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Döbeln 32-Jähriger schlägt mit Bierflasche zu – Rocker verliert halben Zahn
Region Döbeln 32-Jähriger schlägt mit Bierflasche zu – Rocker verliert halben Zahn
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Sieben Monate Haft auf Bewährung gab es am Amtsgericht Döbeln für einen 32-Jährigen. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Waldheim/Döbeln

Für einen 31-Jährigen endete das diesjährige Stadtfest in Waldheim außerordentlich unsanft. In der Nacht zum 7. August bekam er auf einer Tanzfläche im Hinterhof des Obermarkts 10, auch als Bergmanns Hof bekannt, eine Bierflasche aus Glas ins Gesicht. Die Folgen für ihn: ein abgebrochener Schneidezahn, verletztes Zahnfleisch, eine Fraktur des linken Jochbeins, Schwellungen im Gesicht, kurzzeitige Bewusstlosigkeit.

Ein russischstämmiger Mann (32), der jetzt in Döbeln lebt, war angeklagt, diese Tat begangen zu haben, also eine gefährliche Körperverletzung. Der Berufskraftfahrer, der mit seiner Lebensgefährtin zwei Kinder hat, bestreitet das allerdings. Vor dem Amtsgericht in Döbeln sagte er: „Ich war auf dem Hof. Ich habe Bier getrunken mit Bekannten. Aber mit einer Glasflasche habe ich nix gemacht.“ Auf nochmalige Rückfrage von Richter Janko Ehrlich, ob er von dem Vorfall tatsächlich nichts mitbekommen habe, sagte der Angeklagte: „Nein!“

Schläge in der Sommernacht

Der Geschädigte und Zeuge, der zum Prozess mit einigen Freunden und im Rocker-Outfit erschien, weiß es anders: „Wir haben beide auf der Tanzfläche zur Musik einer Onkelz-Coverband getanzt. Da hat er mich zu sich herangewunken. Weil ich nicht wusste, worum es ging, bin ich auf ihn zugegangen und habe mich hinuntergebeugt, um zu hören, was er sagen wollte. Da hat er mich mit dem Arm nach unten gedrückt und mir die Bierflasche ins Gesicht geschlagen“, berichtete der Waldheimer, von Beruf Anlagenmechaniker. Beide würden sich nicht kennen. Es habe vorher keinen Kontakt, keine Beleidigungen oder verbale Auseinandersetzungen gegeben. „Das war eine Sache von einer halben Minute, dann war ich erst mal ausgeknockt“, sagte der Rocker. In einem war sich der Geschädigte, der ebenfalls erheblich alkoholisiert gewesen sein soll, sicher: Der Mann auf der Anklagebank war jener, der in der Sommernacht in Waldheim zugeschlagen hatte.

Das bestätigte ein weiterer Zeuge, ein 41-jähriger Maurer aus Waldheim. Er habe das Winken mit der Hand gesehen, das Herabbeugen seines Kumpels und wie dieser von der Flasche des anderen getroffen wurde. Er selbst habe den Mann, der zuschlug, danach festgehalten, um ihn der Security zu übergeben. Etwa 1,8 Promille stellten dann Polizeibeamte bei dem gebürtigen Russen fest, die Blutentnahme im Klinikum ergab 1,7 Promille. Zum Sachverhalt ließ er sich damals gegenüber der Polizei nicht ein.

Saufen schützt vor Strafe nicht

Staatsanwältin Angelika Rickert hegte nach den Zeugenaussagen keinen Zweifel, dass der 32-Jährige tatsächlich mit der Flasche zugeschlagen hat. Durch den Alkohol liege eine leichte Beeinflussung der Schuldfähigkeit vor. Aber: „Saufen schützt vor Strafe nicht.“ Die Tat sei kein minderschwerer Fall. Nicht für den Angeklagten sprach, dass er bereits 2014 vor dem Amtsgericht Meißen eine Geldstrafe wegen Körperverletzung erhielt. Rickert forderte sieben Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung für zwei Jahre und eine Geldauflage in Höhe von 800 Euro. „Ich bin überzeugt, dass sie mit der Flasche zugeschlagen haben. Warum auch immer. Irgendwas muss gewesen sein“, sagte Richter Janko Ehrlich. Er folgte dem Antrag der Staatsanwältin. Die Geldauflage ist in Raten an die Diakonie-Suchtberatung zu zahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Olaf Büchel

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