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Zweckverband Unteres Leinetal baut in Brinnis Ortsnetz mit Unterdruckstation

Abwasserbeseitigung Zweckverband Unteres Leinetal baut in Brinnis Ortsnetz mit Unterdruckstation

Bis Ende 2018 hat der Abwasserzweckverband Unteres Leinetal noch Zeit, um sein Entwässerungskonzept umzusetzen. In diesen Tagen hat er mit der Ortserschließung von Brinnis begonnen, dessen Schmutzwasser künftig in der Kläranlage Hohenroda gereinigt werden soll. Dazu muss das Klärwerk erweitert und eine Leitung nach Hohenroda gebaut werden.

Die Abwasserrohre in Brinnis werden teils in offener und teils in geschlossener Bauweise verlegt.

Quelle: Wolfgang Sens

Brinnis. Der Abwasserzweckverband Unteres Leinetal (AZVUL) hat sich in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag mit der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes Nordsachsen verpflichtet, bis Ende 2018 die Grundstücke in seinem Zuständigkeitsgebiet entsprechend der europäischen und sächsischen Gesetzlichkeiten zu entwässern. Diese fordern eine Behandlung des Abwassers in vollbiologischen Kläranlagen. Der Schönwölkauer Ortsteil Brinnis soll deshalb an die Kläranlage in Hohenroda angeschlossen werden. „Dafür investiert das Untere Leinetal rund 2,2 Millionen Euro“, sagt Verbandsvorsitzender Volker Tiefensee. Finanziert wird das Vorhaben mit zinsverbilligten Krediten der Sächsischen Aufbaubank.

Unterdrucksystem

Vor wenigen Tagen hat in Brinnis die Ortserschließung begonnen. Wie Michael Mönicke von der OEWA Wasser und Abwasser GmbH, die für den Verband die Betriebsführung ausübt, berichtet, werde in Brinnis ein Ortsnetz gebaut, das nach dem Vakuumprinzip funktioniert. Dazu wird in der Beerendorfer Straße eine Unterdruckstation errichtet. Sie wird künftig das Schmutzwasser aus dem Ort ansaugen und in eine Leitung drücken, in der es bis zur Kläranlage in Hohenroda weiter transportiert wird.

Aus mehreren Gründen hat sich der Verband für das Unterdrucksystem entschieden. Unter anderem gibt es in der Ortslage Brinnis nur geringes Gefälle, was gegen Kanäle spricht, in denen das Abwasser im freien Gefälle fließt. „Mit dem Unterdrucksystem müssen wir nicht so tief in die Erde, zudem sind die Rohre kleiner dimensioniert“, erklärt der OEWA-Verantwortliche. Zudem könnten die Rohre variabler und in geschlossener Bauweise mit einem sogenannten gesteuerten Vortrieb verlegt werden.

Bauzeit bis Ende 2016

Zum Brinniser Projekt, dass bis Ende 2016 realisiert werden soll, gehört neben der Ortserschließung der Bau der Druckleitung zur Kläranlage in Hohenroda. Diese wird in diesem Zuge um ein weiteres Anlagensegment erweitert. Das ist erforderlich, damit sie über genügend Kapazität verfügt, um künftig die Abwässer aus Brinnis und Luckowehna, das bis Ende 2017 angeschlossen werden soll, mitreinigen zu können. Um Kosten zu sparen, ist für die Erweiterung der Kläranlage ein derzeit noch in Löbnitz in Betrieb befindliches Anlagenteil vorgesehen. „Das Löbnitzer Abwasser wird künftig komplett in der zentralen Kläranlage in der Bitterfelder Straße gereinigt, damit wird die andere Anlage überflüssig“, so Mönicke.

Drei Lose ausgeschrieben

Die Bauleistungen für Brinnis sind als drei Lose ausgeschrieben worden. Die Angebote würden etwas über den geschätzten Kosten liegen, informiert Mönicke und begründet das mit der Häufung der Vorhaben, weil viele Verbände/Kommunen bei der Umsetzung ihrer Abwasseraufgaben unter Zeitdruck stünden. Im Prinzip seien alle Firmen dicht, was logischerweise zu Preissteigerung führe. Die Aufträge zum Bau des Ortsnetzes und zur Erweiterung der Kläranlage führt die Dahlener Bau GmbH aus. Mit der Verlegung der Druckleitung nach Hohenroda ist die BLK-Bohrteam GmbH aus Mertendorf beauftragt worden, eine Firma, die sich nach eigenen Angaben auf ressourcenschonende und umweltfreundliche Arbeitsverfahren spezialisiert hat.

2017 will der Abwasserzweckverband Unteres Leinetal die Erschließung der Orte Spröda und Luckowehna angehen sowie in Löbnitz an Straßen wie der „Eigenheimsiedlung“ und der Straße der Jugend arbeiten. Für 2018 sind der restliche Teil von Löbnitz und der Delitzscher Ortsteil Poßdorf vorgesehen. Letzterer wird eine Ortskläranlage erhalten.

Von Thomas Steingen

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