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28. Sachsen-Dreier startet in Döbeln

28. Sachsen-Dreier startet in Döbeln

Noch genau 67 Tage sind es von heute an, bis Sachsens beliebteste Frühlingswanderung, der Sachsen-Dreier, am 14. April zum 28. Mal hunderte Leute nach Döbeln ziehen wird.

Döbeln.

 

Genau genommen sind es seit Jahren Tausende - zuletzt wanderten 3075 Gäste bei der von der Abteilung Bergsteigen und Wandern des ESV Lok Döbeln organisierten Traditionsveranstaltung mit. Auf dem Stadtsofa der DAZ sprach Organisationsleiter Günter Schär über Statistiken, Taktiken, Brot und Fett.

Frage: In diesem Jahr wird wieder in Richtung Kloster Altzella gewandert. Trotzdem sind die Wege andere als vor drei Jahren?

Günter Schär: Ja, wir laufen diesmal die Route anders herum. Das machen wir immer so, so haben Wanderer, die bei jedem Sachsen-Dreier dabei sind, nur aller sechs Jahre eine echte Wiederholung.

Ändert sich für Sie in der Organisation dadurch etwas?

Es ergeben sich andere Verpflegungsstellen, die teilweise erst gefunden werden müssen.

Das klingt jetzt ein bisschen problematisch?

Naja, es ist nicht ganz so leicht, einen passenden Fleck zu finden, wie man sich das als Außenstehender vielleicht vorstellt.

Das heißt?

Die Stelle muss einige Anforderungen erfüllen. Am Beispiel unserer Hauptverpflegungsstelle, die diesmal auf dem Gelände des ehemaligen Wildgeheges in Hermsdorf sein wird, lässt sich das gut erklären. Diesen Punkt werden die meisten Wanderer passieren, nämlich alle, die nicht die kürzestes Strecke laufen. Für uns heißt das: Um die 2000 Teilnehmer marschieren da durch. Dem entsprechend viel Platz muss die Verpflegungsstelle bieten - es müssen zwei Zelte für unsere Helfer, bei schlechtem Wetter zwei für die Wanderer aufgebaut werden können. Der Platz muss für die beiden Versorgungsfahrzeuge gut zu erreichen sein, damit Nachschub im Tagesverlauf gewährleistet ist.

Stichwort Versorgung: Wie plant man so etwas für eine alle Jahre wieder unbestimmte Teilnehmerzahl?

Dabei helfen uns unsere Erfahrungen und die Statistik, die ich seit 1994 im Computer führe. Wir orientieren uns jeweils an der Zahl der Wanderer aus dem Vorjahr. Für den 28. Sachsen-Dreier bedeutet das: Wir müssen von 3000 Startern ausgehen. Die verteilen wir anhand der Statistik dann auf die einzelnen Strecken, so dass wir eine Ahnung davon bekommen, wie viele Wanderer jeweils an den einzelnen Verpflegungspunkten entlang kommen.

Und danach wird entschieden, an welcher Stelle wie viel Tee, Brot und Fett vorgehalten werden muss?

Genau. Zwei Drittel der gesamten Verpflegung wird morgens auf unsere insgesamt zehn Verpflegungspunkte verteilt. Ein Drittel bleibt auf den beiden Fahrzeugen, die dann je nach Bedarf Nachschub anliefern.

Von welchen Mengen sprechen wir denn?

Ganz konkret sprechen wir in diesem Jahr von 1000 Litern Tee, 225 Broten zu je knapp einem Kilo und 85 Kilogramm Fett, das von Brigitte Leopoldt wieder verfeinert und auf 102 Schüsseln verteilt wird. Und insgesamt haben wir diesmal 5700 Trinkbecher veranschlagt, wobei allein 3000 an unserer Hauptverpflegungsstelle deponiert werden.

Das klingt nach genauen Berechnungen im Vorfeld...

Das sind Erfahrungswerte. Für fünf Wanderer planen wir einen Liter Tee. Auf 2,2 Kilogramm Brot braucht man eine Schüssel Fett. Allerdings: Wenn es kalt ist, geht mehr Fett pro Schnitte weg, weil es unsere Frauen dann dicker schmieren müssen...

Der Sachsen-Dreier hat über die Jahre eine unglaubliche Entwicklung genommen. Gibt es eine Teilnehmer-Schmerzgrenze für Sie als Organisatoren?

Als wir vor vielen Jahren 600 Wanderer dabei hatten, haben wir schon gestöhnt und gesagt, dass das die Schmerzgrenze ist. Jetzt sind wir bei 3000. Diese Grenze hat sich über viele Jahre fließend nach oben entwickelt. Wir können ja keinem Wanderer sagen, dass er nicht mitlaufen darf.

Das heißt, 4000 Teilnehmer wären für den ESV auch kein Problem?

Oh je, wir wollen es mal nicht beschwören. Natürlich gibt es Grenzen, wobei ich diese nicht in der Versorgung unserer Wanderer sehe. Was unsere Helfer angeht, haben wir Gott sei Dank keine Probleme - wir bekommen immer wieder Anfragen und Angebote zur Hilfe. Grenzen sehe ich bei der aktuellen Teilnehmerzahl schon an manchen Stellen unserer Strecken. An schmalen Wegen staut es sich schon mal, ist Geduld bei den Wanderern gefragt. Genau wie an den Stempelstellen, vor allem früh, kurz nach dem Start. Für uns bedeuten mehr Teilnehmer, dass wir an den Verpflegungspunkten Platz schaffen, die Versorgungsstrecke entzerren, damit es sich nicht so staut.

Wie viele Helfer sind denn in diesem Jahr im Einsatz?

Alle zusammen gerechnet, sind es über 70 Vereinsmitglieder, Angehörige Freunde. Der Mittelsächsische Reit- und Fahrverein hilft bei der Betreuung der Verpflegung in Hermsdorf, das Welwel-Team steht auch wieder zur Verfügung. Die Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt Döbeln, die ja Mitveranstalter ist, helfen uns auf vielfältige Weise - beim Anbringen von Tafeln beispielsweise und sie fahren die beiden Versorgungsfahrzeuge. Die Liste unserer Unterstützer ist lang - ohne sie würde es aber auch nicht funktionieren. Das fängt bei den Stadtverwaltungen an und hört bei den Sponsoren auf.

Start ist am 14. April, um 6.30 Uhr, im Lok-Stadion. Bis wann können sich die Wanderer dort ihre Urkunde abholen?

Wir haben uns nach ein paar Diskussionen entschlossen, eine halbe Stunde hinten dran zu hängen. Bisher war 18 Uhr Schluss, diesmal hat das Zielbüro bis 18.30 Uhr offen. Und wir hoffen, dass die ersten Wanderer nicht schon um 6 Uhr drängeln, dass sie ihre Startunterlagen bekommen. Halb Sieben geht es in Döbeln los, in Roßwein auf dem Markt öffnet das Startbüro, wenn der erste Bus die Wanderer gebracht hat - halb Acht.

Interview: Manuela Engelmann

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