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Delitzsch Zwochau pocht auf die Rückgabe alter Kirchenbücher
Region Delitzsch Zwochau pocht auf die Rückgabe alter Kirchenbücher
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16:36 06.07.2017
Hannelore Peukert kümmert sich um das Kirchenkreisarchiv in Delitzsch in der Schlossstraße. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
Zwochau.

Die Archivbestände des Kirchspiels Zwochau, dazu gehören die Kirchgemeinden Freiroda, Gerbisdorf, Hayna, Radefeld und Zwochau, sind offenbar immer noch nicht vollständig übergeben worden. Darauf verwies jetzt auf Anfrage Nico Gronau, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates.

Wie berichtet, hatte Superintendent Mathias Imbusch versprochen, die Unterlagen, die einst aus Platzgründen ausgelagert wurden, noch im Mai zu übergeben. Allerdings behielt er sich vor, die Unterbringungsmöglichkeiten vorher ganz genau zu prüfen.

Übergabe listen unsortiert

„Zunächst sollte die Übergabe am 29. Mai stattfinden, dann aber doch erst am 30. Mai“, teilte Nico Gronau mit. „Kurzfristig nahmen wir den Termin war. Die Archivalien waren in unsortierten Stapeln auf dem Boden aufgetürmt, nur teilweise in Kartons. Die Übergabelisten waren weder chronologisch noch thematisch sortiert“, beschreibt Gronau seine Eindrücke. Ein Abgleich, ob die gelisteten mit den vorhandenen Akten übereinstimmen, sei nur sehr zeitaufwendig möglich gewesen. Gronau hatte angeboten, beim Erstellen der Listen im Archivbereich mitzuhelfen, um doppelte Arbeit zu ersparen. „Ein Beisein wurde uns verwehrt“, erklärte Nico Gronau.

Neue Öffnungszeiten für Archiv

Nach zwei Stunden Arbeit habe man die Übergabe einstellen müssen, weil die Öffnungszeit der Suptur vorbei war. Einen Folgetermin hätten die Zwochauer nicht vereinbaren können, weil die Superintendentur ab 24. Juni bis 16. Juli geschlossen sei. Zudem hätten sich die Öffnungszeiten prinzipiell geändert. Nun bestünde nur noch montags bis donnerstags von 8 bis 15 Uhr und mittwochs von 8 bis 14 Uhr die Möglichkeit, dass Archiv aufzusuchen. „Wie soll ein berufstätiges Gemeindemitglied die Öffnungszeiten wahrnehmen?, fragte sich Gronau. Das ginge nur an einem Urlaubstag. Den hat sich der Gemeindekirchenratsvorsitzende dann auch genommen, um die Übergabe letztlich abschließen zu können. „Die Kontrolle der aussortierten Akten dauert weitere knapp drei Stunden.“ Zum Ende gekommen ist damit die Übergabe immer noch nicht. Jetzt müsse verglichen werden, ob die Zwochauer Bestandslisten mit denen der Übergabe übereinstimmen. Nur so könne festgestellt werden, ob noch Archivalien fehlen. Es werde also noch mindestens einen Termin geben müssen, um zum Ziel kommen.

Schutz vor der Einsicht durch Dritte

Die Zwochauer pochen vor allem deshalb darauf, ihr Archiv wiederzubekommen, weil sie, so Gronau, die Einsichtnahme Dritter, insbesondere in die Kirchenbücher, ausschließen wollen. Im Kreiskirchenarchiv sei das seiner Meinung nach aber bereits geschehen. Dadurch seien den Kirchengemeinden „nicht bezifferbare Einnahmen in Form von Gebühren“ entgangen. Superintendent Mathias Imbusch schloss gravierende Einnahmen durch die Einsichtnahme allerdings aus.

Von Ditmar Wohlgemuth

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