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Döbeln 16 Kinder proben moderne Version des Grimm-Märchens für Ostrauer Tierheimfest
Region Döbeln 16 Kinder proben moderne Version des Grimm-Märchens für Ostrauer Tierheimfest
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11:37 04.04.2016
„Zickige Katzen“ unter sich: Jessica Zimba (r.) und Lilly Marleen Fröhlich bei den Proben zu ihren Bremer Stadtmusikanten. Quelle: Sven Bartsch
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Auterwitz

Knapp 200 Jahre ist es her, dass die Gebrüder Grimm die Bremer Stadtmusikanten in ihren „Kinder- und Hausmärchen“ bekannt machten. Esel, Hund, Katze und Hahn machten sich damals auf, dem Tod bei ihren Besitzern zu entrinnen und stattdessen musikalische Karriere im hohen Norden zu machen. Obwohl sie dort nie ankamen und stattdessen ein beschauliches Leben in einer Räuberhöhle wählten, sind sie bis heute ein Aushängeschild der Hansestadt.

Ob es bei den Vieren unterwegs Gedanken zum passendes Bühnenoutfit oder Make-up für die kommende Musikerkarriere gab, ist indes nicht überliefert. Sah man sich diese Woche die Proben der 9- bis 15-Jährigen im Auterwitzer feriencamp an, schienen solche von Grimms weggelassenen Details durchaus vorstellbar. „Endlich stehe ich mal im Mittelpunkt – auf der Bühne. Oh Gott – da muss ich noch zum Friseur und brauche neue Nägel!“, jauchzt die von der zehnjährigen Lilly-Marleen Fröhlich gespielte Katze, bevor sie merkt, dass die anderen drei schon losgezogen sind und sie ihnen wild hinterher rufend nachläuft.

Es sind solche Szenen, die das in ein modernes Bühnenstück überführte Märchen sowohl für die Zuschauer als auch für die jungen Darsteller spannend machen sollen. „Wir wollen Kleinen und Großen neue Reize geben, auch wenn sie das Märchen längst kennen. Sie sollen sich selbst wiederfinden, auch mal ertappt fühlen“, verspricht Jacqueline Ziegeler-Jentzsch. Die Theaterpädagogin leitet das Osterferiencamp auf ihrem Auterwitz Hof Lebensart und ist zugleich der leitende Kopf hinter dem Stück.

In nur vier Tagen hat sie es geschafft, aus 16 Kindern – sieben Jungen und neun Mädchen unterschiedlichen Alters – eine homogene Truppe zu schaffen, die mit Begeisterung zusammen probt, sich aber auch um Essen, Spiele und sonstige Unterhaltung im Camp bemüht. „Diese homogene Gruppe zu bilden, ist immer die Arbeit des ersten Tages“, erklärt Ziegeler-Jentzsch. „Wir haben mit Abenteuerpädagogik begonnen, sind raus zu den Tieren gegangen. Da kann man schauen, wie die Kinder sind. Wer ist der Macho oder wer mehr der Freigeist – und welche Rolle passt zu wem.“

Das hatte sich bis Donnerstag gefunden. Zunächst mussten die Kinder jedoch das richtige Stück passend zum Anlass aussuchen. Denn die Proben in dieser Woche dienten nicht nur dem Spaß am Schauspielern. Die Kinder werden sich zum Tierheimfest in Ostrau am 21. Mai der Öffentlichkeit präsentieren. Und ein besonderes Fest ist es dazu, denn im Wiesengrund wird zugleich 25. Geburtstag der Einrichtung gefeiert.

„Der Wolf und die sieben Geislein“ sowie „Das Waldhaus“ schieden bei den Jugendlichen gegen die Stadtmusikanten aus. Dass sie nicht das klassische Stück aufführen wollten, war aber schnell klar. Für Jacqueline Ziegeler-Jentzsch gehört das zu ihrem Lernansatz dazu. „Die Kinder erleben die Geschichte auf der Bühne, weil sie sie selbst entwickeln und ihre Ideen einfließen“, sagt die 43-Jährige. So haben sie zur eigentlichen Katze eine Artgenossin – gespielt von Jessica Zimba – dazugedichtet, die sich mit Lilly Marleen darum streitet, wer die Schönere von beiden ist und wer dem hübschen Kater auf dem Hof wohl besser gefallen würde. „Das spielt in der aktuellen Lebenswelt der Darsteller. Die Mädchen positionieren sich gerade zum anderen Geschlecht, aber noch in einer unschuldigen, kindlichen Weise“, sagt Ziegeler-Jentzsch.

Auf das Ergebnis dürfen sich Besucher des Tierheimfestes freuen. Bis gestern hatten die Kinder das Stück bereits fertig konzipiert. Bis zum 21. Mai soll es noch zwei Probentage für den Feinschliff geben, bevor die 16 Kinder dem alten Stoff vor Publikum neue Facetten verleihen.

Von Sebastian Fink

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