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Döbeln 19. Historischer Besiedlungszug macht gleich dreimal im Altkreis Döbeln Station
Region Döbeln 19. Historischer Besiedlungszug macht gleich dreimal im Altkreis Döbeln Station
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21:06 24.07.2012
Ulrike Locher und Rocco Kluge schleppen eine schwere Weidentruhe, in der sich ihre Habseligkeiten für den Besiedlungszug befinden. Das Zelt steht bereits, nun muss es nur noch so gemütlich wie möglich eingerichtet werden.

Das idyllische Plätzchen am Fuße von Gleisberg und direkt an der Freiberger Mulde gelegen füllt sich allmählich. Nach und nach entladen die fast 200 Teilnehmer die Planwagen, die Zelte werden aufgebaut, die Pferde versorgt. Vor vielen Jahren waren die Siedler schon einmal hier, eigentlich nicht ganz freiwillig. "Abgesprochen war damals, dass wir in Roßwein auf dem Festplatz am Lindenhof das Lager aufschlagen. Doch der damalige Bürgermeister machte einen Strich durch die Rechnung. Das hier war dann der Ausweichplatz", berichtet Beck. Und auch diesmal war die Gleisberger Wiese nicht die erste Wahl. "Wir wollten eigentlich nach Niederstriegis, an den Zusammenfluss von Striegis und Mulde, doch das hat nicht geklappt, da es sich um Privatland handelt", berichtet der Locator. Dafür funktioniert die Zusammenarbeit mit der Stadt Roßwein diesmal gut. "Die Zufahrt zur Wiese wurde extra noch einmal geschottert."

Die Siedler selbst bekommen von all diesen organisatorischen Dingen nichts mit. Nur wenn sich wie gestern der hölzerne Badezuber - ein Novum beim Besiedlungszug - nur ganz langsam füllt, weil die Pumpenleistung nicht ausreicht. Doch wir sind ja eigentlich im Mittelalter. Wie Hagen Geyer aus Glauchau, der im wirklichen Leben Bauingenieur und zum ersten Mal dabei ist. Er muss mit dickem Garn und Nadel sein kaputtes Zelt nähen, während sich seine Frau und die zehnjährige Tochter Lena ausruhen vom Fußmarsch. "Wir wurden durch Freunde darauf gebracht, einmal beim Besiedlungszug mitzumachen. Bis jetzt ist alles o.k.", sagt Hagen Geyer.

Iris Knobloch aus Flöha ist hingegen schon zum 15. Mal dabei, trotzdem nach der gestrigen Strecke ganz schön geschafft. Nicht etwa wegen der 30 Grad im Schatten, die in der Mittagszeit herrschen. Solche Temperaturen sind die Siedler gewohnt und mögen sie lieber als Regen. "Mit zwei kleinen Kindern ist es eben schon ganz schön anstrengend", erklärt Iris Knobloch ehrlich. Die einjährige Lina zieht sie die ganze Zeit selbst mit dem Handwagen. Ella, vier Jahre alt, darf im Planwagen mitfahren. Heute, zum Glück, ist Ruhetag in Gleisberg, freut sich die Siedlerin. Olaf Büchel

Der diesjährige Besiedlungszug zählt 198 Teilnehmer, 47 Pferde, zwei Esel und mindestens acht Hunde;

Die älteste Teilnehmerin ist Hanna Beck, Mitte 70, die jüngste Lina Knobloch aus Flöha, die gerade erst ein Jahr alt geworden ist,

Die kürzeste der insgesamt sieben Etappen war die gestrige von Berbersdorf nach Gleisberg mit 11,5 Kilometern, die längste - da es nicht auf der direkten Landstraße, sondern auf Feld- , Wald- und Wiesenwegen entlang geht - wird mit 21 Kilometern der Abschnitt Baderitz-Döbeln werden; insgesamt legen die Siedler bis zum 29. Juli eine Strecke von rund 130 Kilometern zurück;

Heute verbringen die Siedler einen Ruhetag auf der Wiese gegenüber dem Gleisberger Bahnhof, trotzdem sind vor allem am Nachmittag Gäste willkommen: es spielt die Gruppe Scharlatan auf, es gibt Rostbratwürste, unter anderem vom Pferd und bei verschiedenen Händlern können Felle, mittelalterlicher Schmuck und ähnliches erworben werden;

Morgen wird am Stausee Baderitz das Lager aufgeschlagen, das Lagerleben kann etwa ab 16 Uhr beobachtet werden, Gaukler und Musikanten spielen;

Zum ersten Mal in der 19-jährigen Geschichte des Besiedlungszuges macht dieser in Döbeln Station. Zelte und Wagenburg werden am Freitag in den Klostergärten errichtet, auch dort sind ab zirka 16 Uhr Besucher willkommen.

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