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Döbeln 100 Jahre Rathaus Döbeln: Großer Gönner, "blecherne" Glocken
Region Döbeln 100 Jahre Rathaus Döbeln: Großer Gönner, "blecherne" Glocken
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23:00 14.10.2012

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Eigens dazu hatten sich nicht nur die Mitglieder der Döbelner Heimatfreunde in den Zwirn jener Zeit gewandet, sondern auch Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer. Seine Gäste mit weißen Handschuhen und schwarzem Zylinder empfangend, nutzte er die Gelegenheit, um seine Stadträte bekleidungstechnisch auf Linie zu bringen. "Ein wenig vom Stil jener Zeit wäre wünschenswert, treten meine Räte doch hin und wieder etwas sehr locker-fluffig in Erscheinung."

Bei aller angebrachten Ernsthaftigkeit durchaus locker führten die Döbelner Heimatfreunde die Rathausbesucher anschließend durch die seit der feierlichen Einweihung am 14. Oktober 1912 verstrichenen 100 Jahre. Horst Schlegel etwa, der allein schon seines Namens wegen dafür prädestiniert erscheint, sich des großen Gönners der Stadt gleichen Namens anzunehmen und das dabei erworbene Wissen an Interessierte weiter zu geben. Er wusste auch von einer weniger schönen Seite der testamentarischen Überlassung von 440 000 Mark durch Carl Gotthilf Schlegel an die Stadt zu berichten. "Die Erben sahen sich benachteiligt, was zu einer Reihe unschöner Prozesse führte", so Schlegel. Derweil informierte sein Mitstreiter bei den Heimatfreunden, Karlheinz Enzmann, die Rathausbesucher unter anderem mit einer Beamer-Präsentation über die Geschichte der Rathaus-Uhren und deren Schlagwerke. Eine Geschichte, die naturgemäß auch eine solche von Krieg und Frieden ist. Hatten die beiden Döbelner Glocken den Ersten Weltkrieg noch unbeschadet überstanden (Enzmann: Sie konnten nicht demontiert werden), wurden sie im Zweiten der Waffenproduktion geopfert. Die nach dem Sturz der Naziherrschaft anbrechende "blecherne" Glockenzeit währte bis nach dem Mauerfall: 1991 wurde das neue, sich an Big Ben anlehnende bronzene Glockenspiel in Betrieb genommen. Roger Dietze

Isolde Ferber (65), Döbeln: "Ich bin nur ganz selten im Rathaus, nämlich dann, wenn ich behördliche Gänge zu erledigen haben."

Heinz Schauer (82), Döbeln: "Ich bin regelmäßig im Rathaus, weil ich das Gebäude mag und ein Heimatfreund bin."

Gerhard Kirsten (75), Döbeln: "Ich bin immer dann im Rathaus, wenn etwas los ist oder meine Tochter einen Auftritt mit dem Kammerorchester hat."

Monika Gast (64), Döbeln: "Wenn eine Ausstellung oder eine andere Veranstaltung im Rathaus stattfindet, bin ich in der Regel dabei."

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