Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Zwochauer ergreifen Eigeninitiative
Region Delitzsch Zwochauer ergreifen Eigeninitiative
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 18.04.2016
Mehr als 300 Quadratmeter Putz wurden im Saal der Gaststätte Zur Kugel in Zwochau von freiwilligen Helfern erneuert. Quelle: privat
Anzeige
Zwochau

Es ist eine der größten freiwilligen Aktionen, die die Gemeinde Wiedemar bislang überhaupt erlebt hat. In Eigeninitiative der Bürger und weil symbolisch gesehen die Zeiger bereits fünf Minuten nach zwölf anzeigten, fanden sich in den vergangenen zwei Wochen Menschen zusammen, die dem Saal der Gaststätte Zur Kugel eine komplette Verjüngungskur vom Feinsten verpassten. In diesen Tagen sollen die letzten Restarbeiten erfolgen. Es ist der einzige Raum in der Gemeinde, der bis zu 150 Leuten Platz bieten kann. Lediglich die Sporthalle in Kyhna könnte noch mithalten, hat aber keine angeschlossene Gastronomie. Eigentümer der Immobilie ist die Gemeinde. Derzeit ist die Gaststätte mit Saal in der Leipziger Straße 37 verpachtet an Matthias Lorenz. Mehrfach hatte die Gemeinde versucht, das Objekt zu verkaufen. Gelungen ist das bislang nicht.

Saal ist Treffpunkt für die Vereine

Auf einen möglichen Verkauf ist Siegfried Hülle, gemeinsam mit Steffen Haedicke koordiniert er die Arbeiten im Saal, überhaupt nicht gut zu sprechen. „Nicht, nachdem wir den Saal wieder zu dem gemacht haben, was er eigentlich schon immer sein soll: Ein Treffpunkt für die zahlreichen Vereine.“

Der Zustand des Saales ließ über die vielen Jahre sehr zu wünschen übrig, teils war es kreuzgefährlich, die Bühne zu nutzen. Nur sporadisch wurden Reparaturen ausgeführt. „Eine Gesamtsanierung stand nach über 40 Jahren Nutzung offenbar nicht zur Debatte“, sagte Siegfried Hülle. Die haben sich deshalb die Vereine aus Zwochau auf die Fahne geschrieben und bekamen Hilfe auch aus anderen Orten der Gemeinde. Der Aufruf „Helfer und Unterstützer gesucht“ blieb nicht ungehört. Auch wurde die Gemeinde ins Boot geholt, sie stellte den gewünschten Betrag in Höhe von 200 Euro zur Verfügung.

„Jeden Abend sind hier 20 bis 30 Leute, die mit anpacken“, erzählte Hülle, der die Begeisterung für den entfachten Gemeinschaftssinn auch nicht verbergen will. Darunter sind achtjährige Mädchen ebenso wie 80-jährige Frauen. „Die Bereitschaft ist einfach unglaublich. Aber wir machen es für uns, für all unsere Vereine“, findet Siegfried Hülle. Gut 2000 Arbeitsstunden wurden bislang geleistet. 20 Säcke Feinputz, zehn Säcke Mörtel, 13 Eimer Silikatfarben (wasserdampfdurchlässig) und 80 Liter Grundierung wurden verarbeitet. Die Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden. Material und Geld wurden gespendet, kamen teils auch über Suchanfragen im Internet zusammen. Fachleute für die Holzarbeiten, aber auch für die Elektrik und andere Spezialgewerke stellten sich kostenlos in den Dienst der Bürgerinitiative.

Gesucht werden noch Stühle

Vor allem Wasserschäden waren im Saal zu beseitigen. Feuchtigkeit hatte nicht nur die Unterkonstruktion des Parketts instabil gemacht, auch viele Wände waren im Mitleidenschaft gezogen worden. Die Ursachen sind beseitigt. Zum Beispiel ist die Dachentwässerung jetzt eingebunden. Offenbar lief jahrzehntelang das Regenwasser nur an der Außenwand des Saales entlang. Auch die Unterbelüftung des Parketts ist wieder garantiert, die Bühne wieder belastbar. „Teils bis zu sechs Farbschichten haben wir entfernt, auf über 300 Quadratmetern den Putz erneuert“, teilte Hülle mit. Was an Müll und Unrat im Inneren und um das Gebäude entfernt wurde, lässt sich nur an den zahlreich gefüllten Containern abzählen. Gesucht werden derzeit noch 60 Stühle, möglichst von der gleichen Art, um das vorhandene Mobiliar zu ergänzen.

Von Ditmar Wohlgemuth

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In der Bergbaufolgelandschaft rund um Delitzsch bietet der Seelhausener See beste Naherholung. Mit seinem Rundweg ist er gut an das Wegenetz des Goitzsche-Gebietes angeschlossen. Seit diesem Jahr liefern mehrere Tafeln Informationen zum See, seiner Entstehung und seinen Besonderheiten, die durch Flutereignisse und Naturschutz geprägt sind.

17.04.2016

Die Zahl der Kinder in Delitzsch steigt wie die Nachfrage nach speziellen Angeboten. So verzeichnet das Deutsche Rote Kreuz in der Loberstadt auch mehr Buchungen für seine Kurse „Erste Hilfe am Kind“ – dabei tauchen die im Portfolio gar nicht mal explizit auf. Aber sie geben Eltern ein wichtiges Rüstzeug für den Notfall: Selbstbewusstsein.

16.04.2016

Die Parkraumsituation in der Delitzscher Innenstadt ist in Bewegung. Durch Neubauten und Sanierungen hat die Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren zugenommen. Ein Verzicht auf Lückenbebauung zugunsten neuer Parkplätze kommt für die Stadtverwaltung aber nicht infrage. Mit dem Thema soll sich demnächst der Stadtrat beschäftigen.

16.04.2016
Anzeige