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Döbeln 32-Jähriger soll in Döbelner Wohnung randaliert haben
Region Döbeln 32-Jähriger soll in Döbelner Wohnung randaliert haben
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13:55 04.12.2015
Der 32-Jährige Angeklagte soll eine Schneise der Verwüstung durch die Wohnung seiner Freundin gezogen haben. Solche Fälle mit dem Hintergrund Beziehungsdrama verhandeln die Richter am Amtsgericht Döbeln oft. Quelle: Wolfgang Sens
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Döbeln.

Wie ein Berserker soll ein 32-Jähriger am 14 April in der Döbelner Wohnung seiner Freundin gehaust haben: Die Schrankwand zertrümmert, die Couch aufgeschlitzt, Fernseher und Musikanlage demoliert und zuguterletzt auch noch Konserven ausgeschüttet – solch üble Verwüstung sei auf das Konto des Angeklagten aus der Gemeinde Großweitzschen gegangen. So hat es zumindest seine Freundin bei der Polizei ausgesagt. Daraus hat die Staatsanwaltschaft eine Anklageschrift geschrieben, die sie am Freitag bei Strafrichter Janko Janko Ehrlich im Amtsgericht präsentierte. Sachbeschädigung warf die Anklagebehörde dem jungen Arbeitslosen vor.

„Ich weiß nicht was, in der Wohnung abgegangen ist. Sie hat den ganzen Tag getrunken gehabt, hat mich vollgemault. das hat mir gereicht, da bin ich gegangen“, sagte der Angeklagte, der den Tatvorwurf abstritt. Mit der mutmaßlichen Geschädigten ist er wieder zusammen.

Die 30-Jährige wollte im Zeugenstand nichts mehr davon wissen, dass ihr Freund ihre Wohnung zerlegt hatte. „Ich hatte getankt. Da bin ich durchgedreht“, sagte die junge Frau. Sie gab schließlich an, ihre Einrichtung selbst zerdeppert zu haben. „Ich war stinkig, weil er gegangen war“, sagte die Frau, weshalb sie ihren Freund angezeigt hatte.

„Das ist so eine Hassliebe zwischen Ihnen, das habe ich schon beim letzten Mal gemerkt“, sagte Richter Janko Ehrlich, der das Pärchen kannte. Sie saß bereits eine Geldstrafe wegen Diebstahls ab, er kam Mitte Dezember vergangenen Jahres aus dem Knast. Nach der Entlassung sei er der Frau „zufällig“ über den Weg gelaufen. Man war dann eben wieder zusammen. „Mal kracht es zwischen Ihnen, dann sind Sie wieder zusammen. Wenn Sie meinen, dass unter sich ausmachen zu müssen, muss sich die Justiz nicht einmischen“, sagte Richter Ehrlich, der den Angeklagten freisprach.

Einmischen wird sich die Justiz womöglich aber doch noch. Jemanden bei der Polizei wegen einer Straftat anzuzeigen, die der Betreffende gar nicht begangen hat, ist falsche Verdächtigung. So wird wohl die junge Frau wohl bald Post vom Gericht bekommen.

Von Dirk Wurzel

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