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Döbeln 13 000 Euro weg: Diebe beklauen Dealer in Ostrau
Region Döbeln 13 000 Euro weg: Diebe beklauen Dealer in Ostrau
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Das Amtsgericht Döbeln hat zwei junge Männer wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls bei einem Drogendealer verurteilt. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
Ostrau/Döbeln

Einen ungewöhnlichen Fall des Einbruchs in eine Wohnung hatte Richterin Christa Weik am Dienstag im Amtsgericht Döbeln auf dem Richtertisch. Ungewöhnlich deshalb, weil die Diebe nicht etwa bei Oma Hedwig oder dem jungen Ehepaar Meier eingestiegen sind und das mühsam Ersparte klauten, sondern weil sie einen mittlerweile im Gefängnis sitzenden Kriminellen um 13 000 Euro erleichterten. Die Summe stammt offenkundig aus Drogengeschäften und der Bestohlene hatte sie unter dem Kopfkissen versteckt. Witzig: Neben dem Geld nahmen die Diebe auch eine Spielekonsole und dazu das Spiel „Mafia 3“ aus der Wohnung des Ganoven mit.

Schulden bezahlt, Möbel gekauft, Rest verzockt

„Er hat mit dem Geld geprahlt“, sagte einer der beiden Angeklagten, ein junger Mann Anfang der 20, berufstätig und nicht vorbestraft. Er soll laut Anklage gemeinsam mit seinem Kumpel, der ist ebenfalls Anfang der 20 und berufstätig, Anfang Februar 2017 den Einbruch in die Wohnung in Ostrau begangen haben. Der eine stand Schmiere, der andere drang in Wohnung ein und stahl das Geld sowie die Spielkonsole – so wie es im Anklagesatz stand, räumten es die beiden ein. „Die Playstation haben wir meiner Ex-Freundin gegeben, die ist mittlerweile bei der Polizei“, sagte der Schmieresteher. Mit seinem Anteil aus der Beute habe er Schulden bezahlt, Möbel gekauft und den Rest in der Spielhalle verzockt. Jetzt sei das Geld jedenfalls alle. Sein Mittäter dagegen hat dem Bestohlenen 3500 Euro zurückgezahlt. Auch gestand Tatvorwurf ein. „Mein Mandant schon seit seiner ersten Beschuldigtenvernehmung bei der Polizei hat mein Mandant die Taten eingeräumt“, sagte Rechtsanwalt Andreas Gumprich, der den einen Einbrecher verteidigte. Er führte zu dem aus, dass noch weitere Strafverfahren auf seinen Mandanten warten – der soll mit dem Bestohlenen Diebstähle begangen haben – und bat Richterin Weik, dies beim Strafmaß zu berücksichtigen. Acht Monate Haft mit Bewährung beantragte Andreas Gumprich. Es wurden sieben Monate Haft mit Bewährung, weil die Richterin einen Härteausgleich mit einer bereits gezahlten Geldstrafe vorgenommen hat. Wäre das Waffenvergehen, für das es die Geldstrafe gab, zusammen mit dem Wohnungseinbruchsdiebstahl angeklagt gewesen, hätte es eine Gesamtstrafe gegeben und der Angeklagte wäre damit womöglich besser gefahren. Den anderen Angeklagten verurteilte Richtern Weik zu acht Monaten Haft mit Bewährung. Außerdem ordnete sie 9500 Euro Wertersatz an. Den kann aber nicht der Bestohlene bekommen, weil das dem Rechtsgrundsatz widersprich, dass man an illegal erworbenem Besitz kein legales Eigentum begründen kann. So wie der Dieb oder der Räuber nicht sagen kann: „Die Beute ist aber meine“ kann auch nicht der Dealer Ansprüche am Erlös aus Drogengeschäften geltend machen.

Verbrechen sollen sich nicht lohnen

„So einen Fall hat man nicht häufig. Deswegen hat die Urteilsfindung auch etwas länger gedauert. Man muss sich aber damit beschäftigen, was der Gesetzgeber im Sinn hatte, als er den Wertersatz regelte: Der Täter soll nicht das behalten, was er durch die Tat erlangte – Verbrechen soll sich nicht lohnen“, sagte Richterin Weik. Als die jungen Männer die Tat begangen haben, war der Wohnungseinbruchsdiebstahl noch kein Verbrechen, sondern ein Vergehen. Der Strafrahmen begann bei einem Jahr Haft. Die große Regierungskoalition hat bei ihren umfangreichen, oftmals unausgegorenen Änderungen im Strafrecht auch den Paragrafen zum Wohnungseinbruchsdiebstahl geändert und eine solche Tat zum Verbrechen gemacht, bei dem der Strafrahmen bei einem Jahr Haft beginnt. Einen minder schwerer Fall, der eine niedriger Strafe erlaubt, sieht die seit 17. Juli geltende neue Rechtsvorschrift nicht mehr vor.

Von Dirk Wurzel

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