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Delitzsch Zweiter Anlauf zur Gründung einer Energiegenossenschaft in Delitzsch
Region Delitzsch Zweiter Anlauf zur Gründung einer Energiegenossenschaft in Delitzsch
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15:03 23.03.2017
Die Elektroniker Ronny Pelzer und Sebastian Weber (rechts) begutachten die Solaranlage auf dem Carport der Stadtwerke Delitzsch. Die eingesammelte Energie geht direkt in die E-Autos unter dem Dach. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Die Aufnahme der Genossenschaftsidee auf die Liste der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) als immaterielles Kulturerbe der Menschheit ist ein starkes Zeichen für die internationale Gemeinschaft der Genossenschaften. Dem will auch die Heimatstadt des Mitbegründers des Genossenschaftswesens Hermann Schulze-Delitzsch in gebührender Weise Rechnung tragen. Deshalb ist es am Lober politischer Wille, die Genossenschaftsidee zu beleben. „Um bürgerliches Engagement zu fördern, bietet sich unter anderem eine Energiegenossenschaft an“, ist Robert Greb, Geschäftsführer der Stadtwerke Delitzsch (SWD), überzeugt. Zudem möchten sein Unternehmen und die Stadt den Delitzschern die Beteiligung an regenerativen Energie-Projekten ermöglichen. Dazu sollen Solar-Pakete im Rahmen einer zu gründenden Energiegenossenschaft angeboten werden. Auch die Stadtratsfraktionen würden diesen Vorstoß unterstützen, wie ihm der Fraktionsvorsitzende Uwe Bernardt von den Freien Wählern und Rüdiger Kleinke von der SPD versichert hätten, berichtet Greb.

Solarstrom aus bereits vorhandenen Anlagen

Der Solarstrom soll aus bereits errichteten beziehungsweise im Bau befindlichen Fotovoltaik-Anlagen, wie auf der Oberschule Delitzsch-Nord oder auf den Dächern am Firmensitz der SWD in der Sachsenstraße. Auch mit den Kreiswerken Delitzsch (KWD) stehe man in Verbindung, denn ebenfalls auf den Gebäuden des Wertstoffhofes der KWD in Spröda haben die Stadtwerke bereits eine Solaranlage installiert.

Sollte es zu der Gründung der Energiegenossenschaft kommen, würden die Stadtwerke von ihnen errichtete Solaranlagen einbringen. „Wir würden natürlich selbst Mitglied werden und die Anlagen der Genossenschaft zum Buchwert übertragen“, erklärt der Stadtwerke-Chef. Damit sich eine Genossenschaft überhaupt rechnet, benötige es zu Beginn mindestens zwei Anlagen. „Ziel sollte es aus wirtschaftlicher Sicht jedoch sein, weitere Anlagen hinzuzufügen. Umso mehr, desto höher die Rendite“, so Greb. Für den Start mit zwei Anlagen nennt er grob zwei Zahlen. Rund 150 000 Euro sollten als Mitgliedereinlage bei einer Gesamtinvestitionshöhe von rund 310 000 Euro zusammenkommen.

Mit 250 Euro Mitglied werden

Bereits mit 250 Euro könnten sich die Delitzscher als Mitglied an der Genossenschaft beteiligen. Für juristische Personen, also Unternehmen, beträgt der Mindestanteil 1000 Euro. Natürlich ist es auch möglich, sich mit mehreren Anteilen an den finanziellen Erträgen zu beteiligen. Auch wenn der Zweck einer Genossenschaft nicht Profitmaximierung sei, „reden wir über die Laufzeit mit einer Rendite von guten zwei Prozent“, so Greb.

Doch zunächst gilt es abzuchecken, ob Interesse für dieses Projekt vorhanden ist und ob es lohnt, die Idee weiter zu verfolgen. Dafür haben die Stadtwerke bereits die Werbetrommel gerührt, beispielsweise ihre Online-Kunden angeschrieben oder am vergangenen Wochenende beim Handball-Oberligaspiel im Kultur- und Sportzentrum das Vorhaben angepriesen. Am Dienstagabend werden der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) und SWD-Chef Robert Greb bei einem Informationsabend ab 18 Uhr im Bürgerhaus über die Idee dieser Genossenschaft berichten.

Von Thomas Steingen

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