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Döbeln 120 Jahre alter Fiedler-Flügel erlebt Premiere in Döbelner Jacobikirche
Region Döbeln 120 Jahre alter Fiedler-Flügel erlebt Premiere in Döbelner Jacobikirche
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10:13 13.03.2017
Der neue Flügel in der Döbelner Jacobikirche war der heimliche Star der Veranstaltung. Musiker bespielten das gute Stück. Quelle: Gerhard Dörner
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Döbeln

Quasi eine doppelte Premiere durften die Besucher der Döbelner Jacobikirche am Sonnabendnachmittag erleben: Kantor Markus Häntzschel lud zum ersten Hausmusiknachmittag, bei dem kleine und große Musiker aus der gesamten Kirchgemeinde Stücke auf ihren Instrumenten vortragen durften. „Ich habe alle, die musizieren können, gebeten, etwas beizusteuern. Und wir haben alles dabei von der Klavieranfängerin über Cello, geige und Flöte und unsere Iraner, die ein iranisches Lied vortragen, freute sich Markus Häntzschel, dass er „niemanden betteln musste“, wie er sagte, beim musikalischen Nachmittag mit zu machen. 15 Musiker folgten der Einladung und sorgten für einigen Applaus im gut besetzten Kirchenschiff.

Heimlicher Star des Nachmittags war der schwarze Flügel der früheren Leipziger Klavierbauerfirma Fiedler, der in der Jacobikirche einen neuen Platz gefunden hat und zum ersten Mal zu hören war. Das Besondere: Das Instrument ist geschätzte 120 Jahre alt und als wahrliches Schnäppchen nach Döbeln gekommen. Und wie so oft hatte der Zufall seine Finger im Spiel. „Unser Klavierbauer Martin Januschek rief bei René-Michael Röder an und meinte, er hätte da einen Flügel an der Hand. Wir standen zufällig gerade zusammen und da habe ich gleich Bedarf angemeldet“, erzählte Markus Häntzschel vor dem Konzert.

Das Erbstück einer Kundin aus der Nähe von München, deren Mann als Vorbesitzer des Flügels verstorben war, hatte diesen verkauft – und zwar zu einem besonders günstigen Preis. „Das war ein Schnäppchen für die Kirchgemeinde. Auf dem Markt bekommt man für den Preis nur unter Glücksumständen so ein Instrument“, meinte Häntzschel.

Und genau diese waren für Döbeln eingetreten. Wie viel die Gemeinde genau zahlen musste, wollte der Kantor nicht verraten. Nur so viel: Der Transport aus München nach Döbeln kostete ebenso viel wie das ganze Instrument. Dieses kam in fast tadellosem Zustand vor einem Monat an. Martin Januschek verpasste ihm für den Nachmittag am Sonnabend eine Frischekur. „Er wurde nochmal gestimmt und Feinheiten repariert. Eine fehlende Saite wurde ersetzt, ansonsten war er in gutem Zustand“, sagte Häntzschel, der sich freue, nun endlich ein Ins-trument zu haben, das den Raum der Jacobikirche adäquat füllt. Und das mit einem für um 1900 erbaute Flügel typisch weichen Klang, den der Kantor im Vergleich zu den heute hell und schrill intonierten Flügeln sehr schätze.

Von Sebastian Fink

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