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Döbeln 14 Monate Umleitung auf der Muldeninsel
Region Döbeln 14 Monate Umleitung auf der Muldeninsel
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00:38 06.05.2018
Die Aufweitung des Flutarmes der Mulde rückt bereits an die Brücke Straße des Friedens heran. Die wird im Sommer abgerissen und breiter neu gebaut. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Der Termin steht fest. Der Bauauftrag ist vergeben. Am 25. Juni, gleich nach dem Döbelner Stadtfest, beginnt der lange angekündigte Abriss der Brücke der Straße des Friedens neben dem Busbahnhof im Herzen der Stadt.

„Der Auftrag zum Abriss der alten und zum Neubau der neuen breiteren Brücke ist an das Bauunternehmen Arlt aus Frohburg vergeben worden“, sagte Thomas Zechendorf, Gesamtprojektleiter für Döbeln bei der Landestalsperrenverwaltung (LTV), am Abend im Döbelner Stadtrat. Der 43-Jährige Bauingenieur verantwortet den Bau aller Hochwasserschutzprojekte in der Döbelner Innenstadt. Am Donnerstagabend gab er den Stadträten einen Überblick über das bisher Geschaffene und das, was in den nächsten Monaten und Jahren noch kommt.

Im Januar war das etwa eine Million Euro teure Brückenbauprojekt europaweit ausgeschrieben worden. Die neue Brücke wird dem deutlich breiteren Flutgraben der Mulde angepasst. Sie wird deshalb rund 35 Meter breit den Flutgraben überspannen und damit acht bis zehn Meter breiter sein, als die jetzige Brücke. Auch untendrunter, zwischen Flussbett und Brücke, bekommt ein Hochwasser etwa 30 Zentimeter mehr Raum zum Abfließen. Die Brücke liegt somit höher als bisher. Damit dazu aber nicht Rampen gebaut werden müssen, wurde eine Spannbetonbrücke gewählt, die bei gleicher Belastbarkeit mit einem deutlich flacheren Baukörper auskommt. Allerdings ist dafür auch ein Mittelpfeiler als Kompromiss notwendig.

Bereits im Juli soll der Abriss der alten Brücke in Teilen beginnen. Parallel dazu wird zwischen der Uferstraße und der Schillerstraße an der Straße gebaut und werden Bohrpfähle an beiden Seiten in die Tiefe betoniert, die der Brücke Halt geben. Ebenso werden die Bohrpfähle auf der anderen Uferseite beim Griechen errichtet.

Wasserverband und Abwasserverband werden den Brückenbau nutzen, um auf beiden Uferseiten der Schillerstraße neue Wasser- und Abwasserleitungen zu verlegen, bevor die Straßendecken erneuert werden. Auf der Kauflandseite muss dabei immer die Erreichbarkeit des Lieferhofes für den Einkaufsmarkt gesichert werden. „Das und das Leitungswirrwarr unter der Straße macht die Arbeiten dort aufwendig“, so Thomas Zechendorf.

Nach dem Abriss der alten Brücke werden im Herbst auch inmitten des Flutgrabens Bohrpfähle gesetzt. Darauf kommen die Fundamente des Mittelpfeilers. Die neue Brücke soll dann ab Frühjahr 2019 über den Flutgraben wachsen. Im September 2019 soll nach den vorliegenden Plänen nach 14 Monaten Bauzeit die Brückenfreigabe sein.

Bis dahin kommt auf die Döbelner allerdings einiges an Verkehrsbehinderungen zu. Der abgestimmte Umleitungsplan sieht vor, dass der Fahrzeugverkehr aus Richtung Nord und Ost von der Oberbrücke über die Ritterstraße zur Rosa-Luxemburg-Straße führt. Vor den Stadtwerken wird die Vorfahrt geändert und eine Ampelanlage aufgestellt. Die Fahrzeuge fahren weiter zur Burgstraße wechseln am Wettinplatz auf die Bahnhof- und die Franz-Mehring-Straße und kommen so zum Körnerplatz zu Kaufland oder zum Gymnasium. In der Gegenrichtung rollt der Verkehr von der Roßweiner Straße über die Muldenstraße und die Kauflandkreuzung zum Körnerplatz, von dort über die Niederbrücke, die Zwingerstraße und die Kleine Kirchgasse wieder zur Oberbrücke. Für Fußgänger gilt der etwa 150 Meter von der Brücke in der Straße des Friedens entfernte Tümmler-Steg bei Kaufland als Ersatzlösung.

„Ich bin froh, dass sich die LTV zügig und professionell um den Hochwasserschutz in unserer Stadt kümmert“, äußerte Stadtrat Sven Weißflog (Freie Wähler). Er regte allerdings an, in der Ritterstraße eine Beweissicherung zu veranlassen. Denn er befürchtet durch den starken Umleitungsverkehr Bauschäden an den Häusern.

Parallel zum Brückenbau wird der zweite Abschnitt des Flutgrabens zwischen Niederbrücke und Brücke Straße des Friedens aufgeweitet. Planerisch wird jetzt schon der nächste Bauabschnitt entlang der Wappenhenschanlage für den Bau von Hochwasserschutzmauern vorbereitet.

Von Thomas Sparrer

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