Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Zweckverband Unteres Leinetal baut in Brinnis Ortsnetz mit Unterdruckstation
Region Delitzsch Zweckverband Unteres Leinetal baut in Brinnis Ortsnetz mit Unterdruckstation
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 19.08.2016
Mitarbeiter der Firma Dahlener Bau GmbH verlegen in Brinnis eine Unterdruckleitung. Quelle: Wolfgang Sens
Anzeige
Brinnis

Der Abwasserzweckverband Unteres Leinetal (AZVUL) hat sich in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag mit der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes Nordsachsen verpflichtet, bis Ende 2018 die Grundstücke in seinem Zuständigkeitsgebiet entsprechend der europäischen und sächsischen Gesetzlichkeiten zu entwässern. Diese fordern eine Behandlung des Abwassers in vollbiologischen Kläranlagen. Der Schönwölkauer Ortsteil Brinnis soll deshalb an die Kläranlage in Hohenroda angeschlossen werden. „Dafür investiert das Untere Leinetal rund 2,2 Millionen Euro“, sagt Verbandsvorsitzender Volker Tiefensee. Finanziert wird das Vorhaben mit zinsverbilligten Krediten der Sächsischen Aufbaubank.

Unterdrucksystem

Vor wenigen Tagen hat in Brinnis die Ortserschließung begonnen. Wie Michael Mönicke von der OEWA Wasser und Abwasser GmbH, die für den Verband die Betriebsführung ausübt, berichtet, werde in Brinnis ein Ortsnetz gebaut, das nach dem Vakuumprinzip funktioniert. Dazu wird in der Beerendorfer Straße eine Unterdruckstation errichtet. Sie wird künftig das Schmutzwasser aus dem Ort ansaugen und in eine Leitung drücken, in der es bis zur Kläranlage in Hohenroda weiter transportiert wird.

Aus mehreren Gründen hat sich der Verband für das Unterdrucksystem entschieden. Unter anderem gibt es in der Ortslage Brinnis nur geringes Gefälle, was gegen Kanäle spricht, in denen das Abwasser im freien Gefälle fließt. „Mit dem Unterdrucksystem müssen wir nicht so tief in die Erde, zudem sind die Rohre kleiner dimensioniert“, erklärt der OEWA-Verantwortliche. Zudem könnten die Rohre variabler und in geschlossener Bauweise mit einem sogenannten gesteuerten Vortrieb verlegt werden.

Bauzeit bis Ende 2016

Zum Brinniser Projekt, dass bis Ende 2016 realisiert werden soll, gehört neben der Ortserschließung der Bau der Druckleitung zur Kläranlage in Hohenroda. Diese wird in diesem Zuge um ein weiteres Anlagensegment erweitert. Das ist erforderlich, damit sie über genügend Kapazität verfügt, um künftig die Abwässer aus Brinnis und Luckowehna, das bis Ende 2017 angeschlossen werden soll, mitreinigen zu können. Um Kosten zu sparen, ist für die Erweiterung der Kläranlage ein derzeit noch in Löbnitz in Betrieb befindliches Anlagenteil vorgesehen. „Das Löbnitzer Abwasser wird künftig komplett in der zentralen Kläranlage in der Bitterfelder Straße gereinigt, damit wird die andere Anlage überflüssig“, so Mönicke.

Drei Lose ausgeschrieben

Die Bauleistungen für Brinnis sind als drei Lose ausgeschrieben worden. Die Angebote würden etwas über den geschätzten Kosten liegen, informiert Mönicke und begründet das mit der Häufung der Vorhaben, weil viele Verbände/Kommunen bei der Umsetzung ihrer Abwasseraufgaben unter Zeitdruck stünden. Im Prinzip seien alle Firmen dicht, was logischerweise zu Preissteigerung führe. Die Aufträge zum Bau des Ortsnetzes und zur Erweiterung der Kläranlage führt die Dahlener Bau GmbH aus. Mit der Verlegung der Druckleitung nach Hohenroda ist die BLK-Bohrteam GmbH aus Mertendorf beauftragt worden, eine Firma, die sich nach eigenen Angaben auf ressourcenschonende und umweltfreundliche Arbeitsverfahren spezialisiert hat.

2017 will der Abwasserzweckverband Unteres Leinetal die Erschließung der Orte Spröda und Luckowehna angehen sowie in Löbnitz an Straßen wie der „Eigenheimsiedlung“ und der Straße der Jugend arbeiten. Für 2018 sind der restliche Teil von Löbnitz und der Delitzscher Ortsteil Poßdorf vorgesehen. Letzterer wird eine Ortskläranlage erhalten.

Von Thomas Steingen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Einst war der kleine Ort Kletzen eine selbstständige Gemeinde, mit allem, was zu einem Dorf gehört. Vieles davon ist verschwunden, doch die Kletzener leben gern in ihrem Ort. Feuerwehr und Förderverein Kirche kümmern sich um das dörfliche Zusammenleben. Der schlechte Zustand der Kirche und fehlende Bauplätze bewegen die Menschen.

09.03.2017

Die Wiedemarer Kleingartenanlage Freundschaft will attraktiv für Jung und Alt sein. Derzeit gibt es deutlich mehr Anfragen aus Wiedemar als früher, erkennt Vereinsvorsitzender Holger Hering. Dem Vorstand kommt es aber auch darauf an, Gärten altersgerecht zu gestalten, damit ihn die Senioren möglichst lange bewirtschaften können. Hochbeete stehen hoch im Kurs.

18.08.2016

Das Leipziger Neuseenland hat sich in den vergangenen Jahren zum Revier für unzählige Segler und Surfer einwickelt. Philipp Kalb entdeckte darin eine Marktlücke und ging als Segelmacher in die Selbstständigkeit. Sitz der Firma ist eine umgebaute Scheune im Rackwitzer Ortsteil Podelwitz.

18.08.2016
Anzeige