Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln 33-Jähriger bezieht Dresche vor Waldheimer Rathaus
Region Döbeln 33-Jähriger bezieht Dresche vor Waldheimer Rathaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:01 26.01.2016
Das Waldheimer Rathaus. Quelle: Sven Bartsch Bartsch
Anzeige
Waldheim/Döbeln

Knallhart zur Sache ging es Ende September 2015 vor dem Waldheimer Rathaus. Ein 33-jähriger Waldheimer bekam um die Mittagszeit Dresche. Mitarbeiter der Stadtverwaltung schritten ein. Ursache der handfesten Auseinandersetzung war eine Frau, wie sich am Dienstag im Amtsgericht Döbeln herausstellte.

„Begrüßen Sie die Leute immer so?“, fragte Richter René Stitterich den 37-Jährigen rhetorisch, als er dessen Einspruch gegen den Strafbefehl verhandelte. Mit diesem schriftlichen Urteil ohne Hauptverhandlung hatte das Gericht den Verkäufer wegen Körperverletzung zu 60 Tagessätzen á 30 Euro Geldstrafe verurteilt. Damit war der Waldheimer nicht einverstanden. Die Anklage sei nicht richtig und übertrieben. Der Geschädigte habe sich fallen lassen und „den ganzen Markt zusammen geschrien, um auf sich aufmerksam zu machen“, der junge Mann habe eine „große Show fabriziert.“

Der Angeklagte gab zwar zu, den 33-Jährigen geschlagen zu haben. Aber nicht so, wie im Anklagesatz beschrieben: Nämlich zuerst von hinten ins Gesicht und dann vorm Rathaus weiter ins Gesicht, als der Geschädigte bereits am Boden lag. So trug es Staatsanwalt Christian Kuka vor. Der Geschädigte sei für eine „private Misere“ verantwortlich. Deswegen sei er handgreiflich geworden, sagte der 37-Jährige. „Wenn einem früher in der Disco einer die Freundin ausgespannt hat, hat man sich auch geschlagen, ist nachher zusammen ein Bier trinken gegangen und hat nicht gleich das Gericht bemüht.“

Ein Fleischverkäufer hatte an jenem Tag von seinem Stand auf dem Wochenmarkt die Auseinandersetzung beobachtet: „Er hat den anderen zu Boden gezerrt und ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Mitarbeiter vom Ordnungsamt haben die beiden auseinandergebracht.“ Der Verprügelte bestätigte das. „Seine Freundin hatte ihn mit Kind verlassen und war mit mir zusammen“, sagte der 33-Jährige über das Motiv für die Schläge. Zum Zeitpunkt der Prügelei war das Paar aber wieder auseinander.

„Es gibt keinen Grund, jemanden zu schlagen. Wenn einer schon am Boden liegt, ist das besonders böse“, sagte Richter Stitterich. Er riet dem Angeklagten, seinen Einspruch zurückzunehmen. Hätte er ihn verurteilen müssen, wäre die Strafe höher ausgefallen. „Mit 60 Tagessätzen sind Sie gut bedient“, so der Richter. Der 37-Jährige folgte diesem Rat nach kurzer Diskussion. So bleibt es bei den insgesamt 1800 Euro Geldstrafe.

Von Dirk Wurzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Grundschüler aus Großbauchlitz, Leisnig, Mochau und Waldheim kämpften beim sportlichen Vergleich um die Pokale. Auch drei Förderschulen der Region waren bei den Wettkämpfen vertreten. Neben Spiel und Spaß ging es vor allem um Kondition und Koordination. Den Knirpsen hat’s gefallen: „Besser als Schule“, waren sich alle einig.

29.01.2016

Rassismus, Eifersucht und Freundschaft – darum ging es am Dienstag in einem Einpersonen-Stück des Mittelsächsischen Theaters. Das führte Schauspieler Christian den Waldheimer Förderschülern am Dienstag vor. Er bezog die Achtklässler mit in das Spiel ein.

26.01.2016

Der neue Grundstücksmarktbericht für den Landkreis liegt vor. Demnach wechselten in den Jahren 2013 und 2014 in Mittelsachsen 3419 bebaute Grundstücke für rund 600 Millionen Euro die Besitzer. Das teuerste Immobilien-Pflaster bleibt die Kreisstadt Freiberg. Doch auch im Raum Döbeln sind Eigenheime sehr nachgefragt.

25.01.2016
Anzeige