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31-Jähriger prügelt sich vorm Lidl und kommt mit Geldstrafe davon

Schlägerei in Waldheim 31-Jähriger prügelt sich vorm Lidl und kommt mit Geldstrafe davon

Böse Worte und Fausthiebe sollen im April vergangenen Jahres auf dem Lidl-Parkplatz in Waldheim gefallen sein. Jetzt beschäftigte die Geschichte das Amtsgericht Döbeln und Strafrichter Janko Ehrlich klamüserte auseinander, was an ihr stimmte und was nicht.

Strafrichter Janko Ehrlich verurteilte den Mann zu 70 Tagessätzen Geldstrafe, was dieser mit Erleichterung aufnahm.

Quelle: dpa

Waldheim/Döbeln. Hoch her soll es Ende April vor dem Waldheimer Lidl gegangen sein. Ein Mann soll versucht haben, eine Frau zu schlagen, aber ihren Freund getroffen haben, der dazwischen gegangen sei. Außerdem habe er die Frau rüde beleidigt, wobei auch das unschöne F-Wort gefallen sei.

Der Mann ist 31 Jahre alt, kommt aus Waldheim und macht einen recht sympathischen Eindruck. „Ich war mit zwei Kumpels im Lidl einkaufen. Einen meiner Freund hatte die Frau des Klauens bezichtigt. Ich war leicht erregt und wollte sie zur Rede stellen“, sagte der Waldheimer in seinem Prozess im Amtsgericht Döbeln. Es habe ihn jemand geschubst, als er mit ihr gesprochen habe. Dem habe er einen Faustschlag mit der Linken versetzt, dann habe es eine Rangelei gegeben. „Ich habe die Frau nie beleidigt und erst zugeschlagen, als ich geschubst wurde“, so der Angeklagte.

Der Geschlagene war der damalige Freund der jungen Frau. Sie habe ihn zur Hilfe gerufen, sagte die 32-Jährige als Zeugin aus. Im Laden hatte sie nämlich den Kumpel des Angeklagten beobachtet, der sich seinen Rucksack vollgepackt hatte und offenbar ohne zu bezahlen verschwinden wollte. Ob er die Waren nicht bezahlen wolle, habe sie ihn gefragt. Der junge Mann sei ihr daraufhin recht blöd gekommen. Wohl in der Erwartung, dass die Situation vor dem Markt eskalieren könnte, rief die 32-Jährige ihren damaligen Freund an. Der wiederum hielt es bisher nicht für nötig, vor Gericht als Zeuge zu erscheinen. Auch nicht jetzt, als Richter Janko Ehrlich den dritten Anlauf unternommen hat. Darum verdonnerte er den Mann zu 300 Euro Ordnungsgeld oder drei Tagen Haft. Den Angeklagten verurteilte er wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen á zehn Euro. Die Beleidigung und die versuchte Körperverletzung an der Frau hielt Richter Ehrlich für nicht nachgewiesen. Für ihn stand fest, dass der Angeklagte wohl auf die Frau zugegangen ist. Ihr damaliger Freund habe somit in Nothilfe gehandelt, als er den Mann schubste. Deswegen habe der Angeklagte den Mann nicht straffrei schlagen dürfen. „Es ist schon verwunderlich, weshalb die Zeugin die Beleidigung durch Herrn N. (das war der klauende Kumpel des Angeklagten, d. Red.) plötzlich Ihnen in den Mund legt“, sagte Richter Ehrlich,.

Er könne mit den 90 Tagessätzen gut leben, die der Staatsanwalt gefordert hatte, sagte der Angeklagte in seinem letzten Wort. Seiner Verteidigerin, Rechtsanwältin Mandy Schützel, dürfte dabei zusammengezuckt sein, hatte sie doch 60 Tagessätze beantragt. Janko Ehrlichs Strafmaß lag dann in der Mitte.„Ich bin froh, wenn ich nicht ins Gefängnis muss“, sagte der 31-Jährige. Denn er ist auf Bewährung draußen. Ein Jahr und sechs Monate bedingter Haft lautete das Urteil damals, weil der 31-Jährige einen vielfach vorbestraften Waldheimer Crystal-Abhängigen mit einem Messerstich verletzt hatte. Es ging aber nicht um Drogen, sondern um eine Frau. Richter Ehrlich brachte das quasi im Dialog mit dem jungen Mann in Erfahrung, als er sein Urteil begründete. Das ist rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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