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Döbeln 200 Flüchtlinge in Chorens Schule? – Anwohner suchen Kompromiss
Region Döbeln 200 Flüchtlinge in Chorens Schule? – Anwohner suchen Kompromiss
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11:26 12.01.2016
Kerzen vor dem geplanten Asylbewerberheim in Choren Quelle: BARTSCH
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Choren

Es brodelt in Choren in der bis vor kurzem eigenständigen Gemeinde Mochau, die seit Jahresbeginn zu Döbeln gehört. In der ehemaligen Schule sollen ab Ende Januar bis zu 200 Flüchtlinge untergebracht werden. Zu viel, sagen Einige in dem 260 Einwohner kleinen Ort. „Das wäre so, als wenn Sie 18 000 Flüchtlinge nach Döbeln schicken würden“, meint Jens Liebscher. Der Chorener gehört zu den Initiatoren einer Gruppe von Anwohnern, die die Absichten des Landratsamtes nicht hinnehmen wollen.“Unser großes Ziel ist die Reduzierung der Anzahl der Flüchtlinge. Höchstens 40 – das ist eine Größenordnung, die zu bewältigen ist für den Ort“, sagt Liebscher. Man habe außerdem am liebsten nur Familien im Ort gewollt, wollte dafür sogar selbst beim Umbau der früheren Klassenräume mithelfen, doch das sei vom Landratsamt von vornherein ausgeschlossen worden.

Sorgen mache den Chorenern, dass 200 junge Männer in dem Ort nichts mit sich anzufangen wüssten. „Wir haben hier gar nichts, sind das absolute Dorf“, sagt Liebscher salopp. „Wenn Sie Kinder haben, die 15, 16 sind und die an der Bushaltestelle mit 30 jungen Männern um die 20 warten müssen, dann würde ich mir Sorgen machen“, pflichtet Uwe Dassler vom örtlichen Musikgeschäft bei.

Noch ist es nur eine lose Gruppe von Anwohnern, die am Sonntag mit einer „Andacht“ mit Kerzen vor dem Schulgebäude erstmals öffentlich für ihre Ziele eintrat. Doch das soll sich ändern, wenn der Landkreis nicht von seinen Belegungszahlen abweichen will. „Wenn es nicht zu einem tragbaren Kompromiss kommt, werden wir die Möglichkeit in Erwägung ziehen, eine Bürgerinitiative zu gründen“, sagt Liebscher.

Doch zuvor soll eine sachliche Diskussion geführt werden. Erst vor kurzem hatte es eine Einwohnerversammlung mit 120 Teilnehmern gegeben, bei der der Leiter der Stabsstelle Asyl beim Landratsamt, Dieter Steinert, Fragen beantwortete. Am Montagabend war er wieder in Choren. Im Kulturhaus gab es diesmal ein kleineres Treffen mit nur rund zehn Vertretern aus Choren, um allzu überschäumende Emotionen zu vermeiden, so Liebscher.

Tenor der Landkreisverwaltung: „In der Schule ist Platz für rund 200 Asylbewerber und für diese Zahl wird das Haus auch hergerichtet. Ob dort jemals 200 untergebracht werden, ist jedoch völlig offen“, sagte Landkreis-Sprecher André Kaiser der DAZ. Derzeit würden Anschlüsse für Herde und Waschmaschinen installiert. Von außen sind zudem schon Etagenbetten zu sehen. Außerdem werde derzeit noch eine Einbindung in den örtlichen Busverkehr beraten.

Ob sich die Chorener damit zufrieden geben, ist fraglich. „Momentan ist der Protest noch friedlich, aber die Frage ist, wie lange noch“, sagt Liebscher. „Wir haben hier alle Kategorien von Leuten am Start und da sind einige dabei, die ich vor dem Heim nicht brauche.“

Von Sebastian Fink

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