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Döbeln 23-Jähriger soll mit Rauschgift gehandelt haben und steht nun in Döbeln vor Gericht
Region Döbeln 23-Jähriger soll mit Rauschgift gehandelt haben und steht nun in Döbeln vor Gericht
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14:34 15.12.2015
Hat ein 23-Jähriger einem Mann aus der Region Döbeln versucht, ein Gramm Kokain zu verkaufen? Dieser Frage geht Strafrichter René Stitterich seit Dienstag im Amtsgericht Döbeln nach. Quelle: dpa
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Döbeln

Marihuana und Crystal – das sind die verbotenen Rauschmittel, die im Amtsgericht Döbeln normalerweise eine Rolle spielen. Dass hier mal einer wegen Kokain vor dem Kadi steht, ist recht selten und kommt nur aller Jubeljahre vor.

Selten ist aber nicht nie und so steht seit Dienstag ein mutmaßlicher Kokain-Händler vor Strafrichter René Stitterich. Er soll einem Mann aus der Region Döbeln besucht haben, um ihm ein Gramm Koks zu verkaufen, hatte außerdem noch Marihuana dabei. Im Handschuhfach seines Autos lag eine Schreckschusspistole, die jedoch nicht geladen war. Ohne einen kleinen Waffenschein darf man so eine Waffe auch nicht griffbereit draußen rumkutschieren. Wer es trotzdem tut, verstößt gegen das Waffengesetz. Egal, ob die Knarre geladen ist oder nicht.

„Das war eine doofe Sache“, räumte der 23-Jährige ein. Den Kokain-Handel stritt er ab. „Die Drogen wurden zum gemeinsamen konsumieren gekauft. Wir wollten uns einen schönen Abend machen. Es war nicht zum Verkauf gedacht“, sagte der Angeklagte. Die Schreckschusswaffe habe nicht mit dem Vorsatz im Auto gelegen, um sie griffbereit für den Einsatz zu haben. „Die habe ich schlichtweg vergessen“, so der 23-Jährige. Er schien auf alle Fragen des Richters eine Antwort zu haben. „Wieso haben Sie eine Feinwaage dabei, wenn die Drogen nur dem Eigenverbrauch dienten?“, fragte René Sttterich. Feinwaagen gelten als Anfangsverdacht dafür, dass jemand nicht nur Drogen konsumiert, sondern diese auch verkauft. „Das war zur Eigenkontrolle. Man wird schließlich oft genug betrogen“, der Angeklagte.

Dealer oder nicht?

Richter Stitterich sprach den jungen Mann auch auf die Ergebnisse der Telefon-Überwachung an, denn die Polizei hörte mit. Wieso er mit dem Mann am Telefon über Preise gesprochen habe. „Wenn ich mir mit jemanden einen schönen Abend machen will, spreche ich doch nicht über Preise“, stellte der Richter in den Raum. „Das ist eine recht teure Angelegenheit. Da geht es um 140 bis 200 Euro. Da redet man sehr wohl über Preise“, entgegnete der Angeklagte.

Das Abhören seines Telefons mit richterlichem Beschluss brachte die Drogenfahnder auf die Fährte des Mannes. Zoll und Polizei dürfen beim Verdacht auf Drogenstraftaten unter anderem mithören, wenn es Hinweise gibt, dass der Tatverdächtige mit Rauschgift handelt. Außerdem wird der Drogendealer in der Regel härter bestraft, als der normale Konsument, den die Polizei mal mit ein paar wenigen Gramm Rauschgift hops genommen hat. Wohl auch deswegen wusste der Angeklagte auf jede Frage eine zunächst nachvollziehbare Antwort, die ihn mit Dealerei in Verbindung brachte. Richter Stitterich will nun mit weiteren Beweismitteln aufklären, ob der Mann mit dem Koks auch ein Dealer ist. Der Prozess geht darum an einem anderen Verhandlungstag weiter.

Von Dirk Wurzel

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