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... und die zehnte Rosenkönigin heißt Katja

... und die zehnte Rosenkönigin heißt Katja


Delitzsch. Am Sonnabend um 16.55 Uhr verkündete Günter Franke vom Delitzscher Rosenverein: „.

... und die zehnte Delitzscher Rosenkönigin heißt Katja." Zuvor hatte es auf der Bühne zum zweiten Tag der Vereine einen packenden Wettstreit zwischen der 17-jährigen Mörtitzerin Juliane Pflug und der 21-jährigen Delitzscherin Katja Bauer gegeben.

Vor einer Prognose drückten sich im Vorfeld so ziemlich alle. Nur die inzwischen ehemalige Rosenkoordinatorin Steffi Heinicke wagte eine. Sie meinte: „Es wird Tränen geben" – und sollte Recht behalten.

 

 

15.30 Uhr begannen für die beiden Frauen die wohl bisher aufregendsten 90 Minuten ihres Lebens. Vor Hunderten Gästen bewiesen sie bei den Fragen des Moderators Jörg Eitzen, der von der noch amtierenden Rosenkönigin Franziska Arlt unterstützt wurde, ihr Wissen in Sachen Rosen, veredelten unter dem fachkundigen Blick von Thomas Müller eine Hochstammrose oder mussten schätzen. Zum Beispiel, wie viele Schnittrosen Steffi Heinicke zu ihrer Hochzeit bekommen hat. Mit 50 (Katja) und 120 (Juliane) lagen beide weit unter den tatsächlichen 400.

Weit realistischer waren da die Projekte, für die sich die beiden als Rosenkönigin engagieren wollen. Juliane stellte ihre Idee vor, mit Behinderten zusammen am Behindertenzentrum ein Rosenbeet neu anzulegen. Katja entdeckte gleich 40 Lücken, die im Marienpark einer Rosenbepflanzung harren und will zugleich mit dem Kunstleistungskurs des Gymnasiums die Mauer aufpeppen sowie sich für die Wiedereinfühung einer Schülerrosenkönigin stark machen.

LVZ-Regionalverlagsleiterin Kerstin Friedrich verkündete an dem heißen Sonnabend mit heißer Stimmung das Ergebnis der LVZ-Leser-Befragung: „770 Leser stimmten für Katja und 345 für Juliane", sagte sie. Damit habe selbst Juliane noch fast so viele Simmen wie zur 9. Wahl alle Kandidatinnnen zusammen.Die Jury hatte nun die Qual der Wahl. Franziska Arlt blieb Zeit, um mit tränenerstickter Stimme Abschied zu nehmen von einem liebgewonnenen Amt, aber nicht von ihren Engagement als Rosenrepräsentantin. Sie erzählte, dass ihre erste Rosenpflanzung abgesagt wurde, weil sich das Brautpaar nicht mehr traute, dankte Rosenverein, Eltern und Freund für „Kleid anziehen, Gießkanne tragen, Licht ausbuddeln und chauffieren".Nach Verkünden des Ergebnisses brandete Jubel auf der einen Seite auf. Auf der anderen liefen ein paar Tränchen. Dennoch dankte Juliane allen, die sie unterstützt haben. „Ich habe mein Bestes gegeben." Die geplante Rosenparty sollte in Mörtitz dennoch steigen. Noch auf dem Markt wurde Katja von ihrem Freund und Maskottchen Tony Losse auf den Arm genommen. Seiner Freundin und neuen Majestät blieb dennoch Zeit für ein paar Worte. „Es bedeutet mir sehr viel, die neue Rosenkönigin zu sein", so die angehende Juristin. Bei einem Praktikum im Rathaus habe sie eine ganz neue Heimatverbundenheit entwickelt, die „ich nun auch nach außen tragen möchte".

Doch neben den Damen standen an diesem Tag gleich 46 Vereine im Blickpunkt und auf dem Zettel von Moderator Thomas Ruland. Das DRK hatte dabei auf dem Organisationszettel die Nummer 1 und war diese wohl auch in Sachen Personalstärke. Mike Teutschbein freute sich, dass sich der Einsatz der zwölf Leute gelohnt hat. „Denn für den Katastrophenschutz haben wir gleich zwei ernsthafte Interessenten gewonnen, in Sachen Köche für den Verpflegungszug einige ansprechen können."

Hoch hinaus ging es für die achtjährige Zita Steinbach. Sie schaffte es beim Bierkastenkletterturm des Familienzentrums Quo vadis tatsächlich, alle 20 Kisten unter sich zu stapeln. „Das sind immerhin acht Meter", so Jens Rudolph an der Sicherungsleine. Die meisten würden lediglich die Hälfte schaffen. Und so gab es an diesem Tag noch eine weitere Königin, die der Lüfte.

Ilka Fischer

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