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Döbeln 2007: Döbelner Pferdebahn wird als Touristenattraktion wieder in Betrieb genommen
Region Döbeln 2007: Döbelner Pferdebahn wird als Touristenattraktion wieder in Betrieb genommen
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12:40 13.09.2016
Logo 25 Jahre DAZ Quelle: DAZ
Döbeln

Juni 2007: An diesem Wochenende schaute ganz Deutschland nach Döbeln. Mit drei tollen Festtagen wurden das Döbelner Theater samt seinem architektonisch reizvollen gläsernen Anbau wiedereingeweiht und die Döbelner Pferdebahn fast genau 115 Jahre nach dem Start ihres historischen Vorbildes wiederbelebt. Zwei Dinge, die zusammen die Stadt Döbeln einzigartig machen.

„Alles Pferdebahn“, sagte Pferdebahnvereinschef Uwe Hitzschke in Anlehnung an den berühmten Spruch „Alles Walzer“ beim Wiener Opernball. Die beiden Eröffnungen konkurrierten dabei keineswegs miteinander, denn die Endhaltestelle der Pferdebahn war direkt vor dem neuen gläsernen Theateranbau eingerichtet worden. Der Obermarkt war am Sonnabendvormittag so voll wie zuletzt beim Tag der Sachsen 2004. Einige tausend Menschen, viele aus Hamburg, Berlin, Bayern, Baden-Württemberg und dem Saarland, hatten von dem Großereignis durch die Medienberichterstattung gehört und wollten das Ereignis keinesfalls verpassen. Auffällig dabei, dass die Zahl der Hobbyfotografen und Hobbyfilmer mit ihren Stativen bei keiner der insgesamt 30 Pferdebahnfahrten des Wochenendes abzunehmen schien. Jeder der 500 Meter historischer Schienenstrecke wurde scheinbar im Bild festgehalten.

Allein an jenem Sonnabend zählten Fahrkartenkontrolleur Roland Faustmann und Ingrid Lippert im Fahrkartenverkaufsstand vor dem Alten Amtshaus 181 Erwachsene und 60 Kinder als Fahrgäste. Nicht gerechnet die beiden ersten Fahrten mit Ehrengästen und Sponsoren. Am Sonntag waren es noch einmal so viele. Nach jeweils sieben oder acht Fahrten und jeweils kurzer Rast am Theater wurden die Pferde getauscht. Elli, das gutmütige sächsische Kaltblut aus Kohren-Sahlis zog den Wagen mühelos und auch Jule, das 16-jährige Warmblut, machte jeweils in der Nachmittagsschicht eine gute und trotz der Hitze entspannte Ar- beit. Mit der Bahn zogen die Gäste in Scharen zum Theater um dort das neue Haus zu besichtigen, eine echte Uraufführung zu erleben und von Theaterleuten, Jugendtheater und den Tanzvereinen der Stadt am neuen Musentempel unterhalten zu werden. Der neue gläserne Anbau konnte dabei dank der Sommerhitze gleich so genutzt werden, wie es Architekt Maik Schroeder plante: Das Theater öffnete sich nach außen zum neuen Theaterplatz.

Der Traditionsverein Döbelner Pferdebahn hat zwischenzeitlich sein erklärtes Vereinsziel mehr als nur erreicht. Die Pferdebahn wollte zur Belebung der Innenstadt beitragen und Döbeln bekannter machen. An jedem ersten Sonnabend im Monat lädt die Pferdebahn zum regulären Fahrtag ein und lockt dabei Gäste in die Stadt, die dann auch Bummeln, Einkaufen und in Cafés und Gaststätten einkehren. Zudem gibt es jedes Jahr zahlreiche Sonderfahrten, die manchmal ganze Reisebusse an Gästen in die Stadt ziehen.

Der 2002 kurz vor der Jahrhundertflut gegründete Pferdebahnverein hat mittlerweile auch das Deutsche Pferdebahnmuseum in Döbeln eröffnet und ist aus dem Stadtbild und als Botschafter der Stadt Döbeln nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile wird für Döbeln an der Autobahn auch mit einem Pferdebahnschild geworben.

Die Flut 2002 hat im Nachhinein die Umsetzung der Idee zur Wiederbelebung der Pferdebahn ein wenig beschleunigt. Döbeln kam nach den Ereignissen ins Europäische Förderprogramm EFRE, konnte mit einem Architektenwettbewerb den Ober- und Niedermarkt neugestalten. Die Pferdebahnschienen zu integrieren wurde allen Architekten in die Aufgabenbeschreibung geschrieben.

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Von Thomas Sparrer

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