Grell waren zwei wesentliche Dinge zu klären. Erstens: Hat der Zeuge ordnungsgemäß geblinkt und sich dazu links eingeordnet. Und zweitens: An welcher Stelle am Fahrzeug und in welcher Höhe der Collmener Straße haben sich Simson und Polo berührt. Während Thorsten H. angab, dass der Zusammenstoß im Bereich des Kotflügels und der Tür erfolgt sei, konnte sich der Geschädigte nicht mehr daran erinnern. Er habe aber das besagte Gutachten des Kommunalen Schadensausgleichs dabei, erstellt von einem Potsdamer Gutachter. Aus dem ginge hervor, dass er geblinkt habe. Richterin Carmen Grell stellte nach Einsicht fest, dass den Unterlagen zufolge der Zeuge zwar geblinkt habe, aber es für ihn auch möglich gewesen sei, den Unfall noch zu verhindern. Dies sei für den Angeklagten laut Gutachten jedoch nicht möglich gewesen. Da das Schriftstück der KSA vom Zeugen zur Verhandlung mitgebracht wurde und somit Richterin Carmen Grell nicht offiziell vorlag, konnte sie es nicht mit in die Beweisaufnahme einführen. Es wird bis zum Fortsetzungstermin durch das Gericht vom Gutachter angefordert.

Die anschließend durch Richterin Grell verlesene Abschlussbetrachtung des DEKRA-Sachverständigen zur Blinkerleuchte habe die Tendenz, dass der Zeuge nicht geblinkt habe und steht damit im Widerspruch zum Gutachten des KSA. Aufgrund von mehreren Faktoren im Zusammenhang mit dem Unfall könne aber keine eindeutige Aussage durch die DEKRA getroffen werden.

Richterin Carmen Grell unterbrach daraufhin die Verhandlung und will eine Analytische Rekonstruktion des Unfallgeschehens anfordern. Der Fortsetzungstermin findet am 10. November statt.

Von Mathias Schönknecht

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