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Döbeln 275 000 Euro für schnelles Internet in Zschaitz-Ottewig
Region Döbeln 275 000 Euro für schnelles Internet in Zschaitz-Ottewig
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23:00 13.06.2017
Der Zschaitzer Bürgermeister Immo Barkawitz hofft auf eine 100-prozentige Förderung des Internetausbaus Quelle: Sven Bartsch (Archiv)
Zschaitz

274 511 Euro. Genau so viel müsste die Gemeinde Zschaitz-Ottewig als Eigenanteil investieren, um flächendeckend mit Glasfaserkabeln in jedes Haus (FTTP) versorgt zu werden. Die Zahl gab Bürgermeister Immo Barkawitz (Freie Wähler) in der Gemeinderatssitzung am Montagabend im Zschaitzer Gasthof Zur Post bekannt. Zugleich erklärte er, dass es eine Eigenausbauerklärung eines Netzanbieters gibt, die rund 30 bis 35 Prozent des Gemeindegebietes umfassen. „Das betrifft das Kerngebiet Zschaitz, Möbertitz, Lüttewitz und Goselitz, das hier zusammenhängt“, sagte Barkawitz. Für weiter außen liegende Ortsteile wie Glaucha, Auterwitz oder das Wolfsgut müsste die Kommune die Bundesförderung in Anspruch nehmen. Zehn Prozent der Ausbaukosten von knapp 2,75 Millionen Euro blieben als Eigenanteil an der Kommune hängen.

Die Sitzung diente aber noch nicht zur Beschlussfassung, sondern zunächst der Information und Debatte. „Der Grundtenor ist trotz der hohen Summe, dass wir in der nächsten Ratssitzung beschließen, den Fördermittelantrag zu stellen“, sagte Barkawitz im Gespräch mit der DAZ. Zwar seien fast alle Gemeinderäte und auch er selbst der Meinung, dass die Internetversorgung heute zur Infrastruktur wie Gas, Wasser oder Strom gehöre. Dennoch wolle sich niemand grundsätzlich gegen den Ausbau stellen.

Die beiden Alternativausbaumöglichkeiten FTTC mit vielen Verteilerkästen bis in die Näher der Häuser und Vectoring mit Nutzung der vorhandenen Kupferkabel blieben in der Präsentation vor den Zschaitzer Räten außen vor. „Das haben wir gleich verworfen. Es wäre etwas preiswerter, aber wenn der Ausbau zwei bis drei Jahre dauert, dann ist die Technik schon wieder veraltet“, meinte Barkawitz.

Eine Befragung unter den Anwohnern nach dem Interesse am Breitbandausbau wie in der Gemeinde Großweitzschen (die DAZ berichtete) ist in Zschaitz-Ottewig nicht vorgesehen. „Einerseits ist das Abfragen des aktuellen Interesses nicht weit genug gedacht. Wer weiß, wer später mal in dem Haus wohnt. Andererseits kann ein Haus natürlich auch plötzlich leer stehen, das Risiko geht man ein“, sagte der Bürgermeister dazu. Zudem rechnen Netzanbieter ohnehin nur mit 40 Prozent der angeschlossenen haushalte als künftigen Kunden.

Doch auch wenn der Zschaitzer Fördermittelantrag bis zum Stichtag Ende September eingereicht wird und etwa sechs Monate später ein positiver Bescheid vorliegt, heißt das nicht, dass die Kommune diesen auch annimmt. „Wir können den Eigenanteil nicht bezahlen. Wir müssten einen Kredit aufnehmen. Spätestens wenn wir eine positive Fördermittelzusage haben, müssen wir uns darüber einen Kopf machen“, sagt Barkawitz.

Er hoffe, dass sich politisch noch etwas ändert und aufgrund der finanziellen Probleme auch anderer Kommunen mit dem Ausbau die Förderung auf 100 Prozent steigt. “Wenn sich die Regierung auf die Fahnen schreibt, schnelles Internet für alle, dann muss sie das auch bezahlen. Für Firmen und junge Leute ist das Internet ein Effekt, ob sie aufs Land ziehen oder nicht.“

Von Sebastian Fink

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