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20 Jahre Förderverein werden gefeiert

Kloster Buch 20 Jahre Förderverein werden gefeiert

Das Kloster Buch geht den Bach hinunter – vor etwa 500 Jahren. Die dort lebenden Zisterziensermönche hätten einen neuen Abt wählen können.Haben sie aber nicht. Die Geschichte nimmt einen anderen Verlauf. Zur Festveranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Fördervereins Kloster Buch wird an den Erstbezug vor 825 Jahren erinnert.

20 Jahre Förderverein Kloster Buch: Heiner Stephan (v.l.) mit Gästen der Festveranstaltung vorm Abthaus.

Quelle: Sven Bartsch

Klosterbuch. Eins ist Fakt: Das Kloster Buch hätte auch kurz nach der Wende den Bach hinunter gehen können. Ist es aber nicht. Es fanden sich Menschen, die von der ersten Stunde an eine gewisse Vision hatten, wie aus dem landwirtschaftlichen Volksgut eine Stätte der Soziokultur wird.

Zur Feierstunde anlässlich des 20-jährigen Bestehens vom Förderverein Kloster Buch nennt der Denkmalschützer Steffen Delang am 17. Mai ihre Namen: Gerhard Mattuschka, Peter Rentsch und Eberhard Leithold. Die drei wirkten bereits für das Kloster, da ließ die Gründung des Fördervereins Kloster Buch noch auf sich warten. 1992 werden die ersten Versuche unternommen, die Eigentumsverhältnisse am Kloster zu klären. Zu dem Zeitpunkt ist der Freistaat Sachsen Eigentümer des Klosters als Baukörper nebst dazugehörigem Land.

Keiner will die alten Mauern haben

Die Treuhand wollte den Gebäudekomplex nicht haben. Die Schlösserverwaltung Sachsen band sich die Immobilie ebenfalls nicht ans Bein. Nur die zum Kloster gehörenden Ländereien behielt der Freistaat gern: Aus bewirtschafteten Felder lässt sich schließlich Ertrag ziehen. Dem Kloster selber nützt das bis heute nichts. Geld für die Sanierung des Abthausdaches, das größte der jüngsten Projekte, muss der Verein anders stemmen beziehungsweise mit Glück und noch mehr Geschick Menschen für die Unterstützung gewinnen.

Einer, der das mit Herzblut tut, ist Heiner Stephan. Vormals Bürgermeister von Leisnig, erlaubt er sich während der Jubiläumsfestveranstaltung einen Exkurs in die jüngere Geschichte des Vereins und damit des Klosters Buch. Unangenehme Wahrheiten spart er nicht aus. Mit seiner besonderen Art von Humor benennt er die Tatsachen, die jeden Freund des Klosters traurig oder wütend machen müssten und die ihm jene, an deren Adresse sie gehen, hoffentlich nicht verübeln.

Viel Achtung und wenig Geld für wackeren Streiter

Dass viele Heiner Stephan als wackeren Streiter für das Kloster Buch achten, wurde zur gestrigen Feierstunde mehr als deutlich. Er badet aufrecht etwas aus, was er sich und der Stadt selber einbrockte. Seinerzeit als Leisniger Verwaltungsoberhaupt war er einer Empfehlung aus der sächsischen Landesregierung gefolgt. Er schlug den Ratsmitgliedern vor, die Stadt möge das Kloster in Obhut nehmen. Wie Stephan andeutet, gab es im Stadtrat dazu kontroverse Auffassungen.

Für eine Mark geht der Handel über die Bühne. Für den Förderverein konnte zum Beispiel Manfred Graetz als damaliger Döbelner Landrat gewonnen werden und weitere Akteure wie Brunhilde Becker, die der weiteren Klosterentwicklung eine Struktur gaben. So formuliert es das heutige Leisniger Stadtoberhaupt Tobias Goth (CDU). Diesen Menschen ist es zu verdanken, dass der Freistaat Sachsen 1998 zum ersten Mal zu einem großen Erntedankfest einlud, und zwar ins Kloster Buch - ein Schritt, das Kloster auf feste Füße zu stellen, denn daraus entwickelte sich später der monatliche Bauernmarkt. Heute ist er die sicherste wirtschaftliche Einnahmequelle des Fördervereins.

Wer arm ist, kann nicht viel falsch machen

Die Sanierung des Abthausdaches kann selbst daraus nicht finanziert werden. Und dies hätte den Verein beinahe ins Straucheln bringen können. „Wir sind arm und Armut ist der beste Denkmalschutz. Da kann man nicht so viel falsch machen“, witzelt Stephan bauernschlau. Ein bissen mehr Geld könnte es schon sein fürs Kloster. Allein für die Sanierung vom Abthausdach sind 180 000 Euro mehr nötig als ursprünglich geplant.

Aus dem Kloster Buch ist ein weithin bekanntes Ausflugsziel geworden – ein Verdienst derer, die dort in den vergangenen Jahren gearbeitet haben und ehrenamtlich wirkten. Vertreter aus dem Leisniger Geschichts- und Heimatverein gehören ebenso dazu wie Mitglieder aus dem Kulturbund und weiter Akteure. Wie hatte es Heiner Stephan zu Beginn seiner Ansprache formuliert: „Ehrenamtliches Engagement macht das Gemeinwesen erst lebenswert.“

Von Steffi Robak

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