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Döbeln 19-jähriger Leisniger muss für ein Jahr ins Gefängnis
Region Döbeln 19-jähriger Leisniger muss für ein Jahr ins Gefängnis
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23:59 07.08.2012

(mpö). So sieht dann wohl der Scherbenhaufen des Lebens eines jungen Mannes aus. Aus rechtsstaatlicher Sicht "ist er der typische jugendliche Intensivtäter", sagte Richterin Christa Weik gestern vor dem Döbelner Amtsgericht. Sie sah keinerlei positive Tendenz beim 19-jährigen Angeklagten. Sogar das Gegenteil: schädliche Neigung. Ohne vorherigen Warnschussarrest, wie es sonst üblich ist, verurteilte das Jugendschöffengericht Maik G.* zu einem Jahr ohne Bewährung.

Maik G. hätte Boxer werden können. Er war sogar auf der Sportschule in Chemnitz - ein Jahr lang. Dann begann die Zeit der Drogen: Crystal, kleine Diebstähle, Körperverletzung und große Diebstähle. Er geriet in ein abwärts-strudelndes Netzwerk. "Am Anfang waren es Freunde, später haben sie mit Dresche gedroht", sagt der 19-Jährige am Dienstag vor Gericht. Gedroht, für den Fall, dass er nicht weiter mitspiele. Daher wolle er auch die Namen nicht nennen. Seinen Finger kann Maik G. nicht mehr strecken. "Was ist mit damit?", fragen zu verschiedenen Zeitpunkten die Jugendgerichtshilfe und die Richterin. Sie bekamen zwei Versionen zu hören.

Der größte Coup auf der Anklageschrift ist ein Kupferklau im November 2011. Die Beute aus Waldheim: 2000 Euro. "Die Hintermänner haben überall geguckt, wo man Kupfer klauen konnte", gesteht der Angeklagte. Dann sei der Anruf gekommen und er habe springen müssen. In diesem Fall mit einem Unbekannten. Anfangs will Maik G. noch verharmlosen, doch die Beweislast ist erdrückend. Im Wald wurden seine DNA-Spuren gefunden und an dieser Stelle sah es aus, "als ob einer wochenlang mit dem Cutter die Isolierung von den Kabeln getrennt hätte", sagt Christa Weik. Später in der Verhandlung erklärt die Richterin, dass der Kupferklau schon fast gewerbsmäßigen Charakter habe - strafrechtlich hätte das eine noch höhere Dimension. Ein weiteres Verfahren gegen den 19-Jährigen steht noch aus, wegen Kupferdiebstahl im Wert von 8000 Euro. Nur der beobachtete Komplize ist bisher nicht auffindbar gewesen.

Die weiteren Anklagepunkte: Hausfriedensbruch, dreimal Fahren ohne Fahrschein. Und drei kleinere Diebstähle: Zigaretten, Essen und Energy-Drinks. Insgesamt ein Schaden von knapp 40 Euro. Nur durfte der 19-Jährige die Läden teilweise schon nicht mehr betreten. "Und warum?", fragt Richterin Weik, "weil Sie bereits überall geklaut haben". Wegen Diebstahls ist Maik G. schon zweifach vorbestraft und hatte jeweils eine richterliche Weisung und Auflagen erhalten: Sozialtraining, Drogentherapie und Maßnahmen für den Berufseinstieg. Der Angeklagte erschien zu keinem einzigen Termin.

"Sie fühlen sich wohl in solchen Strukturen", sagt die Richterin. Trotz aller Hilfen, die ihm zur Seite gestellt wurden, der Angeklagte bekommt sein Leben nicht in den Griff. Schildere immer wieder aus dem Teufelskreis ausbrechen zu wollen. "Aber es geht ihm am Hintern vorbei und er hält sich an keine Norm." 18 Straftaten in zwei Jahren: keine Chance auf eine Bewährungsstrafe, sondern ein Jahr direkt hinter Gitter. *Namen geändert

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