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Zwochauer ergreifen Eigeninitiative

Saal-Sanierung Zwochauer ergreifen Eigeninitiative

Es ist eine der größten freiwilligen Aktionen, die Zwochau in der Gemeinde Wiedemar bislang überhaupt erlebt hat. In Eigeninitiative der Bürger und weil symbolisch gesehen die Zeiger bereits fünf Minuten nach zwölf anzeigten, fanden sich Menschen zusammen, die dem Saal der Gaststätte Zur Kugel eine komplette Verjüngungskur vom Feinsten verpassten.

An manchen Stellen entfernten die Helfer bis zu sechs Schichten Farbe im Saal der Gaststätte Zur Kugel in Zwochau. Anschließend wurde ein neuer Anstrich aufgebracht.

Quelle: privat

Zwochau. Es ist eine der größten freiwilligen Aktionen, die die Gemeinde Wiedemar bislang überhaupt erlebt hat. In Eigeninitiative der Bürger und weil symbolisch gesehen die Zeiger bereits fünf Minuten nach zwölf anzeigten, fanden sich in den vergangenen zwei Wochen Menschen zusammen, die dem Saal der Gaststätte Zur Kugel eine komplette Verjüngungskur vom Feinsten verpassten. In diesen Tagen sollen die letzten Restarbeiten erfolgen. Es ist der einzige Raum in der Gemeinde, der bis zu 150 Leuten Platz bieten kann. Lediglich die Sporthalle in Kyhna könnte noch mithalten, hat aber keine angeschlossene Gastronomie. Eigentümer der Immobilie ist die Gemeinde. Derzeit ist die Gaststätte mit Saal in der Leipziger Straße 37 verpachtet an Matthias Lorenz. Mehrfach hatte die Gemeinde versucht, das Objekt zu verkaufen. Gelungen ist das bislang nicht.

Saal ist Treffpunkt für die Vereine

Auf einen möglichen Verkauf ist Siegfried Hülle, gemeinsam mit Steffen Haedicke koordiniert er die Arbeiten im Saal, überhaupt nicht gut zu sprechen. „Nicht, nachdem wir den Saal wieder zu dem gemacht haben, was er eigentlich schon immer sein soll: Ein Treffpunkt für die zahlreichen Vereine.“

Der Zustand des Saales ließ über die vielen Jahre sehr zu wünschen übrig, teils war es kreuzgefährlich, die Bühne zu nutzen. Nur sporadisch wurden Reparaturen ausgeführt. „Eine Gesamtsanierung stand nach über 40 Jahren Nutzung offenbar nicht zur Debatte“, sagte Siegfried Hülle. Die haben sich deshalb die Vereine aus Zwochau auf die Fahne geschrieben und bekamen Hilfe auch aus anderen Orten der Gemeinde. Der Aufruf „Helfer und Unterstützer gesucht“ blieb nicht ungehört. Auch wurde die Gemeinde ins Boot geholt, sie stellte den gewünschten Betrag in Höhe von 200 Euro zur Verfügung.

„Jeden Abend sind hier 20 bis 30 Leute, die mit anpacken“, erzählte Hülle, der die Begeisterung für den entfachten Gemeinschaftssinn auch nicht verbergen will. Darunter sind achtjährige Mädchen ebenso wie 80-jährige Frauen. „Die Bereitschaft ist einfach unglaublich. Aber wir machen es für uns, für all unsere Vereine“, findet Siegfried Hülle. Gut 2000 Arbeitsstunden wurden bislang geleistet. 20 Säcke Feinputz, zehn Säcke Mörtel, 13 Eimer Silikatfarben (wasserdampfdurchlässig) und 80 Liter Grundierung wurden verarbeitet. Die Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden. Material und Geld wurden gespendet, kamen teils auch über Suchanfragen im Internet zusammen. Fachleute für die Holzarbeiten, aber auch für die Elektrik und andere Spezialgewerke stellten sich kostenlos in den Dienst der Bürgerinitiative.

Gesucht werden noch Stühle

Vor allem Wasserschäden waren im Saal zu beseitigen. Feuchtigkeit hatte nicht nur die Unterkonstruktion des Parketts instabil gemacht, auch viele Wände waren im Mitleidenschaft gezogen worden. Die Ursachen sind beseitigt. Zum Beispiel ist die Dachentwässerung jetzt eingebunden. Offenbar lief jahrzehntelang das Regenwasser nur an der Außenwand des Saales entlang. Auch die Unterbelüftung des Parketts ist wieder garantiert, die Bühne wieder belastbar. „Teils bis zu sechs Farbschichten haben wir entfernt, auf über 300 Quadratmetern den Putz erneuert“, teilte Hülle mit. Was an Müll und Unrat im Inneren und um das Gebäude entfernt wurde, lässt sich nur an den zahlreich gefüllten Containern abzählen. Gesucht werden derzeit noch 60 Stühle, möglichst von der gleichen Art, um das vorhandene Mobiliar zu ergänzen.

Von Ditmar Wohlgemuth

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