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120 Autoliv-Mitarbeiter treten für eine Stunde in den Warnstreik

120 Autoliv-Mitarbeiter treten für eine Stunde in den Warnstreik

120 Mitarbeiter des Döbelner Autoliv-Werks an der Eichbergstraße standen gestern Nachmittag um 14 Uhr mit Trillerpfeifen, Fahnen und Tröten vor dem Werkstor.

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Mit den roten Westen der Gewerkschaft IG Metall, Tröten, Transparenten und Trillerpfeifen traten gestern Mittag die Mitarbeiter der Frühschicht und der Spätschicht von Autoliv je eine halbe Stunde vor Schichtende beziehungsweise Schichtbeginn in den Warnstreik. Mit dieser Stunde Produktionsausfall untermauerten sie ihre Tarifforderungen.

Quelle: Gerhard Dörner

Döbeln. Willi Eisele, erster Bevollmächtigter der Industriegewerkschaft Metall in Riesa und Dresden, war gestern von der Entschlossenheit der Beschäftigten von Autoliv begeistert. "Es ist ein seltenes Bild, dass die Kolleginnen und Kollegen so geschlossen vor dem Werkstor stehen. Für uns Gewerkschafter ist es schön, auf diese Weise zu erfahren, dass die Mannschaft hinter unseren Forderungen in den Tarifverhandlungen steht."

Diese Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Textil-Ost sind gerade etwas festgefahren. Die nächste Verhandlungsrunde steht am nächsten Freitag in Gera an. Doch die Forderungen der Arbeitnehmer und das Angebot der Arbeitgeberseite klaffen noch weit auseinander.

"Die Entwicklung der Löhne ist in dieser Branche seit Jahren hinter der Gewinnentwicklung der Unternehmen zurückgeblieben. Doch gerade ihr Industriezweig hängt doch auch von der Binnenkonjunktur und damit von vernünftiger Bezahlung ab", rief Eisele den Beschäftigten zu. Die Autoliv-Mitarbeiter seien im Schichtbetrieb mit hoher Verantwortung und Produktionsdruck jeden Tag an ihren Arbeitsplätzen, um Qualität herzustellen. Und sie seien, wenn es darauf ankommt, auch zu Mehrarbeit bereit, um das Unternehmen voranzubringen. Im Gegenzug muss sich Leistung aber auch in fairen Einkommen widerspiegeln. "Eine motivierte Belegschaft ist die Stütze eines Unternehmens", begründet der Gewerkschafter die Tarifforderungen. Konkret gefordert werden fünf Prozent mehr Arbeits- und Ausbildungsentgelt für alle Autoliv-Beschäftigten rückwirkend zum 1. April für die nächsten zwölf Monate. Zudem sollen in der Branche ein Tarifvertrag zur Übernahme von Auszubildenden in unbefristete Arbeitsverträge und ein Tarifvertrag zur Altersteilzeit für ältere Kollegen abgeschlossen werden.

"Von fünf Prozent bricht bei den Arbeitgebern die Welt nicht zusammen. Doch sie finden immer ein Argument, warum Lohnerhöhungen gerade nicht gehen sollen. Stellen wir den Arbeitgebern eine Badewanne hin, sie füllen sie immer mit Tränen", witzelt der Gewerkschafter.

Das bisherige Angebot der Arbeitgeberseite sieht 24 Monate Laufzeit des Tarifvertrages mit einer Staffelung vor. Vier Monate soll es je eine 50-Euro-Einmalzahlung geben, dann 13 Monate 2,7 Prozent und weitere fünf Monate zwei Prozent mehr. Der Lehrlingsübernahme stünde der Arbeitgeberverband offen gegenüber. Die Altersteilzeitregelung soll verschoben werden. Autoliv in Döbeln bildet seit Jahren nicht aus und besetzt frei werdende Stellen, nach Informationen der Gewerkschafter, größtenteils mit Leiharbeitern.

 

 

Aktuell arbeiten beim Automobilzulieferunternehmen Autoliv in Döbeln rund 250 Beschäftigte. Sie stellen im Dreischichtbetrieb unter anderem täglich 9 000 Gurtstraffer, 21 000 Gurthöhenversteller und 10 000 pyrotechnische Schlossstraffer für Dreipunktsicherheitsgurte her.

Im Unternehmen arbeitet ein Betriebsrat mit neun gewählten Mitgliedern. Der Betriebsratsvorsitzende ist freigestellt. Etwa 60 Prozent der Belegschaft sei gewerkschaftlich organisiert, so die IG Metall.

Fünf Prozent mehr Lohn bedeutet in den Lohntüten der durchschnittlichen Gehaltsgruppen bei Autoliv zwischen 40 und 70 Euro mehr auf die Hand (netto).

Th. Sparrer

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