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23-Jähriger verprügelt seine Ex in Döbeln – Gericht schickt ihn in den Knast

Gewaltorgie 23-Jähriger verprügelt seine Ex in Döbeln – Gericht schickt ihn in den Knast

Nicht allzu oft stehen Männer vor Gericht, die ihre Partnerinnen verprügeln. Viele Frauen scheuen sich vor einer Anzeige. Bei einer jungen Döbelnerin ist das anders. Sie hatte sich gerade von ihrem Freund getrennt, der sie übel geschlagen und verletzt hatte. Die Strafe für den jungen Mann fiel recht hart aus.

Weil er seine Ex-Freundin krankenhausreif prügelte, muss der 23-jährige Döbelner Domenik M. für neun Monate ins Gefängnis. So lautet das Urteil des Amtsgerichtes Döbeln.

Quelle: dpa

Döbeln. Im Trennungsschmerz tickte Domenik M. aus. Er schlug seine Ex-Freundin krankenhausreif. Dafür fährt er jetzt ein, wenn es nach dem Willen des Strafrichters René Stitterich geht. Er verurteilte den Arbeitslosen am Donnerstag im Amtsgericht Döbeln wegen Körperverletzung und wegen eines Drogenvergehens zu neun Monaten Haft. Auch der Besitz von 0,11 Gramm Crystal ist grundsätzlich strafbar. Zu den Prügel-Vorwürfen schwieg er, den Drogenbesitz räumte der junge Mann ein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Erst auf den Kühlschrank, dann auf den Kopf

Den Großteil der Gesamtstrafe bekam M. für die Gewaltorgie vom 26. Juli 2015 in einer Döbelner Wohnung. Eigentlich wollte sie mit ihrem Ex-Freund nur Kaffee trinken, sagte die Geschädigte, eine junge Frau Mitte der 20, Kfz-Mechanikerin von Beruf. Aber: „Er ist ausgerastet. Hat erst mit der Faust gegen den Kühlschrank geschlagen. Dann hat er vom Kühlschrank abgelassen. Da hatte ich die erste sitzen.“ Mit der Faust habe sie der Angeklagte geschlagen. Außerdem habe er sie gewürgt. Als sie weinte, schloss Domenik M. das angekippte Fenster, nahm ein Messer aus dem Block und bedrohte die junge Frau damit. „Er sagte, ich solle leise sein und ich hätte eine Woche Zeit, mich für ihn zu entscheiden“, sagte die Geschädigte.

Trommelfell gerissen

Es war nicht das erste Mal, dass Domenik M. die Frau schlug. Warum sie nicht früher zur Polizei gegangen sei, wollte Richter Stitterich wissen. „Das war eine Backpfeife, das hab ich ihm vergeben“, bekam er zur Antwort. Die junge Frau hatte sich dann trotzdem getrennt. Es habe oft Streit wegen Lappalien gegeben. Außerdem habe er die falschen Freunde gehabt, sei in üble Kreise geraten. Nach dem Gewaltausbruch Mitte Juni vergangenen Jahres ging die Geschädigte umgehend zur Polizei, die sie zuerst ins Krankenhaus schickte. Die dort zu Beweiszwecken angefertigten Fotografien sind schockierend, zeigen ein mit Hämatomen übersätes Gesicht. Schlimmer noch: Der Frau riss durch die Schläge das Trommelfell. Die Ärzte in den Elblandklinken Riesa operierten die Kfz-Mechanikerin. Dreieinhalb Wochen war sie krankgeschrieben. Auf dem betroffenen Ohr hört sie nun nicht mehr richtig.

Kritik an Jugendstrafrecht

„Ich hätte nicht übel Lust, Sie gleich einsperren zu lassen“, sagte Richter Stitterich zum Angeklagten, als er das Urteil begründete. Der 23-Jährige störte nämlich, indem er René Stitterich dazwischen quatschte. Der Richter nutzte die Urteilsbegründung für eine Kritik am Jugendstrafrecht: „Da wird erst mit dem Finger gewunken. Der Erziehungsgedanke hat bei Ihnen aber versagt. Eigentlich hätte man Sie schon beim zweiten Mal in Arrest sperren müssen.“

Fünfmal kam Domenik M. im Jugendgericht äußerst gut weg. Das stellte die Verfahren wegen des Verwendens Nazi-Kennzeichen sowie Körperverletzung ein oder reagierte mit richterlichen Weisungen beziehungsweise Verwarnungen. Wegen gefährlicher Körperverletzung saß Domenik M. dann später im Gefängnis. Als er seine Ex-Freundin verprügelte, war er auf Bewährung draußen.

Von Dirk Wurzel

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